Bei Google Analytics IP Adressen anonymisieren

Seit Mitte letzten Jahres gibt es einen neuen Tracking Code für Google Analytics, der neben dem Fakt, dass er in der Header und nicht wie vorher in den Footer einzubinden ist, mit einem kleinen Zusatz das Anonymisieren der IP Adressen erlaubt, so dass die IP Adressen der Besucher nur noch verkürzt also anonymisiert übertragen werden. Da Google Analytics den Datenschützern ja schon länger ein richtiger Dorn im Auge ist und es dabei vor allem um die IP Adressen und deren Speicherung geht, denke ich, dass mit diesem kleinen Zusatz, der dafür sorgt, dass Google Analytics die IP Adressen anonymisiert, also verkürzt, überträgt, möglichem Ärger ein Riegel vorgeschoben werden könnte.

Matthias berichtet in seinem neuen Artikel Google Analytics Nutzung strafbar? Datenschützer bricht Verhandlungen ab darüber, dass in der FAZ steht, dass die Datenschützer, da sie bei Google selbst nichts erreichen nun prüfen, ob sie nicht gegen Betreiber von Websites vorgehen können und ein empfindliches Bußgeld für die Nutzung von Google Analytics verhängen können.

Hallo? In welcher Welt leben wir denn eigentlich? Heißt nun das Motto: “Können wir beim Betreiber nichts erreichen, dann müssen eben alle Anwender bluten”? Sicher, es gibt Alternativen zu Google Analytics, aber zwingen lasse ich mich schon gar nicht gerne. Und gerade da es um die IP Adressen geht, dürfte nicht nur Google Analytics, sondern das ganze Internet den Datenschützern sauer aufstoßen. Wollen wir es nicht einfach gleich komplett abschalten? Mir persönlich kommt das Ganze eher wie eine groß angelegte Kampagne gegen Google vor. Nur lasse ich persönlich mich nicht gerne gezwungenermaßen vor den Karren anderer Leute spannen.

Wie auch immer der Einzelne das sehen mag, Meinungen und Ansichten darüber wird es genug geben. Mich für meinen Teil hält es aber erst einmal nicht davon ab Google Analytics weiter zu nutzen. Meine Datenschutzerklärung ist schon lang entsprechend angepasst und nun verwende ich den kleinen Zusatz im Tracking Code, der dafür sorgt, die IP Adressen zu anonymisieren.

Gefunden habe ich diesen Zusatz zum Google Analytics IP Adressen anonymisieren bei Perun in seinem Artikel Google Analytics: IP-Übertragung anonymisieren und verweise an dieser Stelle alle, die daran interessiert sind, auf Perun’s Artikel.

Update: Und hier noch ein Link zu dem absolut lesenswerten Artikel vom Rechtsanwalt Dr. Bahr: Google Analytics, der Hamburger Datenschutzbeauftragte und die Schwachsinnigkeiten des deutschen Online-Datenschutzrechts

Twittern
1
Facebook Share
1
Google +1
0
= Werbung
| |
 Themenbereich: Blog Tipps & Fragen
Trackback URL: http://www.crazytoast.de/bei-google-analytics-ip-adressen-anonymisieren.html/trackback/
Ähnliche Beiträge:
↑ Ganz nach oben springen ↑
↓ zum kommentieren springen ↓
16 Reaktionen:
2 Trackbacks:
  1. [...] Artikel von Tanja Preuße hat mich daran erinnert, dass ich in Anbetracht der aktuellen Entwicklungen rund um das Thema [...]

  2. [...] weiterer Interessanter Artikel zum Thema IP Speicherung bei GA findet Ihr hier bei Tanja. Du fandest diesen Artikel interessant? Dann abonniere doch den Newsfeed um stets auf dem [...]

14 Kommentare:
  1. Markus schrieb am 11. Januar 2011 um 15:27 Uhr:
    # 1

    Was soll man sagen… Alle Dienste, die Userdaten in die USA schaufeln, stehen in der Kritik. Denn mal ehrlich, von einem Rechtsstaat kann bei den USA nicht mehr die Rede sein…

    Nach deutschem Recht dürfen wir Websitebetreiber IP-Adressen nur so lange speichern, wie es für die Abwicklung erforderlich ist. Die Frage, ob die IP-Adresse gekürzt oder vollständig gespeichert wird, stellt sich AFAIK nicht. Und das deutsche Recht wird mit der Datenspeicherung auf US-Servern umgangen, wogegen sich die Datenschützer zurecht wehren. Akismet steht übrigens aus dem gleichen Grund in der Kritik.

    Ich selber nutze GA nicht mehr, ich setzte eigentlich schon lange auf ein lokal installiertes WebReflow (was scheinbar nicht mehr weiterentwickelt wird) und auf ein ebenso lokal installiertes Piwik. Trotzdem finde ich erneute Hetze gegen Google auf deutsch gesagt Scheiße…

    Aber… Google ist böse, deshalb sind die ja auch so erfolgreich. Keine nutzt es, aber die haben die höchsten Zugriffszahlen… Phänomenal…

  2. kleiner_Baum schrieb am 11. Januar 2011 um 18:55 Uhr:
    # 2

    Ich persönlich kann leider nicht nachvollziehen, wozu GA oder manche anderen Dienste die IP-Adresse überhaupt benötigen. Das es auch ohne geht, zeigt ja die Möglichkeit die IPs zu anonymisieren.
    Ich kann zumindest in diesem Fall die Datenschützer verstehen, wenn sie dagegen vorgehen. Aber nicht auf diese, meiner Meinung nach hinterhältige, Art und Weise.
    Leider gibt es nicht wirklich eine vernünftige Alternative zu GoogleAnalytics, die auch diesen Funktionsumfang und gleichzeitig eine einfache Bedienung mitbringt.
    Gut, ich habe auch mal Piwik getestet und bei mir sind die Besucherzahlen nahezu mit GA identisch. Aber leider sind die Auswertungen nicht in dem Umfang wie bei GA möglich.
    Ich werde auf jeden Fall auch erst einmal bei GoogleAnalytics bleiben, aber gleichzeitig auch die Anonymisierung der IPs nutzen.

  3. Tanja schrieb am 11. Januar 2011 um 20:15 Uhr:
    # 3

    @Markus: Ich bin ja auch nicht gerade ein Fan von der Machtstellung von Tantchen, aber auf der anderen Seite kriegen *wir armen Schweine* von Datenschützern und Verbraucherschützern und was was ich nicht was für …schützern dauernd was weiß ich nicht alle um die Ohren geworfen, um das wir uns nun an kümmern sollen, neue Gesetze, an die wir uns über Nacht halten sollen, Verorndungen, die mal schnell erlassen werden etc., dass es echt nicht mehr lustig ist. Ich hab aus meinen Jahren als Shop-Betreiber von diesem ganzen Kram so was von gestrichen dicke die Schnauze voll.

    @kleiner_Baum: Wie schon zu Markus geschrieben, ich habe für so was so ganz und gar kein Verständnis mehr und bleibe grad schon zum Trotz bei GA ;-)

  4. Dominik schrieb am 11. Januar 2011 um 20:21 Uhr:
    # 4

    Ich haben den Tipp gleich mal umgesetzt und meinen Code auch von “index.php” nach “header-php” kopiert. Ich hoffe das es so richtig ist?!

  5. Tanja schrieb am 11. Januar 2011 um 20:34 Uhr:
    # 5

    @Dominik: Der Code sollte direkt vor dem </head> stehen. header.php ist da schon ein sehr guter Ansatz ;-)

  6. Dominik schrieb am 11. Januar 2011 um 20:37 Uhr:
    # 6

    der Code ist in der Header.php und steht genau vor end-head. Dann bin ich beruhigt!

  7. Tanja schrieb am 11. Januar 2011 um 20:55 Uhr:
    # 7

    @Dominik: So passt es dann ja :-)

  8. Markus schrieb am 12. Januar 2011 um 03:14 Uhr:
    # 8

    @Markus Ich hoffe mal Du hast Die Speicherung der IP bei Piwik anonymisiert? Viele wissen nicht das Piwik, auch wenn sie so nicht zu sehen ist, diese auch in der DB speichert.

    @Tanja Ich nutze schon seit es die Möglichkeit gibt die IP-Übertragung zu anonymisieren, den Code. Was ich allerdings immer noch nicht versteh, was für Vorteile soll es eigentlich bringen den Code in den Header zu packen. Ich hab alles nach wie vor im Footer. Ich denke es ist eher ein “kann” wie “muss” oder?

  9. mac schrieb am 12. Januar 2011 um 06:18 Uhr:
    # 9

    Hallo Tanja, ein wirklich interessantes Thema und ich glaube ich werde das nutzen, ich nutze zwar Mint aber Google Analytics zur KOntrolle! ;-)

    Danke für den Tipp

  10. Tanja schrieb am 12. Januar 2011 um 09:30 Uhr:
    # 10

    @Markus: Ich sehe bis dato keinen Nachteil an der header Lösung (außer eben dass mehr im Header drin steht). Bei Analytics steht ja, dass es vor den end-head Tag gehört. Theoretisch könnte das das Laden der Seiten verzögern, bis dato aber nicht geschehen. Ich nehme mal an, dass es schon irgendwelche Gründe gibt, warum das auf einmal in den header soll. Bei dem alten Code stand ja auch im Footer. Welche aber, ist mir noch Schleierhaft…

    @mac: Gerne, ich denke viel wissen gar nicht, dass es diese Lösung überhaupt gibt.

  11. Markus schrieb am 12. Januar 2011 um 15:02 Uhr:
    # 11

    Um die ganze Diskussion noch mal zu verwirren: Ich bin vorhin über einen Artikel bei Golem.de (http://www.golem.de/1101/80662.html) gestolpert, in dem Google den Abbruch der Gespräche mit dem Datenschutzbeauftragten dementiert. Außerdem heißt es da:

    “Wir sind uns dieser Bedenken bewusst, betonen aber noch einmal, dass Google Analytics dem Datenschutzrecht in der EU entspricht. Google Analytics wird deshalb unter anderem auch auf Webseiten von Datenschutzbehörden in Europa eingesetzt”, heißt es in einer Stellungnahme von Google.

    Bei den Bedenken handelt es sich wohl um die allgemeinen Bedenken der Datenschutzbehörden…

  12. Susann schrieb am 12. Januar 2011 um 23:38 Uhr:
    # 12

    Das Problem mit dem Anonymisieren ist bei den großen Providern nicht mehr aktuell, weil, die von Haus aus die IPs modifizieren. Und wenn, speicherst Du die IPs ja auch in den Logfiles… Aber ich muss das nochmal testen – neulich hatte ich da einen Fehler und deswegen einen Tag gar keine Auswertung:-(
    Wo wir grad von Analytics reden – Man kann da mittlerweile wunderbar die Kategorien auswerten lassen. Kommen interessante Ergebnisse raus. Kuck mal (http://www.tipps-archiv.de/google-analytics-optimieren-benutzerdefinierte-variable.html)

  13. Tanja schrieb am 13. Januar 2011 um 08:26 Uhr:
    # 13

    @Markus: Also hat die eine Partei die Gespräche abgebrochen und die andere spricht noch weiter *kopfkratz* – dürfte ein ziemlicher Monolog werden ;-)

    @Susann: Wenn es um die IP Adressen ginge, dann wäre wohl das gesamte Netz ein Problem, aber lassen wir “die Kirche beim Dorf”, den Datenschützern gehts ja nur um Google Analytics und die IP Adressen. Wahrscheinlich steht das auf einem anderen Papier ;-)
    Sieht ganz nett aus Deine Auswertung. Ich werte “nur” die Kategorien selbst aus, ansonsten ist mir das etwas zuviel Zahlenspielerei…

  14. Tanja schrieb am 15. Januar 2011 um 09:24 Uhr:
    # 15

    @all: Ich habe gerade einen äußerst lesenswerten Artikel von Rechtsanwalt Dr. Bahr zu dieser Thematik gefunden und ihn oben im Artikel ergänzt. Solltet Ihr Euch ansehen ;-)

Einen Kommentar dazu schreiben:

Dieser Artikel ist älter als 30 Tage! Aufgrund des hohen Spam Aufkommens wurde die Möglichkeit Kommentare mit Link zu hinterlassen deaktiviert!

Bitte beachtet die Datenschutzhinweise.

Ich behalte mir das Recht vor, Kommentare entsprechend zu löschen oder editieren!


Kommentare abonnieren ohne selbst einen Kommentar abzugeben: