Gestern Abend gab es bei stern TV eine Reportage über den Zuckerersatz Stevia, der bis dato in der EU noch nicht als Lebensmittel zugelassen ist. Tatsächlich ist es so, dass sich diese Zulassung seit vielen Jahren zieht. In meinem Beitrag Süßstoff oder Zucker haben Rio und ich ja bereits kurz über Stevia gesprochen. Als Zuckerersatz ist Stevia zirka 300-mal süßer als Zucker, beinhaltet aber 0 Kalorien.
Stevia ist eigentlich eine Pflanze, die aus Paraguay stammt. Über ihre Verwendung als Zuckerersatz wissen die Menschen vieler Länder schon seit vielen Jahren Bescheid. So wird Stevia in Japan beispielsweise schon seit 25 Jahren als Zuckersatz für Getränke und Nahrungsmittel verwendet. Auch in Südamerika verwenden die Indianer die Blätter der Stevia Pflanze schon seit 50 Jahren zur Süßung von Tee. In vielen Ländern der Welt ist Stevia als Zuckerersatz zugelassen. So wird es bereits in vielen asiatischen Ländern angebaut und verwendet, sowie auch in Israel, Mexiko und Neuseeland.
In Deutschland sowie auch in der EU ist Stevia bis dato nicht als Nahrungsmittel beziehungsweise als Lebensmittelzusatz zugelassen. Die einzige Ausnahme macht hier die Schweiz, die ja nicht zur EU gehört, in der Stevia bereits von verschiedenen Industrien zur Süßung verwendet wird. Warum sich die Zulassung von Stevia in der EU als Zuckerersatz so viele Jahre vor sich hin zieht, wurde bei stern TV mit der Unterwanderung der Zuckerindustrie, beantwortet. Dies wäre zumindest der Grund, den viele Kritiker anführen.
Ich persönlich kann mir aber auch vorstellen, dass unsere Pharmakonzerne und Krankenkassen etwas gegen den natürlichen Zuckerersatz Stevia haben könnten. Wenn sich Stevia durchsetzt und Akzeptanz am Markt erfährt, könnte es passieren, dass sie, auf die Zeit gesehen, auf viele Karies-Probleme, Übergewichtige und Diabetiker verzichten müssten.
Letztes Jahr habe ich mir die Stevia Pflanze unter dem Namen Süßkraut in einem Gartencenter gekauft und eingepflanzt. Da die Blätter zur Süßung Verwendung finden, ist meine Erfahrung mit Stevia als Zuckerersatz nicht so berauschend. Wer möchte schön grüne Blätter in seinem Essen? Weiter gekommen als an den Stevia Blättern zu naschen, bin ich diesbezüglich nicht. Angeblich soll Stevia, ähnlich wie andere Süßstoffe, einen leicht bitteren Nachgeschmack haben. Mit dem Naschen an der Pflanze selbst kann ich dies aber nicht bestätigen.
Stevia konnte auch bei uns vor einigen Jahren noch legal erstanden werden. Anlaufstelle dafür waren in den Neunziger Jahren Bioläden, Teegeschäfte und auch Reformhäuser. Doch seit 1997 gilt Stevia als so genanntes „Novel Food“ (neuartige Nahrungsmittel) und damit ist der offizielle Verkauf als Nahrungsmittel in unseren Bereitengraden gesetzwidrig.
Die EU Kommission für Lebensmittelsicherheit in Brüssel „drückt“ sich schon seit nunmehr 12 Jahren um die Freigabe als Lebensmittel. Mittlerweile wird aber der Druck verschiedener Lebensmittelhersteller so groß, die Stevia in erster Linie als Zuckerersatz für Getränke verwenden wollen, dass auch die EU Kommission die Zulassung als Lebensmittel nicht mehr lange hinauszögern kann. So ist diese, zusammen mit der Einführung von Stevia Produkten, für das Jahr 2010 offiziell anvisiert.
Ein bis zwei Jahre müssen wir also noch warten und dann können auch wir langsam aber sicher Stevia als Zuckerersatz offiziell und legal kaufen. In der Zwischenzeit ist ein Kauf von Stevia Produkten zwar auch schon möglich, doch nicht wirklich legal. Findige Verkäufer deklarieren Stevia aus diesem Grund oft als „Badezusatz“, der ja bekanntlich kein Lebensmittel ist. Auch ist es fraglich, ob solche zum Verkauf in Europa angebotenen Stevia Produkte, qualitativ einwandfrei beziehungsweise hochwertig sind. Erhältlich ist Stevia als Sirup, Tabs, Pulver sowie als Blätter.
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[...] dato ist das hier auf meinem Blog nur zwei Mal passiert: Mitte Februar, als ich den Stern TV Beitrag über Stevia gesehen hatte und diese Woche Dienstag, als Akte 09 über die Grill-Diät von Dr. Detlef Pape [...]
Na das hört sich doch fein an. Da haben wir so lange gewartet, da machen 2-3 Jährchen auch nichts mehr aus.
Um auf das Verhalten der Lebensmittelindustrie bei sowas zu sprechen zu kommen … das finde ich schon fast als verbrecherisches Verhalten zu bezeichnen. Ich persönlich sehe da auch den Grund, warum z.B. die fettfreien Pringles hier in Deutschland verboten sind. Geschoben wird es auf den Fritierstoff in dem diese Chips gemacht werden. Ich glaube das nicht wirklich.
Ja, ich musst an Dich denken, als ich die Reportage sah und dann den Beitrag schrieb – Fein, gell
Pringles, Fitierstoff… könnte das in Richtung Transfette gehen? Das würde mich aber doch sehr wundern, da Deutschland eines der wenigen Länder ist, in denen die Transfette noch nicht einmal inhaltlich angegeben werden müssen.
So grundsätzlich finde ich das Verhalten der verschiedenen Industrien (da steckt nicht immer nur die Lebensmittelindustrie) etc. auch ziemlich besch… hier bei uns. Süßstoff z.B. der in verschiedensten Tierversuchen alles mögliche hervorgerufen hat, ist erlaubt, aber andere Sachen wie Stevia z.B. wird jahrzehntelang hinausgezögert.
Ein anderes Beispiel sind die Kohlenhydrate. Jahrzehntelang wird uns erzählt, wir sollen die bis zum umfallen futtern. Dabei werden wir immer kränker und dicker, doch das will keiner wirklich sehen. Verschiedenste Studien weisen darauf seit Jahren hin, dass Kohlenhydrate die Verursacher sind, wird aber einfach ignoriert. Und dass die Kohlenhydrate die einzigen Makronährstoffe sind, die für den menschlichen Körper NICHT essenziell sind, ist auch egal. Ohne Protein, Fett, Wasser können wir nicht überleben, ohne Kohlenhydrate dagegen sehr gut (die werden dann aus Fett und Protein umgewandelt). Nur ein ganz geringer Prozentsatz kann nicht synthetisiert werden, aber den haben wir mit einem Stück Obst oder etwas Gemüse oder Salat bereits abgedeckt.
Hab gestern nochmal fast ne Stunde gegoogelt. Hab aber den Artikel mit dem Verbot nicht mehr gefunden. Gibt aber noch immer keine in Deutschland. Transfette sind auch keine enthalten, zumindest werben sie mit 0 % Fett & 0 % Transfette, wobei wenn die TFs nicht angegeben werden müssen ? Allerdings wäre ja dann die Angabe von 0 % eine Falschinfo, was sicher wiederum nicht erlaubt ist.
Als unerlaubte Info würde ich 0% Transfette oder generell die Angabe von Transfetten nicht bewerten. Deutschland ist nur eines der wenigen (oder das einzige?) Land, in denen Transfette nicht angegeben werden müssen. In anderen Ländern ist die Angabe von Transfetten Pficht.
Bevor die sinnlos irgendwelche Produkte verbieten sollten sie sich lieber mal um Pflichtangaben kümmern
Aber da steckt wohl auch die Industrie dahinter, würden nix mehr verkaufen wenn rauskommt, dass haufenweise Transfette in den Produkten stecken. Ist ja zumindest bei vielen Fertigprodukten, Süßigkeiten, Bratfetten etc. der Fall.
Dann wird die Angabe wohl stimmen. Hab bei Ebay eine Dose aufgetrieben. 3 Dollar sollte die kosten plus 12 Dollar Versand *LOL* So nötig hab ichs auch nicht.
So nötig hätte ich das auch wieder nicht
Mit Splenda ist das ähnlich, aber es gibt auch ein paar Deutsche, die das privat verticken. Splenda (Sucralose) ist nämlich zugelassen und hat gar fast gar keinen Nach- bzw. Beigeschmack im Gegensatz zu Stevia (angeblich). Hab schon einen Beitrag darüber in der Pipeline, muss ihn nur noch fertig machen, dann kommt er.
Freu mich schon drauf !