Das Übergewicht der Menschen nimmt stetig zu. Den Grund hierfür sehen einige in dem übermäßigen Essen von Fetten. Diese kommen in Aufläufen, Wurst, Käse und auch Sahnejoghurts in großen Mengen vor und können vom Körper nicht verarbeitet werden. Um diese Kalorien wieder zu verbrennen, müsste extrem viel Sport getrieben werden. Stattdessen wird jedoch fast jede noch so kurze Strecke mit dem Auto gefahren, anstatt das Fahrrad zu benutzen und Lift fahren dem Treppen steigen vorgezogen. Auch die beruflichen Anforderungen haben sich geändert. So sitzen viele Berufstätige in Büros an ihren Schreibtischen. Der Energiebilanz dieser Menschen ist stark positiv, was die Einlagerung von Fett im Körper nach sich zieht.
Fettarme Ernährung zum Ausgleich der Energiebilanz
Um den Energiehaushalt ins Gleichgewicht zu bringen, sollte die Nahrungsaufnahme fettarm gestaltet werden. Das bedeutet, dass nur noch ein geringer Teil der täglichen Nahrung aus Fetten bestehen soll. Idealerweise sind dies maximal 30%.
Dies ist auch die Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Ernährung. Bereits seit einigen Jahrzehnten vertreten Ernährungswissenschaftler die These, dass die fettreiche Kost für Übergewicht maßgeblich verantwortlich ist. Alternativ sollten die Menschen auf fettarme Ernährung, also auf Obst und Gemüse zurückgreifen, viel Sport treiben und ausreichend trinken. Das soll der Grundstein für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sein.
Fett hat viele Kalorien, doch macht es auch fett?
Der Grund darin mag auch in den Brennwerten der Makronährstoffe liegen. Während Kohlenhydrate und Eiweiß jeweils einen physiologischen Brennwert von 4,1 kcal je 1 Gramm haben, liegt der Brennwert von Fett bei 9,3 kcal je 1 Gramm. Wer sich fettarm ernährt kann ergo am meisten Kalorien einsparen. So die Theorie seit vielen Jahrzehnten.
Nun haben in den letzten Jahrzehnten viele Menschen auf die fettarme Ernährung umgestellt. Light Produkte sind im Trend und je weniger Fett ein Lebensmittel enthält, desto schneller wandert es in den Einkaufskorb. Aber hat uns die fettarme Ernährung auch schlanker gemacht? Unterm Strich: Nein. Stattdessen haben immer mehr Menschen mit Übergewicht zu kämpfen. Woher kommt das? Wir ernähren uns doch schon so schön fettarm. Ist die fettarme Ernährung doch nicht das Gelbe vom Ei, mag sich da manch einer fragen.
Die fettarme Ernährung ist einfach umzusetzen
Ein Vorteil von Diäten, die sich auf die fettarme Ernährung beziehen, ist, dass keine generellen Verbote bestehen. Jeder kann essen, was er möchte, sollte eben nur auf den jeweiligen Fettgehalt achten. Dies ist heute relativ einfach. Auf vielen Nahrungsmitteln, die im Supermarkt eingekauft werden, finden sich Nährwerttabellen, die sowohl den entsprechenden Gehalt an Kohlenhydraten wie auch an Eiweiß und Fett wider geben. So kann sich jeder schnell und einfach einen Überblick über die Inhalte verschaffen.
Generell gilt, dass vor Fertiggerichten und Fast Food ein großer Bogen gemacht werden sollte. Vor allem frittierte Speisen enthalten einen sehr hohen Anteil an Fett. Wer trotzdem auf Pommes nicht verzichten möchte, kann diese auch im Backofen oder der Mikrowelle zubreiten, der Fettgehalt ist hierbei erheblich reduziert und beträgt bei einigen Produkten sogar nur noch 3%.
Auch beim Fleisch und Käse kann die Aufnahme von Fett reduziert werden. Fleisch von Huhn oder Pute weisen nur wenig Fett auf und schmecken trotzdem hervorragend. Auch mageres Rindfleisch oder Kalbfleisch kann verzehrt werden. Im Supermarkt finden sich auch immer mehr fettarme Käse Produkte.
Light ist nicht immer gleich fettarm
Vorsichtig sollte man hingegen mit der Verwendung von Light Produkten sein. Die Marke “Light” ist gesetzlich nicht geschützt. Viele Menschen gehen lediglich davon aus, dass sie sich durch deren Verwendung fettärmer ernähren und damit abnehmen können. Diese Produkte weisen aber zum Beispiel oft nur einen geringeren Zuckergehalt auf. Der Blick auf die Nährwerttabelle ist auf jeden Fall ratsam, bevor ein Light Produkt in den Einkaufskorb wandert.
Gesetzlich definiert ist stattdessen der Begriff “fettreduziert”. Diese Lebensmittel müssen mindestens 40 Prozent weniger Fett aufweisen als vergleichbare andere Lebensmittel. Auch gibt es mittlerweile viel Quark und Joghurt, die mit nur 0,2% Fett punkten. Diese sind eine wirkliche Alternative für das fettarme Ernährung.
Entscheidend ist die Energiebilanz – nicht der Fettgehalt
Entscheidend für dauerhaftes Abnehmen ist jedoch nicht die Verminderung der aufgenommenen Fette, sondern die gesamte Energiebilanz sollte für einen gewissen Zeitraum negativ sein. Daher muss beim Abnehmen auf die Kalorienaufnahme im Ganzen geachtet werden.
Ein Kritikpunkt an der fettarmen Ernährung ist, dass eine Fettreduktion auf weniger als 20% der täglichen Kalorien zu Mangelerscheinungen führen kann. Dies kam zum Beispiel auch bei Naturvölkern vor, wenn die gejagten Tiere nach dem Winter nur wenig Körperfett aufwiesen. Auch ist Fett ein essenzieller Stoff. Fett ist für unseren Körper lebensnotwendig und kann nicht selbst synthetisiert werden, muss also mit der Nahrung aufgenommen werden.
Fettarme Ernährung ./. kohlenhydratarme Ernährung
Im Gegensatz zur fettarmen Ernährung steht die Low Carb Diät, das Abnehmen ohne Kohlenhydrate. Die beiden Ernährungsformen sind vollkommen konträr, wobei die fettarme Theorie bereits seit Jahrzehnten vertreten wird. Die kohlenhydratarme Ernährung dagegen ist erst in den letzten Jahren so richtig in Schwung gekommen. Sieht man sich die Bestseller unter den Diät-Ratgebern an, so sind hier durch die Bank fast nur noch Vertreter der kohlenhydratreduzierten Ernährung zu finden, wie zum Beispiel die Diät von Dr. Detlef Pape, der er vor kurzem sogar das Prädikat Fett-Diät verpasste. Er vertritt die Ansicht: Zu wenig Fett macht fett.
Ob nun fettarme Ernährung oder nicht, das muss letztendlich jeder Mensch für sich selbst entscheiden und ausprobieren. Wer es ernsthaft in Erwägung zieht, seine Ernährung auf fettarm umzustellen, sollte sich einen Überblick über die wichtigsten Vertreter schaffen. Diese sind zum Beispiel die die Weight Watchers oder die Brigitte Diät. Auch Low Fat 30 war lange Zeit gefragt. Wähle denjenigen Ansatz, der Dir am meisten zusagt. Und achte vor allem auf Deine individuellen Bedürfnisse und stellen Dir einen entsprechenden individuellen Ernährungsplan zusammen. Der einzige sinnvolle Diätplan ist der, mit dem Du Dich wohl fühlst.



