GLYX Diät – Niedriger glykämischer Index gegen Übergewicht

Der glykämische Index (kurz: GLYX) ist ein Maßstab für den Kohlenhydrategehalt eines Lebensmittels beziehungsweise dessen Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel. Von Dr. David Jenkins entwickelt, zeigt er auf einer Skala von 1 bis 100 an, wie hoch die Kohlenhydratmenge ist und, falls der Skalenwert über 50 liegt, dass dieses Nahrungsmittel möglichst gemieden werden oder nur sehr selten in kleinen Mengen gegessen werden sollte. So enthält beispielsweise Blattspinat einen Wert von 10, Ravioli von 39, Vollkornbrot von 50, Weißbrot von 74, Pommes und Baguette von 95. Letztere fallen somit eindeutig in die Kategorie der zu meidenden Lebensmittel.

Aber wie genau erklärt sich der Hintergrund des GLYX?
Wenn der Mensch ein kohlenhydrathaltiges Lebensmittel konsumiert, steigt sein Blutzuckerspiegel an. Vom Körper wird als Reaktion darauf Insulin ausgeschüttet, welches den Blutzuckerspiegel schnell wieder bindet, was zu Hungergefühlen führt. Darüber hinaus kapselt Insulin das Nahrungsfett aus den Speisen ab und speichert es in den Fettzellen. Möchte ein Mensch also abnehmen, sollte er bei der GLYX Diät darauf achten, dass der Insulinspiegel niedrig bleibt, indem er die entsprechenden Lebensmittel verzehrt.

Wer die GLYX Diät, die mit der Montignac- und der Logi-Methode verwandt ist, versuchen möchte, kann diese sowohl zur Gewichtsreduzierung als auch zur weiterführenden Dauerernährung nutzen. Nahrungsmittel, die von vorneherein einen hohen GLYX haben, sind selten: hierzu gehören beispielsweise Bananen und Kartoffeln. Oft hängt der Gehalt davon ab, wie wir unsere Speisen zubereiten. Zucker ist mittlerweile in fast jedem Gericht enthalten, ebenso hat ein solches mit Stärke angereichertes Mahl einen hohen GLYX-Wert. Wird dieses dann noch mit viel Fett kombiniert, ist eine schnelle Gewichtszunahme vorprogrammiert.

Die GLYX Diät ist eine gesunde Methode, an Gewicht zu verlieren. Anwender schätzen hierbei vor Allem, dass sie, obwohl sie eine Diät durchführen, noch relativ viel nach Belieben essen können, ohne dass der glykämische Index zu hoch ist. So hat Schokolade mit 70% Kakaogehalt einen GLYX von lediglich 22 und kann somit im Rahmen der Diät verzehrt werden (allerdings sollte dies natürlich nicht im Übermaß geschehen). Ebenso sind viele Nusssorten, zuckerfreie Marmelade und auch Fruchteis nach dem GLYX noch absolut vertretbar.

Kritiker der GLYX Diät sind allerdings der Meinung, dass diese Methode der Gewichtsreduktion nicht sehr alltagstauglich sei. Problematisch ist weiter, dass der glykämische Index sich auf die Auswirkung von 50g im Nahrungsmittel enthaltenen Kohlenhydraten und nicht auf das Nahrungsmittel selbst bezieht. Ein oft genanntes Beispiel hierfür sind Karotten: so müsste man zirka 2 kg von ihnen verzehren, um auf 50g Kohlenhydrate zu kommen. Weiter verändert auch die Zubereitung den Anteil der enthaltenen Kohlenhydrate, so dass z.B. rohe Karotten (GI: 71) mehr Kohlenhydrate enthalten als gekochte Karotten (GI: 47). Im Alltag ist die Umrechnung des glykämischen Index auf die exakt konsumierte Nahrungsmenge eher umständlich und kann bei Rechenfehlern leicht das Ergebnis verfälschen.

Glykämische Last
Neben dem Glykämischen Index gibt es noch die so genannte Glykämische Last (GL). Diese stellt eine Weiterentwicklung des Glykämischen Index dar und bezieht neben dem Glykämischen Index die Menge der enthaltenen Kohlenhydrate einer gesamten Portion ein. Interessant und aussagekräftig wird das vor allem, wenn es auf den gesamten Tag berechnet wird. Nehmen wir als Beispiel mal eine Scheibe Vollkornbrot von 50 g. Egal wie viele Scheiben Vollkornbrot man isst, der Glykämische Index von 50 bleibt immer gleich. Die Glykämische Last dagegen steigt mit jeder Scheibe Vollkornbrot, von einer Scheibe (10) auf drei Scheiben (30) und weiter auf fünf Scheiben (50). Eine Scheibe Vollkornbrot ist an sich gesehen nicht wild für den Insulinspiegel, je mehr davon aber gegessen wird, desto mehr steigt auch der Insulinspiegel an.

Ich persönlich finde die GLYX Tabellen sehr interessant, wenn ich mich mal kurz informieren möchte, wie es mit diesem oder jenem Nahrungsmittel aussieht. Ansonsten bin ich ein Befürworter der LOGI Methode, die einen niedrigen glykämischen Index sowie eine niedrige glykämische Last vereint. Das Grundprinzip der LOGI Methode besteht darin, den Gesamtanteil der Kohlenhydratmenge zu reduzieren und stattdessen Proteine wie Fisch und Fleisch sowie ballaststoffreiches Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte zu verzehren. Die LOGI Methode ist in meinen Augen die sanfteste Methode der kohlenhydratreduzierten Ernährung und aus diesem Grund auch relativ einfach als dauerhafte Ernährungsumstellung durchführbar.

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8 Kommentare:
  1. Nila schrieb am 1. März 2010 um 08:00 Uhr:
    # 1

    Himmel, ist das kompliziert. Ich sage gerade mit Sport den Kilos den Kampf an. Und Verzicht auf Süßigkeiten und Alkohol. :(

  2. Tanja schrieb am 1. März 2010 um 09:46 Uhr:
    # 2

    @Nila: Ja, das mit dem Glykämischen Index und der Glykämischen Last ist nicht wirklich einfach (ich habe auch eine ganze Zeit gebraucht das alles während meiner Ausbildung in mich hineinzubringen).
    Interessant finde ich vor allem die Glyx Tabelle (gibts auch an vielen Stellen im Internet) um einfach mal zu kucken, welche Lebensmittel nicht gar so gut sind und welche man stattdessen nehmen könnte.
    Grundsätzlich liegst Du aber mit Sport und wenig Süßigkeiten und Alkohol (das sind ja auch Kohlenhydrate ohne Ende) ziemlich richtig. Wenn es stagniert, dann kannst Du versuchen abends weitere Kohlenhydratquellen zu reduzieren, wie z.B. Brot, Nudeln, Kartoffeln und stattdessen lieber etwas proteinreicher zu essen. Anstatt dem Wurstbrot also z.B. ein Stückerl Fleisch oder Fisch mit Gemüse oder Salat.
    Verzicht würde ich übrigens nicht zu ausgiebig ausführen, gönn Dir lieber pro Tag ne kleine Süßigkeit und alle paar Tage ein Schluckerl. Sonst rächt sich das irgendwann mit Heißhungerattacken ;-)

  3. Marcel schrieb am 3. März 2010 um 11:52 Uhr:
    # 3

    Ich seh’s wie Nila, Sport und weniger Süßigkeiten [von Süßigkeiten bin ich ohnehin kaum der Freund]. Was bei mir aber leider viel schlimmer ist, dass ich über Jahre hinweg viel zu unregelmäßig und eigentlich total falsch und zuwenig gegessen habe. Das rächt sich heute an meinem Grundumsatz. Diesen wieder in den Griff zu bekommen wird unheimlich viel Arbeit… dennoch habe ich seit meinem letzten Stand knappe 16kg runter… ich nähere mich also dem zweistelligen Bereich *gg*.

  4. Tanja schrieb am 3. März 2010 um 19:49 Uhr:
    # 4

    @Marcel: Oh jeh… der Grundumsatz. Den kannst Du nur richtig durch Sport steigern. 16 Kilo sind aber schon eine Menge, Glückwunsch ;-)

  5. Marcel schrieb am 5. März 2010 um 19:54 Uhr:
    # 5

    Weitere 11kg und dann ist Halbzeit, ich meld mich also in 8 Monaten diesbezüglich wieder *g*.

  6. Tanja schrieb am 6. März 2010 um 07:33 Uhr:
    # 6

    @Marcel: In der Ruhe liegt die Kraft ;-)

  7. Marcel schrieb am 6. März 2010 um 08:49 Uhr:
    # 7

    @Tanja: Natürlich ;) . Ich setz lieber auf Nachhaltigkeit und baue nebenher wieder Muskelmasse auf, ansonsten sehe ich mich in 5 Jahren auf dem OP-Tisch um die Hautlappen wegschneiden zu lassen… das muss ja nun nicht sein.

  8. Tanja schrieb am 6. März 2010 um 19:00 Uhr:
    # 8

    @Marcel: Sich das mit der OP vorzustellen ist echt grausam. Nicht nur die OP selbst, es bleiben ja auch dicke Narben :-( Dann lieber schön langsam, damit auch die Haut mitkommt.

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