Ein paar Kilo abnehmen steht auf dem Programm

Auf meinem Programm steht mal wieder, dass ich ein paar Kilo abnehmen muss. In meinem Schrank finden sich kaum mehr Hosen, die ich anziehen kann. Die 2 bis 3 Stück, bei denen oben nicht ein Stück Stoff fehlt, um den Hosenknopf zuzubekommen, sehen zudem nicht gerade umwerfend aus, wenn das Bäuchlein drüber quillt. Ich denke die meisten von Euch kennen das, vor allem nach dem Winter, wenn der Bewegungswille eingeschränkter ist und es Phasen gab, in denen wir uns nicht gerade figurförderlich ernährten.

Vor einigen Jahren habe ich mit Low Carb um die 20 Kilo abgenommen. Gut 10 davon sind mittlerweile wieder drauf. Das liegt bei mir zum einen daran, dass ich aufgrund meines von zu Hause Arbeitens nicht wirklich viel Bewegung habe, wenn ich mich nicht dazu aufraffe, Sport zu treiben. Zum anderen kann ich nach den Jahren der Low Carb Ernährung für mich zusammenfassen, dass es vernünftiger ist, das Ganze etwas lockerer und sanfter anzugehen, weil sonst einfach immer mal wieder Phasen auftauchen, in denen man wahllos alles in sich hineinschaufelt, was sonst auf dem „Verbotsplan“ steht.

Einige, die mich sehen, denken sich vielleicht: Die muss sich doch wirklich keine Gedanken um ihr Gewicht machen. Aber doch, leider ist das bei mir sogar ziemlich wichtig. Durch einen Ärztefehler, bei dem mir kurz nach der Geburt mit einer Spreizhose die Hüften ausgerenkt wurden und das Ganze wochenlang keiner bemerkte, habe ich ein etwas deformiertes Fahrgestell in diesem Bereich. Von Außen nicht sichtbar, aber bei meinem Röntgenbild habe ich schon oft etwas ungläubige Augen und den Spruch „80jährige im Rollstuhl“ geerntet. Die zwei Jahre Gipsbett, die meiner Spreizhosenphase als Baby folgten, haben mich zudem nicht gerade gelenkig gemacht. Eine Kindheit mit Sportverbot (außer schwimmen und Rad fahren) war auch nicht gerade spaßig.

Orthopäden sind für mich das, was für einen Stier das rote Tuch. In 95% der Fälle wollen die mich sofort unter dem Messer sehen, von frühester Kindheit an. Sprüche wie „mit diesen Hüften werden Sie keine 20, 30 etc.“ oder „Sie kommen nicht einmal mehr über die Straße, wenn Sie jetzt gehen“, haben in mir eher den „Kampf-Löwen“ hervorgerufen, als die Frustration und Aufgabe (ich bin Löwe von Sternzeichen). Nein, ich will keine künstlichen Gelenke. Meine Hüften nehme ich so wie sie sind auch wieder mit, wenn ich mal von dieser Welt gehe, ist mein Ziel. Zufälligerweise hat mich gerade ein „Hüft-Papst“ aus München – wohl weil es bei ihm auf die Kohle von einer Operation mehr oder weniger nicht ankommt – dazu angespornt. Zudem habe ich persönlich die Befürchtung, dass der Rest meines Körpers, der es von Anfang an gewohnt ist, mit diesem anatomisch nicht perfekten Hüftgelenken umzugehen und gut zu leben, nicht wirklich begeistert darauf reagiert, wenn er auf einmal mit komplett anderen, dafür aber orthopädisch perfekten Gelenken konfrontiert ist.

So habe ich vor einigen Jahren erst einmal angefangen mein Gewicht zu reduzieren. Jedes Kilo, das ich zuviel mit mir rumschleppe, stellt eine Belastung dar und zählt. So wog ich, mit meiner Höhe von 1,68 Metern, am Ende meiner Abnehmphase knapp unter 55 Kilo. Das waren damals etwas mehr als 20 Kilo, die ich, aufgrund meiner Hüftproblematik, komplett ohne Sport, sondern rein nur mit einer strikten Low Carb Ernährung, abgenommen habe. Zur Nachahmung ist ein solches Abnehmprogramm ohne Sport definitiv nicht empfohlen! Für mich ging es aber erst einmal nicht anders, mein Körper ist Jahr und Tag keinen Sport gewohnt gewesen, da er mir immer verboten war (heute ist diese Sportverbots-Meinung der Ärzte bei Krankheitsbildern wie meinen bereits größtenteils revidiert worden).

Erst nachdem ich abgenommen habe, fing ich ganz langsam an, meinen Körper an sportliche Aktivitäten zu gewöhnen. Dabei kann ich grundsätzlich nur zu gelenkschonenden Sportarten greifen, alles andere würde mir auf Dauer mehr schaden als nützen. So steht hier in unserer Wohnung ein Crosstrainer und bei schönem Wetter düse ich gerne mit Inline Skates durch die Gegend. Radfahren darf ich nur kürzere Strecken, weil die Zwangshaltung vermehrt den unteren Rückenbereich belastet und dieser ist aufgrund meiner Hüften eh schon belastet genug ist (der Körper belastet automatisch die umliegenden Regionen weitaus mehr in solchen Fällen). Zum Glück habe ich einen guten Sportmediziner gefunden, der mich bei meinem Vorhaben vollauf unterstützt und mir auch sagt, was ich tun und was ich lieber lassen soll. Ein paar Radtouren pro Jahr lege ich mit meinem Mann aber trotzdem ein, da ihm das besonders gefällt und wenn ich halbwegs gut trainiert bin, dann stecke ich das auch gut weg.

In den meiner Abnehmphase folgenden Jahren habe ich mir langsam eine für meine Person relativ gute Fitness aufgebaut. Dass damit die Muskulatur aufgebaut wurde und unterm Strich ein paar Kilo mehr auf der Waage standen, aber ich dafür auch weitaus knackiger aussah und natürlich gesund und fit war, ist klar. Körperliche Probleme mit meinen Hüften hatte ich seitdem nur sehr selten. Wenn ich es sportlich übertrieben habe, oder größeren Putz- wie auch Renovierungsaktionen in der Wohnung folgen doch gerne mal Phasen, in denen ich um Schmerztabletten bettle. Gerade länger Stehen und Gehen sind ziemliche Schwachpunkte meines Systems.

In den Monaten, in denen das Wetter draußen schlechter ist, bin ich aber leider etwas arg bewegungsfaul geworden. Zudem kommt, dass strikteres Low Carb für mich nicht dauerhaft nicht durchführbar ist. Mich überkommt immer mal wieder der „Fressteufel“, der mich alles mögliche in mich hineinschaufeln lässt (vor allem stark kohlenhydrathaltiges, mich auf alles mögliche pfeiffen lässt und so kommt ein Kilo zum anderen, bis dann schlussendlich in meinem Schrank kaum mehr passende Klamotten zu finden sind. So fängt nun eine neue Runde an für mich, ein paar Kilos müssen definitiv wieder weg.

Nun will ich aber aus meinen Fehlern lernen und gestalte meine Low Carb Ernährung dauerhaft lieber etwas sanfter, damit ich solche Fressattacken und Kohlenhydratphasen einfach auch vermeiden kann. Das ständige Rauf und Runter des Gewichts ist auch nicht gerade das Gelbe vom Ei. So gilt es für mich nun neben dem Abnehmen in erster Linie meine Ernährung so zu gestalten, dass ich damit dauerhaft ausgeglichen leben kann. So erlaube ich mir zuckerhaltiges und Alkohol in Maßen (mit Süßstoff komme ich leider überhaupt nicht klar) und die heißgeliebten Brezen und Pizzas, und auch mal eine Portion Pommes sind auch ab und zu genehmigt. Wollen wir es mal auf einen Versuch ankommen lassen.

Knapp 2 Wochen mache ich das nun schon, gepaart mit mindestens 3x pro Woche eine halbe Stunde entweder auf dem Crosstrainer oder Inline Skaten. 2,5 Kilo sind bereits weg :-)

Zum Schluß noch zwei fürchterliche Fotos die zeigen, wie es bei mir aussieht, wenn ein Stück Stoff fehlt, um die Hose zuzubekommen oder aber das Bäuchlein drüber hängt (und wehe es fragt einer, ob ich schwanger bin…):

hose-geht-nicht-zu
bauch-haengt
= Werbung
| |
 Themenbereich: Gewichtsreduzierung
Trackback URL: http://www.crazytoast.de/ein-paar-kilo-abnehmen-steht-auf-dem-programm.html/trackback/
Ähnliche Beiträge:
↑ Ganz nach oben springen ↑
↓ zum kommentieren springen ↓
10 Reaktionen:
1 Trackback:
  1. [...] ob Rio oder Tanja, Medioman oder aber auch Anja und Lutz, alle beschäftigen sich mehr oder weniger mit dem [...]

9 Kommentare:
  1. Andy schrieb am 16. Mai 2009 um 12:39 Uhr:
    # 1

    Klasse Fotos. !!!

    Find ich gut…

    Als ich die Überschrift gelesen habe, hast Du meine Gedanken wiedergespiegelt. Seid ich 30 bin geht es schwer bergab.

  2. Tanja schrieb am 16. Mai 2009 um 15:07 Uhr:
    # 2

    @Andy: Etwas Bewegung sowie “nicht die Sau rauslassen” beim Futtern, hat sicherlich noch keinem geschadet ;-)

  3. Katrin schrieb am 16. Mai 2009 um 22:10 Uhr:
    # 3

    Wie geil, solche Fotos wollte ich mal anonym reinstellen und von meinen Abenteuern bei diversen Sportaktionen berichten. Z. B. dass, wenn man zu fett ist und man halbnackt auf den Fliesen des Bades Situps macht, es ein schlurpendes Geräusch macht: zzzzzschplop… Erst saugt sich der Rücken an und dann löst er sich mit Knall… Ist schon geil, oder dass man automatisch anfängt x-beinig zu laufen, weil das Fett an den Innenschenkeln einen coolen Gang nicht mehr zulässt… Wir renovieren im Moment und ich hoffe auch auf fallende Kilos und nexte Woche gibts Fitness-Studio-für mich der beste Zwang. PS: Bist Du schwanger? ;O)

  4. Andreas schrieb am 17. Mai 2009 um 07:15 Uhr:
    # 4

    So schlimm finde ich dein Bäuchlein gar nicht. Aber wie Du schon sagst, das eigene Empfinden ist maßgebend. Wenn man sich nicht wohl fühlt, kann man ein wenig daran arbeiten.

    Bei mir kommen die Kilos leider nicht mit dem Alter. Seit zwanzig Jahren liege ich immer um die 71 Kilo. Alle Welt will abnehmen und mein Ziel war und ist das Zunehmen. Aber keine Chance. Der Arzt meinte, meine “Verbrennung” sei zu gut :-( .

    Ach ja, bevor ich es vergesse: Ende vierter Monat? *duck und weg*

  5. Andy schrieb am 17. Mai 2009 um 08:14 Uhr:
    # 5

    @ Andreas: Genau diese Problme hatte ich auch, aber jetzt geht es leider in die andere Richtung. Seid ich über die Schwelle von 30 bin, nimmt ich ständig zu;-)

  6. Andreas schrieb am 17. Mai 2009 um 10:28 Uhr:
    # 6

    @Andy: Ich erreiche in zwei Jahren mein viertes Jahrzehnt. Vielleicht wird es dann etwas mit ein paar Extrakilo :-) .

  7. Tanja schrieb am 17. Mai 2009 um 10:45 Uhr:
    # 7

    @Katrin: Ich habe mich gerade weggelacht über Deine Erzählungen – genial, Danke :-)
    Fitness-Studio ist leider nix für mich, bei meinen bisherigen Versuchen habe ich mich immer angemeldet, war 2-3x dort und dann wurde ich dort nie wieder gesehen :-(
    Die Fotos hatte ich auch aus dem Grund gemacht, dass, in meinen Augen, gerade wir Frauen auch mal etwas mehr Mut beweisen könnten, bei unserem doch nicht ganz so astreinen Aussehen. Schließlich spornt das auch uns selbst an. Immer nur die Augen zukneifen vor dem eigenen Aussehen führt meistens dazu, dass man sich selbst was viel schöneres vormacht.
    Übrigens kam vor kurzem unsere Nachbarin und sagte, sie müsse unbedingt abnehmen, weil sie von einem anderen Nachbarn gefragt wurde, ob das nächste Kind unterwegs sei. Sie war total geknickt ;-)

    @Andreas: Ich denke viele von uns beneiden dich um das “wie kann ich blos zunehmen”, denn meistens sieht es ja gegenteilig aus. Ich für meinen Teil hätte gerne was von Deinem Stoffwechsel ;-)

    @all: Nein, ich bin nicht schwanger ;-) auch wenn ich im Profil durchaus etwas in diese Richtung aussehe. Leider alles Fett :-(

  8. Andy schrieb am 18. Mai 2009 um 11:44 Uhr:
    # 8

    Zur aktuellen Abnehm Lage, habe ich auch nen Artikel entworfen;-)

  9. Tanja schrieb am 18. Mai 2009 um 11:54 Uhr:
    # 10

    @Andy: Punkt 11 ist bei mir kein Irrtum, sondern ein Fakt ;-)

Einen Kommentar dazu schreiben:

Dieser Artikel ist älter als 30 Tage! Aufgrund des hohen Spam Aufkommens wurde die Möglichkeit Kommentare mit Link zu hinterlassen deaktiviert!

Bitte beachtet die Datenschutzhinweise.

Ich behalte mir das Recht vor, Kommentare entsprechend zu löschen oder editieren!


Kommentare abonnieren ohne selbst einen Kommentar abzugeben: