Der ein oder andere von Euch hat sicherlich schon einmal von der Ernährungsform Low Carb gehört und trägt sich ebenfalls mit dem Gedanken, eine Ernährungsumstellung auf Low Carb durchzuführen. Meine Ernährungsumstellung liegt bereits viele Jahre zurück und bis auf ein paar Phasen, in denen mich die Kohlenhydratvöllerei überkommen hat, konnte ich mit Low Carb erstaunliche Erfolge erzielen.
Nicht nur dass ich mit Low Carb abgenommen habe, auch einige gesundheitliche Zipperlein sind durch meine Ernährungsumstellung auf Low Carb so gut wie verschwunden. So litt ich beispielsweise 20 Jahre unter täglichen Durchfällen, wurde von oben bis unten, von hinten bis vorne, immer wieder untersucht und schließlich für “plem plem” erklärt und mit Stopfmittel nach Hause geschickt. Durch meine Ernährungsumstellung auf Low Carb waren diese Durchfälle auf einmal verschwunden.
Aber nicht nur das, mein Hautbild ist viel besser und reiner geworden, ich fühle mich rundum fit und gesund und, was für die meisten von Euch wahrscheinlich verwunderlich bin, ich habe einen für eine Frau äußerst geringen Anteil von Körperfett. Dies liegt in meinen Augen darin begründet, dass der Körper immer erst die Kohlenhydrate verbrennt und sich dann erst zum Beispiel dem Fettabbau widmet. Wo aber nur wenig Kohlenhydrate sind, gibt es davon auch nicht viel zu verbrennen
Eine Ernährungsumstellung auf Low Carb kann entweder von einem Tag auf den anderen, oder langsam und schrittweise erfolgen. Ich persönlich befürworte die schrittweise Ernährungsumstellung, da die ad hoc Methode in meinen Augen eher etwas für die wirklich Harten und Willensstarken unter uns ist. Gerade die ersten beiden Wochen können ziemlich heftig werden und einem Gelüstetechnisch so alles mögliche bescheren, bis sich der Körper daran gewöhnt hat, dass das einfach nicht mehr im Angebot ist.
Low Carb ist aber nicht gleich Low Carb. Es haben sich viele verschiedene Formen der kohlenhydratreduzieren Ernährung auf dem Markt etabliert, von der striktesten Variante – Atkins – bis hin zur sanftestens – LOGI Methode. Grundsätzlich bin ich eher ein Befürworter der sanften Formen, da diese weitaus höhere Chancen haben, dauerhaft, also für immer, eingehalten werden zu können.
Was beziehungsweise welche Form für einen die beste Low Carb Ernährung ist, ist individuell unterschiedlich. Keiner sollte sich aber in irgendwelche Normen oder Diäten pressen lassen, sondern die für sich am besten dauerhaft durchführbare Ernährungsweise finden.
Kohlenhydrate sind vor allem in Folgendem enthalten:
- Brot, Backwaren, Plätzchen etc., alles was Mehl enthält
- Kartoffeln
- Nudeln
- Reis
- Zucker
- Alkohol
Wer eine Ernährungsumstellung auf Low Carb durchführen möchte, sollte die oben genannten Produkte und Inhaltsstoffe weitestgehend vermeiden. Fange deswegen einfach mit der Produktgruppe an, die Dich am wenigsten stört und arbeite Dich schrittweise langsam weiter. Bei der schrittweisen Ernährungsumstellung ist alles erlaubt, was persönlich gefällt. So ist es beispielsweise möglich, sich an jeden Schritt 1 bis 2 Wochen zu gewöhnen und dann den nächsten Schritt vorzunehmen. Lass Dir lieber länger als kürzer Zeit und erwarte nicht gleich Wunder von Dir. Gerade wenn man sich vornimmt, auf etwas zu verzichten, erscheint netterweise ein Heißhunger auf genau dieses, der aber oft auch psychisch begründet ist. Ein Gewöhnungsphase von ca. 2 Wochen hilft, diesen langsam aber sicher zu überwinden.
Für mich persönlich sind die zwei schwierigsten Gruppen Zucker und Alkohol. Zucker, da ich persönlich Süßstoff als Ersatz nicht vertrage (meistens wird mir schlecht davon) und Alkohol, da ich doch hin und wieder gerne das ein oder andere Gläschen trinke. Ohne mir immer mal weider ein Gläschen zu gönnen und komplett ohne Süßes funktioniert mein Leben nur kurzfristig. Irgendwann kommt die Phase und dann schaufle ich alles Mögliche in mich hinein. Das ist nicht Sinn der Sache und deswegen mache ich genau da einen Punkt. Ansonsten gibt es noch zwei Lebensmittel, die mir wirklich fehlen und die ich mir hin und wieder gönne: Brezen und Pizza.
Wer eine Ernährungsumstellung auf Low Carb durchführt, wird mit der Zeit feststellen, dass auf das ein oder andere wirklich problemlos verzichtet werden kann, aber es hingegen schwer ist, auf ein paar andere Lebensmittel zu verzichten. Mein Rat: Sei nicht zu streng mit Dir! An was wirklich Dein Ernährungsherz hängt solltest Du Dir auch hin und wieder gönnen. Manches kann auch etwas abgeschwächt werden, wie z.B. durch den Ersatz von Weißmehlprodukten durch Vollkorn- oder Dinkelprodukten.
Hallo Tanja,
ich selbst habe keine Ernährungsumstellung gemacht, sondern als Partner eine begleited. Meine Freundin hatte sehr stark Neurodermitis und durch eine Low Carb Diät das teilweise wieder hinbekommen. Wir sind fast 2 Jahre von Arzt zu Arzt gelaufen, und wer das selbst noch nicht durchleben mußte, dass ist verdamt frustrierend!
Auf jeden Fall kamen wir zu einem Mediziner, der nicht direkt super teuere Medikamente anpries, die die Krankenkasse natürlich nicht trägt, sondern mit einer Low Carb Diät! Wobei sie für die Zwecke meiner Freundin etwas umgwandelt wurde. Also immer ein Teil weg lassen und wenn es besser ging, etwas anderes weglassen, wenn es dann besser ging, noch was weg lassen. Bei meiner Freundin hat sich dadurch herausgestellt, dass sie speziell auf Nachtschattengewächse reagiert.
So worauf ich hinaus will, ich war selbst nie in einem Low Carb Programm, aber durch die Umstellung meiner Freundin war ich zwangsläufig auch dabei und ich kann auch nur bestätigen, dass so eine Essensumstellung echt was “reinigendes” hat, wenn man mal auf Fleisch z.B. komplett verzichtet. Und auch ich fühle mich seit dem besser!
Auch heute praktizieren meine Freundin und ich wochenweise Low Carb und es geht und gut dabei!
“wirklich problemlos verzichtet werden kann, aber es hingegen schwer ist, auf ein paar andere Lebensmittel zu verzichten. ”
Ist ja immer der Fall … liegt an uns “MiamMiam verwöhnten” …
@Matthias: Freut mich, dass es Deiner Freundin jetzt besser geht. Ich kann das wirklich gut nachvollziehen. Wegen meinen gesundheitlichen Problemen bin ich auch von Arzt zu Arzt gerannt, wurde rauf und runter untersucht und nix kam dabei raus. Bis ich selbst nach vielen Jahren feststellte: es sind die Kohlenhydrate. Jetzt stehe ich noch vor der großen Frage: Und welche davon sind es genau?
@Seba: Ja, wir sind “MiamMiam” verwöhnt
Hallo Tanja,
interessant, mit welchen im Grunde genommen einfachen Mitteln eine solche Verbesserung des allgemeinen Wohlgefühls erreicht werden können
(und im Umkehrschluss was für einen Mist wir von der “Lebens”mittelindustrie vorgesetzt bekommen …)
Wenn Du schreibst, dass Dir Süßungsmittel nicht bekommen: Hast Du schon mal Stevia probiert? Hab damit zwar noch keine Erfahrungen gemacht, aber da es ein rein natürliches Mittel ist, kann ich mir gut vorstellen, dass das bekömmlicher ist
Viele Grüße
@Florian: Stevia ist bei mir gerade im Trocknungsverfahren. D.h. ich habe eine Pflanze, die nun gerade in den Hausgang zum überwintern umgezogen ist und den Großteil ihres Ertrages habe ich verkehrtherum aufgehängt und trocke es. Danach zerbröseln und ausprobieren.
Ist nur auch nicht so das gelbe vom Ei, denn ich brauche Zucker eigentlich nur ganz selten in der Küche. Aber wenn, dann wird demnächst dann mal mein selbst angebautes Stevia zum Einsatz kommen und mal kucken, ob ich das besser vertrage
@ Tanja: Da bin ich ja mal gespannt wie die Ergebnisse dann aussehen
Viele Grüße
Hallo Tanja,
ja, dass ist dann die große Frage! Kerstin bekam dann irgendwie raus, dass es bei die Nachtschattengewächse sind und somit hat sie sie weggelassen. Aber heute kann sie sie schon wieder essen, halt nur in Masen anstatt auf Masse! Aber ich bin froh dass wir das hinbekamen, dass mit den Ärzten, dann wieder ausprobieren, die Neurodermitis wurde wieder schlimmern, dass war echt zermürbend!
Gruß
Matthias
@Florian: Ich werde dann sicherlich auch darüber berichten.
@Matthias: Ich weiß wie zermürbend das ist, schließlich schlage ich mich ja seit vielen Jahren mit ähnlichen Problemen rum. Nun scheine ich aber eine Lösung gefunden zu habe und werde das in nächster Zeit ausprobieren. Wenn es Spruchreif ist, berichte ich sicherlich auch darüber
Bei Low-Carb, oder auch bei jeder anderen Ernährungsumstellung kommt es ja auf die Konstante an. Ich habe stellenweise die Ursache für meine starke Gewichtszunahme gefunden, obwohl ich mich recht gesund ernähre. Genetisch bedingt habe ich einen sehr stark reduzierten Stoffwechsel, was a) von meiner Mutter vererbt wurde aber auch b) daimt zusammenhängt, dass mir als Kleinkind nichts verwährt wurde. Dementsprechend wurde bei mir im Kleindkindalter schon der Grundstein zu lebenslangen Gewichtsproblemen beschert. Damit muss ich leben, kann ich aber auch
. Blöderweise habe ich aber über die letzten Jahre hinweg äußerst ungesundes Abnehmen betrieben, so das mein Körper heute noch auf Sparflamme läuft und alles für schlechte Zeiten einlagert… Seit ein paar Monaten gewöhne ich mich erstmal daran regelmäßig kleine Portionen zu essen, damit, so weit möglich, sich mein Stoffwechsel normalisiert. Das bedingt aber auch, dass ich ziemlich wenig abnehme. Es wird mir wahrscheinlich nie möglich sein, ein absolutes Normalgewicht für einen Mann zu erreichen, sondern eher so 5-10kg Übergewicht. Dies kann ich aber ganz gut mit Krafttraining kompensieren.
Daher ist mein Ziel [dies hate ich mit 21 auch schonmal erreicht], 86-87kg bei 178cm Körpergröße, aber mit entsprechender Muskelmasse. Leider bin ich davon noch gute 25kg und 2500 Sit-Ups am Tag entfernt.
Zum Glück habe ich wenig Probleme mit meinem Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, so dass mir Meinungen und Ansichten von Außenstehenden egal sind. Irgendwann behauptete eine Person mir gegenüber einmal, dass wenn ich abnehmen würde, meine Erfolgsaussichten auf eine Partnerin steigen würden. Danach musste ich herzlich über diese dämliche Ansicht lachen, denn mein Gewicht spielt eher eine untergeordnete Rolle bei der Partnersuche… das sind dann doch eher meine charakterlichen Ansprüche und egal ob dick oder dünn… einen Unterschied habe ich nie festgestellt.
Was ich damit eigentlich zum Ausdruck bringen will, ist, dass man mit sich im reinen sollte und Veränderungen nur für sich selbst und nicht für Außenstehende herbeiführen sollte. Denn die einzige Achtung die zählt, ist die Selbstachtung… hat man diese nicht, nützt Achtung von Außen auch nichts.
@Marcel: Dein Kommentar bewegt mich sehr, denn da steckt viel Wahrheit dahinter, von der es vielen nicht schaden würde, wenn sie sich diese mal ansehen. Das A und O ist wirklich, dass man mit sich selbst zufrieden und glücklich ist. Denn nur so wird der Grundstein gelegt, auch mit anderen – Partner, Freunden – glücklich und zufrieden sein zu können.
Sich selbst anzunehmen, wie man einfach nunmal gerade so ist, mit all seinen kleinen Fehlern und Schwächen, ebenso wie mit all seinen Vorzügen und Stärken, ist wirklich wichtig. Da gilt es auch Toleranz sich gegenüber zu lernen. Alles was einen nicht so wirklich glücklich macht, kann man sich als Ziele zur Veränderung setzen. Das heißt aber nicht, dass man ständig Traumbildern hinterherjagen soll, sondern sich vernünftige und realisitische Ziele zu setzen.
Wie Du auch schon schreibst, das Aussehen sollte nicht die Hauptrolle für die Partnerwahl sein. Sicher möchte man sich gegenseitig auch gefallen, aber die Geschmäcker sind ja auch verschieden, so dass es eigentlich für jeden Topf einen passenden Deckel gibt. Und ob man nun 20 Kilo mehr oder weniger wiegt, wird wirklich nicht ausschlaggend sein für den Partner. Und wenn doch, dann ist das mit Sicherheit nicht der richtige Partner
@Tanja: So ist es… Leider wird über die Medien heute ein Optimalbild vermittelt, was kein normaler Mensch halten kann.
Männer: 1,85m groß, extrem muskulös und definiert, aber nicht aufgepumpt. Über Veranlagungen [da meine ich nicht dick oder dünn] wird nicht gesprochen. Solche Figurtypen sind nur bei athletischer Veranlagung zu erreichen und selbst dann nur wenn sich das Leben ausschließlich um Ernährung, Verzicht und Sport dreht… Diesen Luxus kann sich heute keiner mehr erlauben.
Frauen: 1,75m groß, durchtrainiert und gertenschlank. Die Muskulatur soll aber bitte so weit gedehnt sein, dass sie sich nicht ausprägt. Auch hier wird in keinster Weise über die Veranlagung gesprochen und auch hier gilt: Das Leben dreht sich um Sport, Verzicht und Ernährung. Für etwas anderes ist hier kein Platz.
Dieses Idealbild geistert vielen im Kopf rum und kommt auch immer wieder zum Vorschein, wenn jemand den optimalen Partner beschreiben soll [äußerlich]. Setzt man diesen Menschen aber den vermeintlich optimalten Partner vor, dann passt das nicht.
Ähnlich gestaltet es sich bei den Charakterzügen, die absolute Widersprüche enthalten.
Männer sollen stark, ein wenig machohaft aber doch ganz weich im inneren sein. Sie sollten stark auf ihr Äußeres achten, aber nicht arrogant wirken.
Frauen hingegen, sollen zierlich, ein wenig zickig [aber nicht zu stark] und eifersüchtig [aber nicht krankhaft] sein. Obendrein sollen auch Sie stark auf ihr Äußeres achten, aber auch dabei nicht arrogant wirken.
Diese Bilder, egal ob äußerlich oder charakterlich, lassen sich in den wenigsten Fällen erfüllen und schon gar nicht, wenn beides eintreffen soll, also vom Aussehen und vom Charakter her.
@Marcel: Ja, für mich ist das Optimalbild, egal ob männlich oder weiblich, egal ob körperlich oder charakterlich, eher mit Fiktion als mit Wirklichkeit zu vergleichen.
Eine gesunde Ernährung und Sport haben noch niemanden geschadet. Wir müssen uns wirklich nicht gehen lassen und unserem inneren Schweinehund immer mehr Raum gewähren. Aber deswegen werden wir noch lange nicht zu einem der Extreme, die oft propagiert werden – und vor allem sollten wir das auch nicht wollen
jetzt weiß ich endlich, woher der spruch “in der allergrößten not schmeckt die wurst auch ohne brot” kommt, den ich schon in der kindheit zu meiner devise machte – leider zum unverständnis meiner erziehungsberechtigten, die mich nötigten, doch mehr brot und semmeln zu wurst + käse aufzunehmen…
Ja Limone, bei Low Carb fühlte ich mich auch immer wieder an diesen Spruch erinnert. Vor allem auch beim Essen bei Bekannten und Verwandten, wenn die einem die Brotkorb vor die Nase halten