Beziehungstipps: die sechs Phasen von Beziehungen

Auch wenn frisch verliebte Menschen diese Tatsache am Liebsten verdrängen möchten, ist sie unumgänglich: jede Beziehung macht eine Entwicklung durch. Wenn sie allerdings akzeptiert und als normal und notwendig angesehen wird, können diese Hürden helfen, aus der jungen Beziehung eine andauernde und vertrauensvolle Partnerschaft zu machen. Es gibt unterschiedliche Theorien zu dieser Entwicklung. Eine der bedeutendsten formulierte jedoch eine amerikanische Partnertherapeutin. Sie untergliederte Beziehungen in sechs Phasen:

  1. Die erste Phase beinhaltet das, was von den meisten Menschen als “frisch verliebt” bezeichnet wird. Hier kreisen die Gedanken fast ausschließlich um den Partner und temporäre Trennungen werden als sehr schmerzlich empfunden, da die Sehnsucht nach dem geliebten Menschen sehr groß ist.
  2. In der zweiten Phase wandelt sich die Beziehung. Sobald die erste “Verliebtheit” vorüber ist, werden auch die negativen Seiten und störenden Angewohnheiten des Partners sichtbar. Dieses Stadium tritt meist proportional schneller auf, je mehr Zeit das Paar in Phase eins miteinander verbracht hat.
  3. Die dritte Phase wird als “Machtkampf” bezeichnet, da beide Partner hier sehr oft versuchen, die negativen Eigenschaften des Partners aus der zweiten Phase zu beseitigen, indem sie ihr Gegenüber dazu auffordern, sich zu ändern.
  4. In Phase vier, dem “verflixten siebten Jahr”, so die Partnertherapeutin, haben beide dann das Gefühl, der andere enge sie ein und denken über eine Trennung nach, wobei dieser Wunsch nicht zwangsläufig im siebten Jahr der Beziehung aufkommen muss. Das Ergebnis dieses Stadiums ist entscheidend für den weiteren Werdegang der Partnerschaft.
  5. Die fünfte Phase beinhaltet Versöhnung und Einsicht. Die Erkenntnis, dass der Partner nicht zu einem “zweiten Ich” geformt werden kann, erlangt Gewissheit.
  6. Wer die sechste Phase in seiner Beziehung erreicht hat, kann sehr glücklich sein, denn hier akzeptieren sich beide Partner und halten die Balance zwischen Nähe und Selbständigkeit.

Mach Dir jedoch keine Sorgen, falls Du eine dieser Phasen in Deiner Beziehung nicht erlebt hast, denn es handelt sich nur um prototypische Grundsätze, welche nicht auf jede Partnerschaft zutreffen. Wenn Du die sechste Phase erreicht hast, kannst Du Dich sehr freuen, einen Partner gefunden zu haben, mit dem Du Dein Leben verbringen möchtest.

Wie sieht es bei Euch diesbezüglich aus? Was denkt Ihr, in welcher Phase befindet Ihr Euch?

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15 Kommentare:
  1. Peter schrieb am 11. März 2010 um 15:02 Uhr:
    # 1

    @Tanja,

    Ein kleine Ausflug als Briefkasten Tante? Nein im ernst ich finde dein Ansatz gut :)

  2. waelti schrieb am 11. März 2010 um 15:12 Uhr:
    # 2

    Interessanter Artikel.

    Bei Punkt 3. – das auffordern sich zu ändern (logischerweise der Andere…)
    Tritt dies nur in Partnerschaften auf? Beobachte ich seit vielen Jahren ziemlich allgemein. Selber ist man ja im Recht. Wenn was nicht ganz Richtig läuft, ist es der Andere. Und der soll sich dann gefälligst ändern…

    “Ja, Guter Freund: Du hast ganz Recht! Die ganze Welt ist furchtbar schlecht. Ein Jeder ist ein Bösewicht. Nur DU und ICH – natürlich – nicht”.

    Das verflixte siebte Jahr kenne ich aus uralten Untersuchungen etwa so: bestimmte Ziele (die nur gemeinsam erreicht werden können) sind erfüllt. Dann folgt die Konzentration auf ‘das Selbst’. Und möglicherweise die Erkenntnis – der Andere ist nicht unbedingt so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Da verändert sich ein bisschen die Wahrnehmung (für Wahr nehmen)?

    Nun – ich wünsche mir nicht den Weltfrieden. Schön wäre es, wenn von Punkt 5.: Erkenntnis und Einsicht ein bisschen zunehmen würde. Nicht blos in Partnerschaften. (Wobei jegliches Zusammenwirken mit anderen Menschen kann man ja auch als Partnerschaft bezeichnen.)

    Tanja, thx für den Artikel. Habe wieder was zum Nachdenken ;)

  3. Miki schrieb am 11. März 2010 um 19:42 Uhr:
    # 3

    Ich finde gut, dass hier mal so ein Thema auftaucht ;-) Du hast ja scheinbar so einen 6 Phasen-Mann :-D erinnere mich an den Artikel “die Frauen meines Mannes” oder so…
    Naja… und ich übe noch…. bei mir purzeln die Phasen wohl sehr durcheinander und Befehl “tschüss” wird auch mal schnell ausgegeben :-D

  4. Tanja schrieb am 12. März 2010 um 06:45 Uhr:
    # 4

    @Peter: Ich denke man muss auch mal was anderes schreiben, als immer nur technisches ;-)

    @waelti: Ja, das ‘den anderen ändern wollen’ ist ziemlich verbreitet. Ad hoc fällt mir da eine Freundin ein, die jahrelang über ihre Beziehung jammerte und dass alles gut werden würde, wenn er sich nur ändern würde… Ich habe immer nur gesagt: “Entweder liebst Du ihn so wie er ist oder Du suchst Dir einen anderen, den Du lieben kannst”. Ich halte ganz und gar nichts davon andere Menschen ändern zu wollen. Entweder kommt man den den Macken klar oder nicht “friss oder stirb”
    Ja, Punkt 5 ist wirklich klasse :-)

    @Miki: Ja, ich finde das Thema wirklich auc interessant und rede mich natürlich einfach, denn bei uns dürfte die 6. Phase erreicht sein. Trotzdem kenne ich es von früher auch, durch sämtlichen Phasen zu purzeln und immer wieder zu scheitern ;-)

  5. waelti schrieb am 12. März 2010 um 07:14 Uhr:
    # 5

    Liegt wohl mit daran, das WIR die Krone der Schöpfung sind…
    Daraus wird dann ganz schnell so was wie: ICH bin die Krone der Schöpfung.

    (Ihr dürft Lachen, Menschen die mich persönlich kennen, haben sich bei so einer Aussage von mir wohl nichtmehr ganz unter Kontrolle ;) )

    Und – ja – mal was anderes als Technik. Ich war schon beinahe überfordert. Ganz ernsthaft gemeint: Irgendwie das Gefühl ‘da kannst du nichtmehr mitreden’ kam schon ab und zu auf. Ich werde Alt. Hoffentlich.

    @Miki
    Kommentar passt irgendwie zur ‘Ärger’ Artikel Grafik.
    Ich könnte natürlich unter Umständen, eventuell auch ganz Falsch liegen ;)
    Wobei – nach so einem Tag ist dann doch wohl fast jeder nett?

  6. Luigi schrieb am 12. März 2010 um 08:15 Uhr:
    # 6

    Phase 1 : Jawoll! Ausgiebig gelebt.
    Phase 2 : verschmolz mit Phase 1.
    Phase 3 : nöö, nicht wirklich.
    Phase 4 : hatten wir beide – gemeinsam – viel geredet.
    Phase 5 : so ist das gewesen
    Phase 6 : der ultimative Kick – Glück ohne Ende!
    Phase 7 : Endlosschleife der Phasen 1 – 6, es soll ja nicht langweilig werden ;)

  7. Tanja schrieb am 12. März 2010 um 09:11 Uhr:
    # 7

    @waelti: Für mich spricht persönlich so gar nichts dagegen sich selbst für die “Krone der Schöpfung” zu halten, so lange man jedem anderen das gleiche zugesteht. D.h. unter lauter “Schöpfungskronen” wird automatisch auch die Toleranz groß geschrieben ;-)
    Ohjehh… sacke ich so langsam ins ‘Fachchinesisch’ ab :-(

    @Luigi: Langweilig wäre auch langweilig, obwohl ich mich, ehrlich gesagt, ohne ständige Aufs und Abs sehr wohl fühle. Man darfs nur nicht als ‘selbstverständlich’ hinnehmen und sich des Wert des anderen immer wieder bewußt sein ;-)

  8. waelti schrieb am 12. März 2010 um 09:27 Uhr:
    # 8

    Kann geistig schon noch folgen ;)
    Bleiben 2 Fragen
    a) Wer oder was sind ‘Die Anderen’. M.E. kommen – ausser sneipa somoh – auch noch andere in Frage.
    b) Was ist Toleranz? … gewährenlassen anderer Meinungen. Setzt wieder voraus – meine ist Richtig, soll er/sie aber ruhig Seine Meinung haben.

    Bin gut damit gefahren, wenn ich mich häufiger Frage – Ist meine Meinung WIRKLICH Richtig? Äh, ja, nach solchen Aktionen war mir auch schon mal kotzübel. Wenn ich mich von aussen genau betrachtet habe.

    Der Sneipa Somoh ist übrigens von Vera F. Birkenbihl ;)
    LG

  9. Tanja schrieb am 13. März 2010 um 09:43 Uhr:
    # 9

    @waelti: Ich kenne weder Sneipa Somoh noch Vera F. Birkenbihl ;-)
    a) Die Anderen sind alle außer mir selbst
    b) Toleranz ist in meinen Augen das wichtigste überhaupt. Das bezieht sich nicht nur auf Meinungen, sondern auf alles. Egal ob Einstellungen, Handlungsweisen, Aussehen etc.
    Meins ist nur für mich, alles der anderen ist nur für sie, geht mich nix an, urteile nicht darüber, ist denen ihr Bier ;-)

  10. Kaddi schrieb am 15. März 2010 um 11:37 Uhr:
    # 10

    Hm, ich bin dann wohl auch im Moment einer der langweiligen Beziehungsmenschen. Und ich bin wie Du Tanja froh, dass es nicht ständig Auf und Abs gibt. Ich brauche keine Dramen, ab und zu mal n bißchen streiten, aber schöner ist, wenn wir miteinander lachen…

    Achja vergessen: definitiv in Phase 6 angekommen. Aber rumgeändert hab ich schon an ihm-und er auch an mir. Man ist sich doch schon sehr entgegen gekommen. Sonst funktioniert so einiges nicht. Und trotzdem möchte ich, dass mein Partner seine Träume nicht aufgibt und sich weiterentwickelt. Da bin ich schon hinterher, weil nix ist tödlicher in einer Beziehung als eingefahrene Bahnen.

    Birkenbihl lese ich übrigens super gern, sie ist unbequem und hat so oft recht. LG Kaddi

  11. Tanja schrieb am 15. März 2010 um 17:59 Uhr:
    # 11

    @Kaddi: Ja, ich mags auch lieber ruhig und besinnlich in der Beziehung.
    Dass der Partner seine Träume und auch sein eigenes Leben nicht aufgibt halte ich auch für besonders wichtig ;-)

  12. Marcel schrieb am 17. März 2010 um 21:53 Uhr:
    # 12

    Bei mir scheiterts meist an Phase 2 *g*. Ich scheine, stellenweise derart viele Macken zu haben, dass die Partnerin anfängt meinen Kleindungsstil, mein Mundwerk, meine Hobbys, etc. pp. ändern und anpassen will. Ich selbst hab weniger Probleme mit den Macken anderer, da ich da durchaus kompromissbereit bin… Aber verbiegen tu ich mich leider nicht, was wohl der Klientel von Frau, an die ich gerate nicht passt ;) . So sehr störts mich aber nun auch nicht, wird sich sicherlich irgendwann die Richtige finden, die nur kleine Kompromisse einfordert und nicht mein ganzes Wesen verändern will.

  13. Tanja schrieb am 18. März 2010 um 07:05 Uhr:
    # 13

    @Marcel: Ich sage grundsätzlich “friss oder stirb”, also einen Partner muss man so nehmen wie er ist, ihn bzw. sie verändern zu wollen, das klappt sowieso nicht. Sicher, man formt sich mit der Zeit, aber grundsätzlich sollte man einen Menschen schon mal mit seinen Stärken wie auch seinen Schwächen lieben.

    Ich kann Dir nur den Rat geben, Dich nicht verbiegen zu lassen, denn am Ende bist Du eine Kopie dessen, was die Dame haben möchte, und dann mag sie Dich eh nicht mehr, weil das angestrebte Original immer besser ist als die Kopie. Das führt zu nix ;-)

  14. Marcel schrieb am 18. März 2010 um 08:43 Uhr:
    # 14

    @Tanja: Keine Sorge, ich hab mich noch nie verbiegen lassen ;) .

  15. Tanja schrieb am 18. März 2010 um 12:40 Uhr:
    # 15

    Dann ist ja gut :-) Wäre ja auch blöd, wenn man sich danach selbst nicht mehr gefällt *lacht*

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