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Hormonumstellung wegen Endometriose

Jungs und Mädels, momentan geht mir wegen meiner Hormonumstellung der „Arsch ganz schön auf Grundeis“, wenn ich das so sagen darf. Und da ich ja weiß, dass solch ängstliche Gedanken gar nicht gut sind, werde ich mir das jetzt alles Mal von der Seele schreiben und dadurch Platz schaffen für ganz viele positive Gedanken. Natürlich würde es mich freuen, wenn Ihr mir etwas unterstützende positive Energie dazu schickt ;-)

Ich fange am besten mal ganz vorne an und dazu fällt mir gleich der Artikel von Rio letztens ein. Lieber Rio, das waren meine größten Schmerzen überhaupt“. Sie kamen zwar alle aus einer Situation, dafür durfte ich mich über Jahre jeden Monat damit rumquälen. Ja Jungs, jetzt wird’s frauentechnisch, es geht nämlich um meine Periode und ich hatte eigentlich fast von Anfang an ziemlich heftige Schmerzen, die immer schlimmer wurden.

Nur glaubte mir lange niemand, Eltern, Freunde, Ärzte erklärten mich für „viel zu empfindlich“ und nicht selten kamen Sprüche wie „Reiß Dich mal zusammen, so ein bisschen Periode hat noch kein Mädchen / keine Frau umgebracht“. Irgendwann war ich dann so verunsichert, dass ich mir fast schon dachte ich bilde mir das alles nur ein. Gegen Ende lag ich dann jeden Monat von Freitagmittag bis Sonntagabend in Embryonalstellung in meinem Bett, den Kotzeimer in Reichweite, viele starke Zäpfchen gegen die Schmerzen (von oben blieb leider nix drin, aber die Schmerzmittel halfen leider auch nie wirklich) und konnte die ganze Zeit über nicht einmal einen Schluck Wasser bei mir behalten. Schmerzen und Krämpfe ohne Ende, so dass ich mich ständig übergeben musste, und beim Toilettengang nicht selten mit einem Krampf einfach runter fiel von der Schüssel.

Weil ich ja so ein Jammerlappen bin schleppte mich 1993 mein damaliger Freund an einem solchen Sonntagabend zu einem Grillfest im Roten Kreuz. Aktivität gegen Schmerzen hieß seine damalige Therapie für mich. Der diensthabende Notarzt sah mich und zog mich sofort von sich aus zur Seite, damit ich ihm erzählen konnte was mit mir los wäre (ich war wohl ziemlich „grün“ um die Nase). Er meinte daraufhin sofort, dass das überhaupt nicht „normal“ wäre und er mir einen Termin bei einem wirklich guten Arzt machen würde. Gesagt getan, Arztbesuch, Bauchspiegelung… meine Familie schloss Wetten ab, dass mir nix fehlt … Befund: Endometriose dritten Grades (heute heißt das wohl Stadium 4) mit Verwachsungen im Becken- und Bauchraum. Die Endometrioseherde waren zum Teil bis zu 5 Mark Stück groß.

So bin ich nun seit 1993 auf künstlichen Wechsel gesetzt, d.h. ich schlucke täglich Hormone und habe keine Periode mehr (auch definitiv kein Bedürfnis danach). Eine Operation und Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcke kam für mich nie in Frage. Zum einen verschwindet die Endometriose mit dem Wechsel sowieso wieder, zum anderen muss man bei einer Eierstöcke-Entfernung lebenslang Hormone schlucken. Also lieber nur bis zum Wechsel und abgesehen davon, behalte ich gerne und nehme irgendwann wieder mit, was nicht wirklich raus muß ;-)

Orgametril heißt das Medikament, das ich bis vor ein paar Tagen über viele Jahre nahm. Nun wurde es aber vom Markt genommen, für den Hersteller wohl nicht mehr lukrativ genug. Seit ein paar Tagen nehme ich nun die Minipille Cerazette und anstatt mich zu freuen, dass ich jetzt wohl dauerhaft unter weitaus weniger Nebenwirkungen „leiden“ werde, geht mir „der Arsch auf Grundeis“… ich habe totalen Bammel, dass die Teile nicht richtig wirken und ich meine Periode inklusive allem oben beschriebenen kriegen könnte. Vielleicht vertrage ich sie nicht und kriege immer wieder Blutungen, Schmerzen… *bäh*

Stattdessen sollte ich es aber positiv sehen und benötige dringend den Rauswurf dieser Ängste und den Ersatz derer mit wirklich positiven Gedanken. Weniger Nebenwirkungen, wie z.B. die verminderte Glukosetoleranz, auf die meine Gewichtsprobleme mit Kohlenhydraten zurückzuführen sind. Damit wäre meine Insulinresistenz wohl in ein paar Monaten verschwunden und vielleicht könnte ich dann auch mal wieder eine Pizza hin und wieder essen, ohne gleich 2 Kilo mehr auf der Waage zu sehen mit anschließender 3-4wöchiger Diät um die eine Pizza wieder loszuwerden. Wäre doch klasse, oder?

Und was mache ich… ich sitze hier und spiele „Frau Bammelmeier“… Jetzt werfen wir diese Ängste aber raus aus meinem System. Es wird schon alles gut gehen, was besseres könnte mir gar nicht passieren… Genau wie Bonny jetzt gerade überlegt, ob sie Ihren BH abwracken soll (was ich total witzig finde), werde ich meine Ängste an das kosmische Abwrackinstitut übergeben und mit schönen neuen äußerst positiven Gedanken ersetzen. Helft Ihr mir dabei?

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 Autor: Crazy Girl |
 Themenbereich: Crazy Girls Magic Life
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13 Kommentare:
  1. Bonny schrieb am 13. Juni 2009 um 21:59 Uhr:
    # 1

    Mhh, ich bekomme auch seit ein paar Jahren eine Minipille verschrieben. Mein Arzt meinte, die würde gegen die monatlichen Schmerzen helfen. Ich meine: “ja, so mehr oder weniger”. Ich liege zumindest nicht mehr jeden Monat flach, mir reicht es inzwischen, mit einer Wärmeflasche rumzulaufen und öfter zu baden, wenn es mal wieder so weit ist.
    Wärme und Minipille zusammen lassen das monatliche Drama erträglich werden – ich hoffe, nicht nur bei mir, sondern auch bei dir :-)

  2. Dapema schrieb am 13. Juni 2009 um 23:18 Uhr:
    # 2

    Du hast genau das richtige gemacht… Du hast Dir Deine Ängste von der Seele geschrieben… Ich habe es alles gelesen (auch wenn ich vielleicht nicht alles verstanden habe und männlich bin :) , es liest sich nicht “gut” (medizinisch gemeint) und ich wünsche Dir echt das Du die Probleme in den Griff kriegst… Lass es Dir gut gehen und schreibe (blogge) einfach weiter…

  3. Matthias schrieb am 14. Juni 2009 um 00:12 Uhr:
    # 3

    Dann schick ich Dir mal meinen Ängste-Vertreiber vorbei, der wacht nachts über Deine Träume und vertreibt Deine Ängste und Sorgen.

    Und danach kommt dann noch der Positive-Gedanken-Mann vorbei.

    In der Kombi muss es Dir einfach besser gehen..

  4. Thomas schrieb am 14. Juni 2009 um 01:04 Uhr:
    # 4

    Angst ist nur eine schutzfunktion. Dein Körper will was anderes wie du .. Macht nichts meiner auch immer :-) oder umgedreht?? Ich weiss nicht aber mhmmm schreib einfach weiter und dann erinner dich mal an Freitag und den Punkt wo gelacht wurde. Kopf hoch und durch wir sind da wenn was ist!
    Viele Liebe Grüße aus Berlin und sag dem Kerl Angst ich bin 190cm und hau ihn wenn er dich nicht in Ruhe lässt :-)

  5. Crazy Girl antwortete am 14. Juni 2009 um 06:21 Uhr:
    # 5

    @Bonny: Ziel ist mit meiner neuen Minipille ebenfalls keine Periode mehr zu bekommen. Diese Cerazette hat sogar pro Monat 28 Tabletten und es wird keine Pause gemacht. Wenn es damit nicht funktioniert, müsste ich auf eine andere reine Gestagen Pille wechseln und komplett durchnehmen, also keine Pausen machen. Ich will hoffen, dass es gleich mit dieser klappt ;-) Erträgliche monatliche Dramen wären ja ok, aber ich glaube nicht so wirklich an das “erträglich”, da ich es im Laufe meines Lebens nur in meiner Kindheit, also die ersten 10 – 20 Mal halbwegs erträglich hatte.

    @Dapema: Danke, ich glaube das wird schon irgendwie klappen. Ich hoffe gleich auf diesen ersten Streich, denn ein längeres hin und her probieren mit den verschiedensten Hormonen muss nicht sein und könnte auch wieder schmerzhaft werden ;-)

    @Matthias: Danke, das ist super lieb :-) Hilft auf jeden Fall schon mal, heute Morgen geht es mir schon besser.

    @Thomas: *kicher* gestern Abend habe ich dem “Kerl” ein paar Batida de Coco verpasst und um 23 Uhr ne Pizza bestellt. Jetzt hab ich zwar so einiges mehr auf der Waage, Brand und einen kleinen Kater, aber es geht schon mal um einiges besser heute. Danke :-)

  6. Kaddi schrieb am 14. Juni 2009 um 15:57 Uhr:
    # 6

    Na dann gibts von mir auch Daumendrücker und Respekt-vielleicht hilft ja Deine Offenheit anderen betroffenen Frauen. Kann man da eigentlich OP-technisch noch was machen oder heißt das wirklich, immer Pille nehmen? LG Kaddi

  7. Crazy Girl antwortete am 14. Juni 2009 um 16:00 Uhr:
    # 7

    @Kaddi: Danke :-)
    Sicherlich gibt es Operationen, die wären für mich aber so überhaupt keine Alternative. Es müssten Gebärmutter und Eierstöcke rausoperiert werden und damit müsste man dann bis zum Lebensende Hormone nehmen.
    Da behalte ich doch lieber alles und nehme nur bis zum Wechsel Hormone. Sobald der Wechsel wirklich in Aktion ist, ist die Endometriose Vergangenheit.

  8. Kaddi schrieb am 14. Juni 2009 um 16:04 Uhr:
    # 8

    Nee-total brauch keiner, dachte an so spezielle Verödungsgeschichten-gibts ja jetzt tausende Methoden… hätte ja sein können, dass die moderne Medizin da schon fortgeschrittener ist als zu Anfang Deiner Probleme… LG Kaddi

  9. Crazy Girl antwortete am 14. Juni 2009 um 16:17 Uhr:
    # 9

    Man kann sich zwar die Endometriose größtenteils rausmachen lassen, doch dabei ist am problematischten, dass die oft auch hinter der Gebärmutter sitzt und genau da kommt keiner ran ;-) Also kriegt man nur einen Teil davon raus und es würde auch heißen immer wieder unters Messer. Problematisch ist auch, dass die Endometriose sich gerne in Verwachsungen wandelt, auch die kriegt man nicht ganz raus. Ist also alles eher “suboptimal”.

  10. Nila schrieb am 18. Juni 2009 um 07:38 Uhr:
    # 10

    Mir wurde meine Gebährmutter innen verödet. Ich hatte so wahnsenige Schmerzen und Blutstürze, wo ich danach umkippte. Jetzt ist zumindest um einiges besser.
    Sag mal, hast du künstliche Wechselbeschwerden? Also heiss-kalt…

  11. Crazy Girl antwortete am 18. Juni 2009 um 11:26 Uhr:
    # 11

    @Nila: Da scheint die Verödung auf jeden Fall eine gute Lösung bei Dir gewesen zu sein.
    Erst hatte ich eine 9monate Spritzenkur, da gab es auch die typischen Wechselbeschwerden mit Hitzewallungen. Ziemlich witzig, wenn Du im Winter Dir auf einemal die Klamotten vom Leib reißt und vor dem offenen Fenster steht, weil es so heiß ist ;-)
    Mit den Hormontabletten hatte ich so was aber nicht mehr, dafür einige andere nette Nebenwirkungen wie gestörten Kohlenhydratstoffwechsel (weswegen ich auf Kohlenhydrate stark zunehme), eine äußerst unreine Haut, Neigung zu Kopfschmerzen, Altersflecken auf der Stirn und noch so einiges mitunter auch weniger schönes :-(

  12. Ricarda schrieb am 24. Juni 2009 um 14:29 Uhr:
    # 12

    Oh das klingt ja gar nicht gut.
    Ich leide (oder litt?) unter Migräne und das ist auch wirklich nichts, was man jemandem wünscht. Schmerzen, Schwindel und Übelkeit und dann so einige Schlaue die meinen “Ach das bisschen Kopfschmerzen”.

    Ich erinnere mich damals noch an Gymnasium, wo ein Mädchen, jedesmal wenn sie ihre Periode hatte, auch krankgeschrieben wurde, weil sie dann einfach ohnmächtig wurde. Sie hat auch sehr darunter gelitten. Vielleicht war es bei ihr genau das gleiche.

  13. Crazy Girl antwortete am 24. Juni 2009 um 15:44 Uhr:
    # 13

    Kann gut, sein, dass das bei Deiner Schulfreundin das Gleiche war. Endometriose macht sich ja in vielen verschiedenen Auswirkungen bemerkbar. Viele merken auch fast gar nichts, bis auf dass sie nicht schwanger werden und es erst dann bei Untersuchungen diagnostiziert wird.
    Ich denke Migräne ist fast vergleichbar, obwohl das das noch nie hatte (hab auch keinen Bedarf das auszuprobieren). Wenn man den lieben langen Tag vor lauter Schmerzen nicht weiß wo links und rechts ist, wie ein Häufchen Elend im Eck liegt und ständig “Galle” reiert (weil ja nix mehr drin ist was raus könnte aus dem Magen), ist das alles andere als “ach das bisschen Schmerzen”…

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