Ich bin für eine Überarbeitung des Urheberrechtsgesetzes

Da ich im Laufe meiner aktiven Jahre im Internet, schon unzählbar oft das Opfer von Urheberrechtsverletzungen wurde, bin ich dafür, das Urheberrechtsgesetz entsprechend zu überarbeiten. Und zwar so, dass sich von Heute auf Morgen kein Mensch auf der ganzen Welt mehr trauen würde, irgendwo etwas zu stehlen, was dem Urheberrecht unterliegt. Nur so könnte sicher gestellt werden, dass Verletzungen des Urheberrechts nicht mehr wie Kavaliersdelikte behandelt werden und im Internet Gang und Gebe sind.

Natürlich habe ich auch schon meine Ideen, wie das funktionieren könnte. Es müsste schlicht und ergreifend ein gesetzlich festgelegter hoher Betrag in das Gesetz hinein, der den Geschädigten in jedem Fall zusteht, wenn eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Nur wer den Menschen empfindlich an die Tasche geht, wird auch erreichen, dass kaum einer mehr das Ganze unter dem Blickwinkel „Kavaliersdelikt“ sieht.

Ich könnte mir das so vorstellen, dass zusätzlich zu dem jetzigen Inhalt ein Passus dazu kommt, der dem Geschädigten in jedem Fall einen Betrag von sagen wir mal 100.000 Euro zuspricht. Dieser Betrag darf von keiner Privatinsolvenz, Eidesstattlichen Versicherung oder ähnlichem angreifbar sein, sollte lebenslänglich zu bezahlen bzw. abzuzahlen sein. Das Ganze natürlich weltweit und mit einer derartigen Dringlichkeit versehen, dass jede auch noch so kleine Privatperson ohne großen Aufwand von Kosten und Zeit zu seinem ihm zustehenden Geld kommt.

Urheberrechtsverletzungen sind im Internet Gang und Gebe und ich glaube es gibt auch kaum einen Blogger, dem nicht schon mal irgendwann und irgendwie dreist die Artikel oder sonstiges geklaut wurden. In vielen Fällen sitzen die „Täter“ zudem noch im Ausland und es gibt oft auch kaum Möglichkeiten dem dreisten Diebstahl Herr zu werden. Aktuell wurde z.B. gerade der gesamte Blog vom Andersreisenden geklaut.

Aber nicht nur das, ich habe in den letzten Jahren viel Zeit damit verbracht Contentdiebe aufzuspüren. Weitaus mehr Zeit habe ich aber damit verbracht sicherzustellen, dass der gestohlene Content von deren Seiten verschwindet. Also damit dafür zu sorgen, dass das was rechtlich gesehen meines ist auch meines bleibt. Unzählige Abmahnungen wurden ebenfalls in den letzten Jahren verschickt und hin und wieder blieb ich sogar auf meinen Abmahnkosten sitzen, da das Gegenüber sich auf dem besten Wege in die finanzielle Pleite befand. Außer Spesen nichts gewesen…

Das Gesetz in seiner jetzigen Form lädt Contentdiebe einfach nur ein. Also bin ich dafür es entsprechend zu überarbeiten und würde mir eine Version wünschen, die von Heute auf Morgen jedem Contentdieb so richtig die Tour vermasselt. Das geht halt leider nur über den Geldbeutel. Abgesehen davon wäre es auch fair, dass denen, die den Schaden und den Aufwand haben, auch Entschädigung in entgeltlicher Form zustehen würde. Und zwar so, dass sie das Geld auch wirklich bekommen und nicht erst über aufwendige Gerichtsmühlen jahrelang einklagen müssen, und damit wieder erst mal in finanzielle und zeitliche Vorleistung treten müssen.

Also, ich wünsche mir eine entsprechende Überarbeitung und Anpassung des Urheberrechtsgesetzes – weltweit – welches vor allem auch dafür sorgt, dass wir uns nicht mehr ständig mit Contentdieben rumschlagen müssen. Die Zeit wandelt sich, das Internet hat sich einem großen Wandel unterzogen und die entsprechenden Gesetze müssen natürlich auch mit der Zeit gehen und diesem Wandel folgen.

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 Autor: Crazy Girl |
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  1. [...] fordert in ihrem Artikel “Ich bin für eine Überarbeitung des Urheberrechtsgesetzes“, eine Überarbeitung des aktuellen Urheberrechts. Wenn man den Artikel liest, wird einem [...]

23 Kommentare:
  1. Peter schrieb am 17. März 2010 um 12:49 Uhr:
    # 1

    Starke Tobak was du da verbreitest. Sicherlich finde ich auch Contentdiebe nicht gut nur scheinst du hier mit Kanonen auf Spatzen schießen zu wollen und zweitens scheinst du nur wenig Ahnung über die rechtliche Lage von Forderungen.

    Wer wirklich ganz Blogs, Shops oder wesentliche Teil davon einfach klaut der gehört entsprechend bestraft. Hier müsste auch ein Möglichkeit geben ohne erst ein Gericht zu bemühen um an eine Entschädigung zu kommen.

    Höhe der Entschädigung.

    Auch wenn ich dein Ärger verstehe wirst du von deine geforderten 100 000 Euro Abstand nehmen müssen. Eine mögliche Summe wird sich zwischen 5 000 und maximal 50 000 Euro bewegen. Diese Zahl nenne ich nicht einfach so sondern dies basiert auf deutsche Rechtsprechung.

    Ausnahme von Insolvenzen.

    Auch wenn es dir vielleicht nicht passen wird, du wirst mit so ein Forderungen nie durchkommen.

    Ist der Dieb eine GmbH dann haftet diese nur mit ihren Stammkapital wenn es hart auf hart kommt. Das du mit deine Forderung in ein Insolvenz verfahren erst auf ein hinteren Platz kommt (zuerst kommt FA, Sozialversicherungen, Lieferaten und die Banken) wirst du hier nichts bekommen bei eine Insolvenz.

    Bei Privat Leuten wird bei ein Insolvenz meist nichts vorhanden sein damit du was bekommst. Wenn diese ihre 7 Jahre durch haben bis du ohne ein Cent da.

    @Tanja,

    Sorry das ich dir ein paar Wahrheiten in die Rechtsprechung sagen muss. Dies heißt nicht das ich dich nicht verstehe, nur wirst du mit deine Forderungen nie durchkommen.

    Am besten funktioniert es immer noch wenn die entsprechende Content Diebe öffentlich gebrandmarkt werden. Diese Schaden ist meist schlimmer als wenn du ein paar tausend Euro Entschädigung bekommst.

  2. Crazy Girl antwortete am 17. März 2010 um 12:57 Uhr:
    # 2

    @Peter: Das was ich in meinem Artikel schreibe sind ja nur meine Träume diesbezüglich. Mit der jetzigen Realität haben die leider nix zu tun. Ich hab schon so viel Zeit und Geld in den Sand gesetzt um Contentdiebe zu veranlassen meinen Content von ihren Seiten runterzunehmen und das ärgert mich einfach. Meine Idee die dahinter steckt (wird sowieso nie was) ist einfach nur, dass wenn es richtig viel Geld kostet, die Leute Angst kriegen und deswegen keinen Content mehr klauen ;-)

    Das Urheberrechtsgesetz tut so gar nichts für die Urheber, denn mittlerweile darf man auch nur noch für 100 Euro oder so abmahnen (egal ob privat oder geschäftlich) und das lädt noch mehr Diebe ein, denn kein Anwalt arbeitet für solche Beträge.

    Öffentlich brandmarken kannst Du diese Leute auch nicht, dann hast Du eine Klage am Hals wegen “übler Nachrede”…

  3. jokkel schrieb am 17. März 2010 um 13:23 Uhr:
    # 3

    Recht hast du aber sowas lässt sich leider nicht durchsetzen, auch wird es immer Möglichkeiten geben das ganze anonym zu machen :???:

  4. ralf schrieb am 17. März 2010 um 13:42 Uhr:
    # 4

    Hi,
    ich kann dich ja verstehen … aber wie soll das ganze weltweit umgesetzt werden wenn es schon innerhalb der EU diesbezüglich verschiedene Interessen gibt?

    Wo nichts zu holen ist ist eben leider nichts zu holen … Fakt! Gibt es in D eine Impressumspflicht für gewerbliche Webseiten (und da gehört nunmal jede Site dazu die Gewinn erzielen will, Stichwort: Adsense, Affiliate, Bannerwerbung etc.) ist das ja schon ein Problem das der eine sich dazu berufen fühlt ein Impressum online zu stellen, der andere nicht.

    Anpacken müsste man das vielleicht anders, nämlich so das jeder der Content auf einem Server im Web bereit stellt, auch identifizierbar ist. Solange es aber möglich ist bei den verschiedensten Nic’s eine Top LvL Domain mit Fantasienamen und Fantasie Adresse zu registrieren ist es noch ein langer Weg bis jedes “Opfer” sein ihm zustehendes Recht erhält.

  5. Thorsten schrieb am 17. März 2010 um 19:39 Uhr:
    # 5

    Mensch, jetzt bist Du ja richtig radikal geworden :-)

    Ich vermute allerdings, dass eine Umsetzung Deines Traums ein Alptraum wäre. Es ist zwar in Mode, für das jeweils aktuelle Vergehen eine besonders hohe Strafe zu fordern, aber im Ergebnis würde das Rausgreifen eines einzigen Vergehens aus dem Strafrahmen zu völliger Ungerechtigkeit führen. Aber schmücken wir den Traum doch etwas aus und machen ihn bunt.

    Drei Freundinnen haben einen schlechten Tag: Anja wird das Auto geklaut, Angela im Park verprügelt und Tanja ein Blog-Artikel geklaut. Ein mieser Tag. Anja ist leider schlecht versichert, der Dieb fährt den Wagen zu Schrott, sie hat kein Geld für ein neues Auto und kann jetzt nicht mehr zur Arbeit fahren. Leider ist beim Dieb nicht viel zu holen und so trägt sie den Schaden letztlich selbst und hat dazu den ganzen Ärger. Ein ernstes Problem und kaum Ausgleich. Sie verliert den Job und lebt sparsam von Hartz 4. Als die Versicherung wegen des vom Dieb verursachten Unfalls den Beitrag erhöhen will, lacht sie nur. Sie hat ja kein Auto mehr.

    Bei Angela wird der Täter auch geschnappt. Schon nach knapp 8 Monaten der Prozess. Richter und Staatsanwalt sind gelangweilt. Wieder nur Kleinkram zu verhandeln. Nicht gut für die Karriere. Macht nach 45 Minuten Verhandlung 30 Tagessätze zu 35 Euro Strafe. Der Prügel-Macker war ein Geringverdiener und Geldstrafen außerhalb der Blogosphäre bleiben einkommensabhängig. Aber nicht mal dieses Geld bekommt Angela, sondern nur das Schmerzensgeld von vielleicht 500 Euro für die gebrochene Nase. Die bleibt krum, sie hat ständig Angst im Dunkeln, lernt nur noch Männer aus dem Boxer-Milieu kennen und hadert mit dem Schicksal. Wenig Ausgleich für ihr Unrecht.

    Tanjas Tag wird nicht so schlecht: Der Blog-Artikel wird vom fremden Blog bald gelöscht und Tanja hofiert – die Juristen sind mit Feuereifer bei der Sache. Ein wichtiges Rechtsgut muss verteidigt werden, wegen des Geldes machen die das nicht. Die 100.000 Euro werden in 423 Monatsraten abgestottert. Selbst nach der wegen des hohen Streitwertes horrenden Rechnung des Rechtsanwaltes (Vorsicht: Der möchte in einer Summe bezahlt werden.) bleibt schon nach 24 Monate das erste Geld übrig.

    Tanja schreibt schnell einen neuen Artikel und berichtet von ihrem Tag. Einige Kommentare und Links mehr, aber zwei Freundinnen weniger. Die finden die Gesellschaft unfair und sind neidisch auf Tanjas neuen Sportwagen.

    Dann erscheint auch im Fred-Fies-Blog ein neuer Artikel. Fred hat eine Geschäftsidee…. Natürlich eine fiese. Wenn da z.B. Praktikanten bei großen Firmen mal einige Seiten oder Bilder kopieren könnten, dann könnte man über ein zu gründendes Afiliate-Blogger-Netzwerk ganz schnell auf eine schöne Summe kommen. Er sichert sich kopiermich.de und hat das Web 4.0 erfunden. Endlich muss man nicht mehr so lange auf das Geld warten wie Tanja. Google erfindet rel=”4copy”.

    2010 wird man dann Jahre später als das goldene Zeitalter der Rechtsanwälte bezeichnen. Abmahnungen waren ja noch gar nichts, erst das neue Internet-Gerechtigkeits-Förderungs-Gesetz der Regierung war ein Knüller. Die FDP wüsste gar nicht mehr, wo sie mit den Parteispenden der unglaublich reichen Anwälte hin sollte. Frage am Rande: Zahlen Anwälte eigentlich Mehrwertsteuer? Dann jedenfalls nicht mehr.

    Die Geschichte bekommt natürlich auch einige hässliche Wendungen. Einige Halbstarke sind gar nicht mehr so scharf auf die Handy-Nummer der Frauen. Besser ist das FTP-Passwort. Dann schnell eine Seite auf ihren Blog geladen und schon sieht die Verhandlungsposition einfach toll aus. Das regt die Phantasie an. Wenn es schlecht läuft, hat man wenigstens eine günstige Haushaltshilfe.

    Eine Umsetzung Deines Traums würde die Welt verändern. Aber ich wache lieber auf, mir gefiele die neue nicht besser als die alte Welt.

  6. Marcel schrieb am 17. März 2010 um 21:42 Uhr:
    # 6

    Ich kann das alles vollkommen verstehen, wer auch nicht? Es ist ärgerlich, kostenintensiv und kann einen zur weißglut treiben, jedoch sehe ich bei den Wunschforderungen Parallelen zur Musikindustrie, wo es bei Urheberrechtsverletzungen mehr darum geht, den anderen in den finanziellen Ruin zu treiben, denn egal wie drakonisch die Strafen aussehen würden, ändern würde es an der Sachlage garnichts, außer dass die Contentdiebe in Zukunft in China agieren werden. Im Zuge solcher Urheberrechtsüberarbeitungen muss also ein System her, dass den Schaden beziffert… Von Pauschalzahlen halte ich persönlich recht wenig.

  7. Andersreisender schrieb am 17. März 2010 um 21:48 Uhr:
    # 7

    Ich kann Deine Wut gut verstehen – musste ich mich ja auch erst kürzlich mit solchen mühseligen Dingen beschäftigen. Aber ich fürchte, es wird bei “Träumen” bleiben. Vor allem wenn’s aus der EU hinaus geht, wirds ernsthaft mühsam. Aber auch innerhalb der EU musste ich mich bereits mit dem Problem Content-Klau beschäftigen.

    Ich denke, dass bei einigen das Problem besteht, dass sie kein Unrechtsbewusstsein haben. Viele sind der Meinung, man darf sich an Texten, Bildern und anderen Materialien im Internet frei bedienen. Vor allem, wenn es Privatpersonen sind. Wer mit offenen Augen durch die Blogs surft, findet so manches Material, das doch urheberrechtlich gesehen sehr “heiß” ist. Und diese Blogger verwenden das Material bestimmt nicht böswillig.

    Klar ist es mühsam, für jedes verwendete Foto den Rechteinhaber zu fragen, aber so ist’s nun mal. Aber wer möchte nicht gefragt werden, wenn eigene Bilder verwendet werden sollen?

    Und dann muss ich hier auch gleich noch ein Geständnis machen: In meinen Blog-Anfangszeiten habe ich auch mal ein Bild voreilig verwendet, das von jemand anders war. Ich habe eine nette aber bestimmte Mail vom Rechte-Eigentümer erhalten. Habs dann schnell wieder gelöscht. Es ist mir bis heute peinlich. :-(

  8. Crazy Girl antwortete am 18. März 2010 um 07:02 Uhr:
    # 8

    @jokkel: Ja klar, aber man darf ja mal träumen ;-)

    @ralf: Mir ist schon klar, dass so was in der Art eigentlich nie umgesetzt werden kann, wäre aber klasse wenn es geht. Dann würden wohl kaum mehr so viele auf die Idee kommen einfach die gesamten Internetauftritte von anderen Leuten zu klauen…

    @Thorsten: Dir ist scheinbar noch nicht viel geklaut worden, sonst würde Dir das auch gut gefallen. Kuck Dir mal den Fall vom Andersreisenden an, von einer Sekunde auf die andere ist sein kompletter Blog in China gespiegelt worden. Und nun kann er Aktionen ohne Ende durchziehen, damit ihm das nicht zum Verhängnis wird.

    Mir geht es nicht in erster Linie darum, dass wir viel Geld bekommen, von mir aus wandern diese Leute auch für ein paar Jahre in den Knast. Es geht schlicht und ergreifend darum, dass Urheberrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind und die Gesetze darum das Ganze immer mehr erleichtern als erschweren. Nur wenn es empfindliche Strafen gibt, werden die meisten Leute von diesem “Kavaliersdelikt” die Finger davon lassen. ;-)

    @Marcel: Ja, das ganze ist definitiv auch mit der Musikindustrie zu vergleichen. Egal ob jetzt “viel Geld” oder “viel Zeit im Knast”, ich denke das Ganze lässt sich nur ändern, wenn den Leuten ne hohe Strafe droht und nicht nur eine Kleinigkeit, die in den meisten Fällen aus der Portokasse gezahlt werden kann ;-)

    @Andersreisender: Ja, es wird wohl immer ein Traum bleiben und wie auch immer, ich finde einfach, dass an der Gesetzeslage grundsätzlich und auch weltweit was verändert werden müsse. Woher kommt es denn, dass so viele Menschen alles was im Internet steht als frei verwertbares Gut ansehen? ;-)

  9. Piet schrieb am 18. März 2010 um 08:39 Uhr:
    # 9

    Naja, eine weltweite Überarbeitung der Urheberrechtsgesetze wird vermutlich ein schöner Traum bleiben. Das Internet ist ohne strenge Eltern aufgewachsen, jetzt ist es fast erwachsen und alles ist erschreckt weil es kriminell wird. Dabei wurde die Umsonst & Gratis Mentalität weltweit über Jahre gefördert.

    Ich selbst hoffe auch darauf dass irgendwann etwas passiert dass uns Blogger besser schützt, ich habe mich ja auch schon mehrfach über entführte Texte geärgert. Darauf zu warten bis die Gesetzgeber überall reagiert haben wird sich nicht lohnen, bis es soweit ist dürfen wir alle die Radieschen von unten betrachten. Was wir jetzt schon tun könnten wären Dinge um den Kopierschutz zu erhöhen. Das WWW hat uns viele tolle Dinge präsentiert, ein tolles Beispiel ist beispielsweise Ajax, dass für mich die Usability von Webseiten enorm erhöht. Da muss es doch auch möglich sein neue Techniken für den Kopierschutz zu entwickeln.

    LG Piet

  10. Marcel schrieb am 18. März 2010 um 08:42 Uhr:
    # 10

    @Tanja: Wichtiger wäre in meinen Augen das Urheberrecht dahin zu überarbeiten, dass zwar der Rechteinhaber besser geschützt wird, dieser aber das System nicht missbrauchen kann. Mit einem Traum von 100.000 Euro, die du als Summe genannt hast, wird das System mit ziemlicher Sicherheit missbraucht werden. Abmahnanwälte feiern heute schon Hochkonjunktur, deren Existenz sich stellenweise nur darauf begründet andere Menschen in den Ruin zu treiben.

    Wenn man den Gerichtsweg eliminiert, wie es auch die Musikindustrie oder Filmindustrie im Bereich der Auskunftsansprüche gefordert hat [real ist das Zuge der verfassungswidrigen Vorratsdatenspeicherung pasiert], dann haben wir ganz schnell eine gewisse Anarchie im Bereich des Urheberrechts. Empfindliche Strafen sind okay, sofern diese wirklich in Relation zu dem entstandenem Schaden stehen. Privatleuten mit sechsstelligen Summen zu drohen führt zu garnichts, denn ein neues Unrechtsbewusstsein wird dadurch nicht geschaffen. Es führt nur dazu, dass die professionellen weiterhin Mittel und Wege finden nahezu unantastbar zu bleiben und übrig bleiben die, die es nicht besser wissen, wo meist eine freundliche Mail ausreichen würde.

    Ich kann dir mit 100%iger Sicherheit garantieren, dass dieses System am Ende die falschen treffen würde.

    Um Bei dem Beispiel mit der Musikindustrie zu bleiben:
    Ein Privatmensch lädt illegal 100 Songs aus dem Netz, wird erwischt und auf eine utopische Summe, die sich auf potentiellen Umsatzausfall durch Weitergabe des Songs stützt. Real hat er gerade mal einen Schaden von 150 Euro verursacht [ausgegangen davon, dass ein Song 1,50 Euro kostet], dieser wird aber nun auf etliche Tausend Euro verklagt, aufgrund potentieller Umsatzeinbußen. Dieser Ansatz ist falsch, zumindest in meinen Augen. Der entstandene Schaden lässt sich recht leicht beziffern und die Aktion sollte natürlich bestraft werden, meinetwegen auch mit der Formel Schaden multipliziert mit fünf = Strafe. damit wird der kleine Mann bestraft, es tut ihm weh [750 Euro tun den meisten ziemlich weh], aber er wird nicht in den Ruin getrieben. Auf der anderen Seite steht ein professionelles Unternehmen, welches Songs in Massen weiterverkauft. Hier entsteht natürlich ein weitaus größerer Schaden. Im Gegensatz zum Privatmann, kommt man eine kriminelle Vereinigung sehr viel schlechter heran, da sind jahrelange Ermittlungsarbeiten nötig.

    Nun darf man sich selbst die Frage stellen, wer es mehr verdient hat in den finanziellen Ruin getrieben zu werden? Der kleine Privatmann, der es u.U. sogar nicht besser weiß oder die kriminelle Vereinigung, die gezielt diese Verletzungen begeht? Ich bin für letzteres.

    Dein Traum schmeißt aber global alle in einen Topf, was ich nicht richtig finde. Außerdem müssten wir dann das gesamte Strafrecht überarbeiten, da ich meine das Gewaltstraftäter, z.B. Vergewaltiger oder Kinderschänder, eine schlimmere Straftat begehen als Urheberrechtsverletzer.

    “Wenn ein Urheberrechtsverletzer also 100.000 Euro Strafe zahlen muss, dann bin ich dafür die Todesstrafe wieder einzuführen und Vergewaltiger gleich zu erschießen, natürlich auch ohne lästige Gerichtsverfahren dazwischen zu haben.”

    Ich bitte darum den Text in Anführungszeichen nicht ganz so ernst zu nehmen, denn dein Anliegen verstehe ich durchaus, nur die Umsetzung, bzw. dein Traum, halte ich für a) unrealistisch und b) für maßlos übertrieben.

  11. Peter schrieb am 18. März 2010 um 09:49 Uhr:
    # 12

    Am einfachsten an seinen Recht zu kommen und dies auch Beweisfähig zu machen, wäre wenn es eine Möglichkeiten geben würde eine Art Zeitstempel bei jeden hoch geladene Artikel/Bild einbauen zu können. Diese müsste natürlich nicht manipulierbar sein und würde zumindest es erleichtern den wahren Rechteinhaber bestimmen zu können.

    Hohe Abmahn gebühren lehne ich ab, weil letzten endlich nur als seriöse Betreiber hiervon nur wenig bekommen wirst.

    Was glaubst du den was ein Rechtsanwalt als Anteil bei eine Streitsumme von 100 000 Euro bekommen würde? Mindestens 20% wie am Beispiel der USA mit deren hohe Zahlungen.

    Auch würde es so sein das viele unschuldige wohl schnell eine Abmahnung von vielleicht mehrere tausend Euro bekommen werden, nur weil vielleicht doch mal eine Satz mit ein andere Artikel übereinstimmt.

    Ich möchte dich Tanja nicht hören wenn ein Anwalt dir ein Abmahnung schickt und von dir vielleicht 3000 Euro fordert nur weil in ein Artikel von dir ein nahezu gleichen Satz erscheint wie bei sein Mandanten

    Nicht vergessen du forderst selber das diese Abmahnung auch ohne Gerichte möglich sind und ich möchte dich nicht sehen wenn dann ein Gerichtsvollzieher vor deine Tür kommt und dein Benz als Pfand in Beschlag nimmt.

    So ähnlich könnte es aber passieren wenn deine Forderungen wahr werden. Sicherlich du könntest vor Gericht dagegen klagen und vielleicht bekommst du dann auch nach ein paar Jahren Recht.

    Nur was nützt es dir wenn deine Existenz weg ist du vielleicht noch Hartz 4 beziehen muss und in eine Sozialwohnung in Hasen Bergl “Rabbit Mountian” wohnst?

  12. ralf schrieb am 18. März 2010 um 12:48 Uhr:
    # 13

    @ Thorsten
    Bei einigen Passagen deines Kommentars musste ich schon schmunzeln. Aber im grossen und ganzen gebe ich dir Recht das man als “Opfer” den Glauben an die deutsche Justiz verlieren kann.

    @ Tanja
    Ich stimme dir im Prinzip schon zu. Das mit dem Contentklau hatten wir ja früher schon. Ich kann mich erinnern als ein mir bekannter Webmaster mit viel Mühen mehrere hunderte von Links auf meist Amerikanische Webseiten auf seiner Homepage zusammengtragen hatte und andere haben diese Seiten komplett übernommen und auf ihrer eigenen Homepage veröffentlicht. Also neu ist das ganze nicht.

    @ Andersreisender
    Sicherlich verwenden manche Blogger das geschütze Material unwissentlich, aber auch Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das aber durchzusetzen ist ja teilweise ein langer und beschwerlicher Weg.

    @ Piet
    Da sagst du was mit dem Beispiel der strengen Eltern. Aber heutzutage frage ich mich wem das Internet eigentlich gehört? Besitzansprüche gibt es doch genug von verschiedenen Seiten. Wo aber hört mein Recht als Urheber auf? An der Landesgrenze? Da muss man anfangen finde ich.

    @ Marcel
    Ein Song heruntergeladen macht einen Schaden von 90 cent, sicherlich richtig. Aber hunderttausendfach verbreitet macht derselbe Song allerdings einen Schaden von ein paar mehr Euro aus.

    @ Peter
    Bei Bildern war vor X-jahren einmal das Photoshop Modul digimarc im Gespräch und man bekam anfangs sogar eine Free Licens von denen dafür um seine Bilder zu kennzeichnen. Aber soweit ich informiert bin soll man diese Informationen auch wieder aushebeln können.

    Streitwert hin oder her, aber da liegt das Problem. Ein hoher Streitwert wird einen mit Vorsatz handelnden Dieb nicht abschrecken, zumal dieser irdendwo auf der Welt seinen Sitz hat wo er fast “unantastbar” ist. Hierzulande läuft man Gefahr ebenfalls auf seinen Kosten sitzen zu bleiben wenn beim Dieb nichts zu holen ist. Werden die Streitsätze herabgesetzt will ich nicht wissen wieviele dann sagen das sie die Strafe aus der Portokasse zahlen also kann man rihig weiterklauen. Und wann ist es dann für einen Anwalt nicht mehr lohnenswert die Interessen seiner Mandanten zu vertreten wenn es für ihn nichts mehr zu verdienen gibt?

    Fazit:
    Alles in Allem eine ziemlich verzwickte Situation :-(

  13. Crazy Girl antwortete am 18. März 2010 um 12:50 Uhr:
    # 14

    @Piet: Klar bleibt das ein Traum, den Gesetzgeber scheren unsere Sorgen eher weniger :-(

    @Marcel: Von Abmahnanwälten halte ich überhaupt nichts. Bei einer Abmahnung ist es grundsätzlich so, dass nur der Anwalt profitiert. Der Abmahnende, also der Geschädigte hat finanziell gar nix davon, außer dass er sein Recht erhält. Wenn er Geld haben will, dann muss er schon auf Schadensersatz klagen.
    Ich glaube nicht wirklich dass es die falschen trifft, denn grundsätzlich ist es so, dass “nicht wissen” vor Strafe nicht schützt. Ich kann ja auch nicht einfach einen um die Ecke bringen und dann sagen “hab ich nicht gewußt, dass das nicht erlaubt ist” ;-)

    Klar ist mein Traum maßlos übertrieben und auch unrealistisch, aber so ist das oft mit Träumen. Frag nicht wie viel Zeit und Geld ich schon investiert habe, damit mein geklauter Content von den Diebesseiten verschwindet. Wenn Du das mal über Jahre genauso erlebst, dann wirst Du es sicher ein bißchen verstehen.
    Das Problem ist einfach nur dass das Urheberrecht wie “Bagatellen” behandelt wird, sonst nix. Ist ja nur ein “Kavaliersdelikt”. Genau das stört mich ;-)

    @Peter: So einfach ist das nicht wie Du meinst. Wegen ein oder zwei Sätzen kann man niemanden auf die Pelle rücken. Das muss schon erheblich mehr sein. Und wenn Du jemanden abmahnst, dann erhältst Du finanziell gar nix, nur Dein Recht und der Anwalt das Geld ;-)

    Wußtest Du eigentlich, dass mittlerweile eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzungen nicht mehr als 100 Euro kosten darf, egal was der Empfänger getan hat und wer es ist? Für dieses Geld arbeitet kein Anwalt mehr und Du kannst kucken was Du heutzutage tust.

  14. Crazy Girl antwortete am 18. März 2010 um 12:55 Uhr:
    # 15

    @ralf: oh, da haben wir uns überschnitten, sorry. Ja, Du hast Recht, es ist verzwickt und ändern können wir leider sowieso nix dran, weil es außer, wenn es uns mal betrifft, sowieso keinen interessiert :-(

  15. Marcel schrieb am 18. März 2010 um 13:26 Uhr:
    # 16

    @Ralf: Mit dem Song hast du natürlich vollkommen recht. Nur wird derzeit bei zivilrechtlichen Schadenersatzklagen davon ausgegangen, dass der Song von einem selbst mehrfach verbreitet wurde, wenn man ihn runtergeladen hat, was aber in den wenigsten Fällen stimmt. Es wird also von einem hypthetischen Streitwert ausgegangen, der in keinster Weise belegbar ist.

    @Tanja: Ich glaub wir haben uns da etwas missverstanden… Am härtesten trifft es am Ende wirklich die Falschen, nämlich die, die es nicht besser wissen, aufgrund von uninformiertheit. Bei Gewaltstraftaten herrscht entsprechende Aufklärung, weshalb jeder wissen sollte [und davon kann man ausgehen], dass es eben eine Straftat ist, jemandem ein Messer in die Rippen zu stoßen. Das Urheberrecht hingegen ist derart verworren, dass man schlussendlich nicht davon ausgehen kann, dass derjenige, der kopiert auch genau weiß, wann er eine Straftat begeht und wann nicht. Das fängt schon beim Recht der Privatkopie an, dass extreme Lücken hat und von den wenigsten richtig verstanden wird. so einfach wie beim Fall “Aufs Maul!” ist es leider nicht. Hier könnte man also zuerst ansetzen und die Bevölkerung wirklich aufklären und im gleichen Zuge das ganze Urheberrechtskonstrukt ersteinmal entwirren um es dann strukturiert und verständlich wieder zusammenzusetzen.

    Ein kleines Beispiel:
    Grundsätzlich hat der Privatmann das Recht von seinen Medien eine Kopie anzufertigen, diese sogar weiterzugeben und der unbegrenzte Besitz des Originals ist noch nichtmal nötig. Das Original muss sich nur zum Zeitpunkt der des Kopierens im eigenen Besitz befinden. Das hat den Hintergrund, dass damit auch ermöglicht werden soll, historische Texte aus Archiven zu Studienzwecken zu kopieren.
    Dann kam der Passus dazu, dass ein Medium, welches einen wirkungsvollen Kopierschutz besitzt, nicht kopiert werden darf. Man müsste aber “wirkungsvoller Kopierschutz” definieren, denn ein Kopierschutz ist nur dann wirkungsvoll, wenn er das Kopieren verhindert, was diesen Passus wieder Ad Absurdum führt. Im multimedialen Zeitalter wurde aber bisher nie das Urheberrecht dahingehend angepasst, dass auch wirklich das im Gesetzestext steht, was bezweckt werden soll. es ist nämlich ganz sicher nicht im Sinne des Urhebers, dessen Werk privat kopiert wird, wenn man das zu kopierende Medium nur für 30 Minuten [die Zeit der Kopie] besitzen muss.

    Es sind einfach unzählige Schlupflöcher und Grauzonen vorhanden, die es dem “kleinen Mann” nahezu unmöglich machen, wirklich zu sehen, was er darf und was nicht.

    Und du hast vollkommen recht, dass ich echt nicht wissen will, wieviel Zeit und Geld du in das Schützen deines geistigen Eigentums investiert hast, denn ich bin mir sicher, dass es verdammt viel ist ;) . Ich gebe dir auch vollkommen recht, dass Urheberrechtsverletzungen nicht als Bagatellen behandelt werden sollten, aber die Verhältnismäßigkeit muss trotzdem gewahrt bleiben.

    Urheberrechtsverletzungen habe ich aber auch schon am eigenen Leibe, vor allem in der schulzeit erfahren dürfen, von daher kenn ich den Ärger, auch wenn mir als Schüler, aufgrund mangelnder finanzieller Mittel, die Hände gebunden waren.

  16. Thorsten schrieb am 18. März 2010 um 18:45 Uhr:
    # 17

    @ralf: Danke, Du hast mich verstanden. Das sollte eine Parodie sein und war mit Ausnahme des ersten Absatzes auch spaßig gemeint.

    @Tanja: Doch, leider wird auch bei uns geklaut. In der Regel die Bilder, manchmal auch gleich die Texte dazu. Ich ärgere mich dann furchtbar, weil andere das nutzen, was ich mit viel Aufwand erstellt habe. Meine Frau sieht das gelassener (wie vieles). Das Thema ist letztlich, wie mit Hilfe von Gesetzen und Strafandrohungen unerwünschtes Verhalten verhindert werden kann. Dein Vorschlag lautet, die Strafe für ein Vergehen extrem zu erhöhen, indem ein Schadenersatz weit über dem tatsächlichen Schaden eingeräumt wird. Letztlich also das Prinzip “maximale Strafandrohung verhindert das ungesetzliche Verhalten”.

    Auf der anderen Seite wollen wir vermutlich alle (zumindest ich) in einem Rechtsstaat leben, in dem es möglichst fair zugeht. Hierzu gehört für mich, dass nicht zur ungesetzliches Verhalten gegenüber einer Gruppe verhindert wird, sondern dieses grundsätzlich ein Ziel ist. Unter diesen Umständen muss man meiner Meinung nach das ungesetzliche Verhalten in der Schwere der Schuld und seinen Auswirkungen bewerten und dann eine angemessene Strafe festlegen. Hier muss das Verhältnis gewahrt bleiben, sonst entsteht Ungerechtigkeit. In meiner Parodie wollte ich aufzeigen, welche Ungerechtigkeiten meiner Meinung nach entstünden, wenn man ein Vergehen in dieser extremen Form bestrafen würde, andere aber so belassen würde.

    Nun könnte man natürlich noch diskutieren, ob man dann alle Strafen erhöht, um das Verhältnis wieder zu wahren. Aber wenn auf Urheberrechtsverletzung schon der wirtschaftliche Ruin stünde, ist nach oben nicht mehr viel nachzulegen – außer in China, denn dort gibt es gleich für mehr als ein Dutzend Vergehen die Todesstrafe.

    Mein Eindruck ist, dass wir nicht so sehr eine Gesetzeslücke als vielmehr ein Durchsetzungsproblem jenseits der Landesgrenzen haben. Innerhalb Deutschlands sind die Sanktionen meiner Meinung nach schon ausreichend. Nach einer Abmahnung wird der Rechteverletzer dies nicht wiederholen. Ansonsten greift die strafbewehrte Unterlassungserklärung.

    International kann man als kleiner Webseitenbetreiber derzeit kaum etwas durchsetzen. Da sich die Länder niemals alle einigen werden, müsste die Lösung also national errreicht werden. Denkbar wäre z.B. ein Rausfiltern kopierter Domänen innerhalb Deutschlands. Für einen anderen Zweck hat man dies ja gerade über die Provider versucht. Einen Schadenersatz würdest Du dann zwar weiterhin nicht erhalten, aber die geklauten Inhalte wären in Deutschland nicht zu verwenden. Nachteil dieser Lösung ist allerdings, dass wir dann in Deutschland eine Internet-Kontroll-Behörde hätten. Im Kampf gegen Kinderpornos hat man das nicht durchsetzen können. Also glaube ich, dass es im Kampf gegen geklaute Inhalte erst recht nicht möglich sein wird. Letztlich wäre dies aber ein Weg, Dein Ziel zu erreichen, ohne unsere Rechtsordnung komplett durcheinander zu bringen.

    Ansonsten möchte ich mich noch entschuldigen, falls Du meine Geschichte in den falschen Hals bekommen haben solltest. Ich bin davon ausgegangen, dass Du Deine extreme Forderung in einem Gesamtzusammenhang nicht wörtlich und ernst meinen würdest. Deshalb hatte ich in dieser Form geantwortet. Dass ich es aber witzig meinte und beim Schreiben der kleinen Geschichte schmunzelnd vor dem Rechner saß, konntest Du natürlich nicht sehen. Du hast aber Recht, auch Webseitenbetreiber sind Opfer verbotener Handlungen und ich möchte mich darüber auch nicht lustig machen.

  17. Tobias schrieb am 19. März 2010 um 08:59 Uhr:
    # 18

    Klar es ist wichtig, dass jedes Bild welches einem gehört sein Urheberrechtsschutz behält.
    Vor allem, wenn es wie bei Andersreisen die komplette Domain gespiegelt wurde, wird es gefährlich. Doch ich glaube die Ursache bei der ganzen Sache sind auch erstmal schwache Passwörter oder Sicherheitslücken. Sprich: Man sollte erstmal die Passwörter sicherer machen. Das ist auf jeden Fall jetzt sinnvoll.

    Wenn es um kleinere Fälle geht (ein einzelner Artikel 1:1 kopiert), würde ich das mal noch im Rahmen sehen. Es ist zwar ärgerlich, aber an und für sich noch ok.
    Auf jeden Fall sollte erstmal der Verursacher angeschrieben werden und es außergerichtlich versucht werden.

    Aber zu den 100.000 Euro: Klar dieser Betrag würde auf jeden Fall Leute abschrecken. Aber ob das auch sinnvoll ist.
    Ich finde ein Betrag angepasst an die Einkommenssituation wäre angepasster. Bei Geringverdienern vielleicht das 3-fache des Monatseinkommens und bei Großverdiener eben das 10-fache des Monatseinkommens.

    Alternativ gefällt mir auch die Vorstellung: Statt Geld, einfach mal 2 Monate Knast bzw. bis zu 2 Jahre Knast. Dann ist die Abschreckung vielleicht noch größer. Wenn einer Geld zahlen muss, kann er es ja immer wieder machen.

    Grüße aus Calw,
    Tobi

  18. Crazy Girl antwortete am 19. März 2010 um 18:06 Uhr:
    # 19

    @Marcel: Kann schon sein, dass wir uns missverstehen. Im Falle von Musik mag es vielleicht auch verworren sein, aber wenn es um Texte und Bilder geht, ist es eindeutig klar. Wer hier meint “Uninformiertheit” vorschützen zu müssen, ist schlicht und ergreifend selbst schuld. Da kenne ich kein Pardon. Und schon gleich gar nicht, wenn meine Konkurrenz im Shop meint mir seitenweise meine Texte klauen zu müssen. Wer einen Internetauftritt – und auch noch gewerblich – betreibt, hat dafür zu sorgen, dass er informiert ist. Und da ich mittlerweile nicht mehr abmahnen kann, gibt’s halt einfach eine Strafanzeige. Vielleicht werde ich so die lästige Klauerei dann endlich mal los.

    @Thorsten: Die Problematik innerdeutschlands ist leider, dass wir nicht mehr abmahnen können. Außer Du findest einen Anwalt, der das für eine Kostennote von 100 Euro macht und von Dir nichts mehr dafür verlangt. So bleibt uns mittlerweile, nach dieser Gesetzesänderung nur noch die Strafanzeige, denn eine Urheberrechtsverletzung ist halt auch eine Straftat.

    Bei Dir sind es vielleicht noch Texte und Bilder, die Du selbst gemacht hast. Ich habe meine Texte teuer vom Anwalt erstellen lassen, weil unser Bereich so abmahngefährdet ist. Und da sehe ich definitiv nicht ein, dass sie als “kostenloses Kopiergut” für die gesamte Konkurrenz dienen. Da werd ich ehrlich gesagt relativ schnell zur “rasenden Wildsau” ;-)

    Ich saß schon auch schmunzelnd vor dem Rechner, denn meine “Werte” die ich genannt habe, sind nicht wirklich ernst gemeint. Es ging einfach nur darum auszudrücken, dass wenn die Strafe hoch genug ist, auch die Täter die Finger von Ihren Rechtsverletzungen lassen, zumindest in den meisten Fällen.

    @Tobias: Bei mir persönlich kommt es immer drauf an, was und wer kopiert. Manche schreibe ich einfach nur an und bitte höflich, unter Nennung der entsprechenden Gesetze, um Entfernung. Anderen schickte ich eine Abmahnung. Da das mittlerweile nicht mehr geht, erhält diese Fraktion in Zukunft eine Strafanzeige. Da bin ich mittlerweile gnadenlos. Als ich das erste Mal vor ein paar Jahren meine gewerblichen Auftritte auf Double Content überprüfte, musste ich feststellen, dass wirklich jede einzelne Seite von mir mehrfach im Netz existierte… und das natürlich ausnahmslos bei der entsprechenden Konkurrenz.

    Knast ist natürlich auch eine nette Vorstellung und der kann den entsprechenden, gegen die man eine Strafanzeige stellt, in unseren Landen auch drohen. Dass wirklich schon mal jemand hinter Gittern gewandert ist, glaube ich persönlich zwar nicht, aber in §106UrHG steht …wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft….

  19. Thorsten schrieb am 19. März 2010 um 18:23 Uhr:
    # 20

    Die 100-Euro-Kostengrenze gilt nur für Abmahnungen gegen Privatpersonen und auch nur bei einfachen Fällen. Wer aus Deinem Shop kopiert und das in einem eigenen Shop verwendet, handelt aber als Gewerbetreibender und kann natürlich weiterhin abgemahnt werden – mit den üblichen Kosten.

    Schau mal die Textstelle “außerhalb des geschäftlichen Verkehrs” in ‘http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__97a.html’

    Die sympathische Wildsau kann also ungehindert weiterhin alle Fieslinge platt machen.

  20. Marcel schrieb am 19. März 2010 um 18:26 Uhr:
    # 21

    @Tanja: Ich bin einfach mal davon ausgegangen, dass es mit Texten und Bildern ähnlich verworren ist, wie mit dem Kopieren von Datenträgern ;) . Wenn dem nicht so ist, dann bitte ich um Entschuldigung. Was das gewerbliche Kopieren, egal welches Medium, angeht, meine ich doch, dass ich zum Ausdruck gebracht habe mit dir überein zu stimmen, denn da sollte es wirklich weh tun.

    Ob sich die Misere durch Strafanzeigen bessert, wage ich einfach mal zu bezweifeln, denn Gewerbliche, zumindest sollte man davon ausgehen, wissen sehr genau was sie tun und ihnen ist es, wahrscheinlich, scheißegal.

    Bleibt nur anzumerken, dass man meine “tolerantere” [passt zwar nicht ganz, aber mir fällt nichts bessere ein] Sichtweise vielleicht auch meinem recht jungen Alter von 25 Jahren zuzuschreiben ist ;) .

  21. Crazy Girl antwortete am 19. März 2010 um 18:33 Uhr:
    # 22

    @Thorsten: Mir ist zu Ohren gekommen, dass das eben nicht mehr so gilt, sondern auf 100 Euro für alle umgeändert wurde bzw. wird.

    @Marcel: Ja, wegen dem “denen ist es wahrscheinlich scheißegal” habe ich ja auch meinen Artikel geschrieben. Natürlich mit einem Schmunzeln. Denn ich glaube von diesem “Scheißegal” Modus kommt man nur runter, indem die Strafen einfach empfindlich hoch werden ;-)

  22. Mea Culpa schrieb am 24. März 2010 um 10:41 Uhr:
    # 23

    Ich finde den geschilderten “Traum” ehrlich gesagt ziemlich erschreckend. Meiner Meinung nach sind die Schadenssummen, die bei heutigen Urheberrechtsverletzungen angegeben werden, eh schon viel zu hoch.

    Überlegen wir mal: Wie hoch wäre dein reeller Verlust, wenn jemand jetzt deinen Blogartikel klauen und auf einer nicht-gewerblichen Seite präsentieren würde? Soweit ich das überblicken kann, wären das ein paar Cent je Page-Impression, die durch die Werbung einnimmst. Wenn jemand mit seiner Seite kein Geld einnimmt, würde er also höchstens einen Kleckerbetrag an Schaden verursachen. Dieser sollte natürlich beglichen werden plus nochmal einen prozentualen Betrag als Strafe. Aber 100.000€?

    Blicken wir jetzt mal auf eine kommerzielle Seite, die deinen Beitrag geklaut hat und damit wirklich Geld verdient. Was wäre in dem Fall der Schaden? Einmal die Werbeeinnahmen, die dir verloren gegangen sind und zusätzlich die Einnahmen, die die andere Seite durch den geklauten Artikel erwirtschaftet hat. Hier wären als Schadenshöhe also die dir verlorengegangenen Einnahmen, die dort erwirtschafteten Einnahmen plus eine prozentuale Strafe gerechtfertigt.

    Wenn wir uns diesen tatsächlichen Schaden mal vor Augen führen, verstehe ich nicht, wie man bei einer Forderung von 100.000€ landet. Selbst im realen Leben verstehe ich nicht, wie mehr als genug Parteien ihren Schaden für ein kopiertes Bild mit 50.000€ bemessen.

  23. Crazy Girl antwortete am 24. März 2010 um 12:41 Uhr:
    # 24

    @Mea Culpa: Eine richtig hohe Strafe – egal ob in Euros oder Haftdauer – ist in meinen Augen der einzige Ausweg, dass sich die Leute im Internet am Eigentum anderer bedienen. Das tun sie nur, da es derzeit sowieso fast nix kostet, die 100 Euro für die Abmahnung werden aus der Portokasse gezahlt. Schadensersatz kriegt nur wer klagt, und einen solchen Gerichtsprozess nehmen die wenigsten auf sich.
    Mir ist es mittlerweile egal, ob die Leute Geld haben oder nicht. Wenn sie stehlen, dann sollen sie bluten und zwar richtig. Mag zwar hart klingen, ist aber so. Wenn Du selbst ein paar Mal Deinen Anwalt bezahlen musstest, weil das Gegenüber ein kurz vor der Pleite stehender Kommerzieller war, dann wirst Du auch so denken ;-)

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