Alle sprechen von ihm – keiner will ihn haben – viele fürchten ihn – aber was ist der Jojo Effekt eigentlich genau, woher kommt dieses Phänomen des schnellen Zunehmens nach der Diät und wie vermeidet man ihn? Die einfache Faustregel unseres Körpers lautet: Der Mensch nimmt nur ab, wenn er mehr Kalorien verbraucht, als er zu sich nimmt. Für jedes Pfund Gewicht, das wir abnehmen wollen, müssen wir ca. 3.000 Kalorien einsparen. Daher macht es nur Sinn, entweder mehr Energie zu verbrennen – zum Beispiel durch Sport – oder weniger Energie aufzunehmen, indem die Menge und der Kaloriengehalt der Gerichte reduziert wird. Am besten beides.
Gute Vorsätze, vor allem im Hinblick auf den Verzicht, sollen in den Augen vieler Abnehmwillige den Weg zur Traumfigur ebnen. Keine Süßigkeiten, keine Naschereien, kein Alkohol… gerade die offensichtlichen Dickmacher werden komplett vom Speiseplan gestrichen, für Tage, Wochen oder gar Monate.
Die Kalorienaufnahme wird drastisch beschränkt, denn Crash Diäten versprechen den schnellen Erfolg. So wenig Kalorien wie möglich, das kann man schon ein paar Tage beziehungsweise Wochen durchhalten. Schließlich soll danach der Hosenbund nicht mehr kneifen, das sexy Outfit den prüfenden Blicken im Spiegel wieder stand halten, und auch die Bademode wieder verführerisch an einem aussehen. Dieses Ziel ist ein solches Opfer wert, denkt man sich und die Crash Diät beginnt.
Doch was passiert in unserem Körper, wenn wir eine radikale Diät starten? Zuerst einmal freuen wir uns, denn die Pfunde purzeln in den ersten Tagen recht einfach, der Diät Erfolg pur. Aufgrund der starken Unterversorgung reduziert unser Köprer aber ziemlich schnell seinen Energieverbrauch – fährt seinen Grundumsatz auf Hungersnot herunter. Schließlich will er vermeiden, dass wir verhungern, will sein Überleben sichern.
Damit wird es von Tag zu Tag schwieriger weiter abnzunehmen. Wenn wir vor der Diät mühelos zum Beispiel 2.500 Kalorein am Tag verbrauchten, bedingt die Hungersnot-Einstellung auf einmal nur noch einen täglichen Verbrauch von zum Beispiel 1.200 Kalorien.
Erschwerend kommt hinzu, dass während den meisten radikalen Diäten neben dem Fett auch einiges an Muskelmasse abgebaut wird. Die Muskulatur verbraucht aber Energie. Je mehr Muskulatur abgebaut wird, desto geringer ist der Grundumsatz. Das bedeutet, dass der Körper immer weniger Kalorien verbraucht. Dadurch verlangsamt sich der Gewichtsverlust immer weiter, so lange, bis sich der Körper in einem neuen Gleichgewicht eingefunden hat, der Gewichtsverlust zum kompletten Stillstand gekommen ist.
Irgendwann kommt dann der Tag, an dem wir entscheiden – jetzt reicht es mit der Diät. Ich habe mich lange genug gequält, gut abgenommen und fühle mich toll in meiner neuen Figur. Da muss zur Belohnung gleich eine Pizza her. Und die haut rein, stellen wir am nächsten Tag auf der Waage enttäuscht fest.
Unser Körper tickt immer noch in seiner Hungersnot-Einstellung und den darauf angepassten Kalorienverbrauch. So schnell stellt er sich auch nicht wieder zurück auf den Verbrauch von vor der Diät. Das kann dauern und die verminderte Muskulatur wirkt zudem noch hinderlilch darauf ein. Das Krönchen setzt dem Ganzen eine weitere Eigenart unseres Körpers auf. Er merkt sich Zeiten der Hungersnot und legt für eventuelle zukünftige Zeiten dieser Art Reserven an, in dem er seinen Stoffwechsel darauf anpasst, ihn verändert.
Da die radikale Crash Diät keine Ernährungsform ist, die dauerhaft beihalten werden kann, fällt man zurück in seine alten Ernährungsgewohnheiten, die vor der Diät schon Übergewicht zur Folge hatten. So nimmt man bedingt durch das nur langsam zurück fahrende Notprogramm, die verminderte Muskulatur, die Reservebildung und einer auf Übergewicht ausgelegten Ernährung weit mehr Kalorien zu sich, als der Körper verbrauchen kann. Oft ist das neue Endgewicht höher als das Ausgangsgewicht vor der Diät. Beginnt dann eine neue Crash Diät, fängt das ganze Spiel wieder von vorne an. Unterm Strich kommt eines dabei heraus: Das Gewicht bewegt sich auf und ab wie ein Jojo.
Um den Jojo Effekt und damit das Zunehmen nach der Diät zu vermeiden, ist eine langsame, dauerhafte Ernährungsumstellung unabdingbar. Gewöhne Dich Schritt für Schritt an eine ausgewogene Ernährung sowie an ein moderates Sportprogramm. Mit einer vernünftigen Ernährung und etwas Bewegung wird es Dir nicht schwer fallen, Deine überflüssigen Pfunde dauerhaft loszuwerden – leicht, einfach und ohne den Jojo Effekt.
Wer Tanjas Ausfuehrungen noch nicht verstanden hat, den empfehle ich BiggestLoser. Nicht die deutsche Version aber die Amerikanische und Australische. Hier bekommt ihr die noetige Motivation und gute Tipps zu Training und Ernaehrung. Ausserdem wird hier gezeigt, dass es keine Ausreden, von wegen Krankheit, Zeitnot und der Gleichen gibt. Fuer jeden findet sich der richtige Ernaehrungsplan und das geeignete Sportprogramm. Und ganz nebenbei kann man auch Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetis und Hormonprobleme bekaempfen! Na, ist das kein Anreiz! Also raus aus den Puschen und die ersten 5 Minuten um den Block gewandert. Und dann hier gepostet, wie Ihr Euch danach fuehlt.
Well, ich war heut abend bereits walken. Ein fantastische Gefuehl. Ich bin ausgepowert, aber gluecklich und die roten Kartoffeln mit Poree und Kaenguru haben mir nochmal so gut geschickt.
Deshalb bringt nur eine dauerhafte Ernährungsumstellung überhaupt was. Dies bedeutet aber nicht nur Verzicht sondern eher das die Gewichtsabnahme langsamer geht aber dafür mit ein Dauerhaften Erfolg
In meinem Leben habe ich einige Diäten gemacht. Gewirkt haben sie. Der Leidensdruck war so groß, dass ich durchgehalten habe. Bis zu einem Jahr. Dann hatte ich 34 Pfund runter (Bestergebnis). Nach einem weiteren Jahr, vielleicht auch 1 1/2 hatte ich das alte Gewicht wieder. Der Frust ist unvorstellbar. Jetzt mache ich immer noch ab und an eine Diät aber es fällt viel schwerer, wirklich durchzuhalten. Die Erfolge stellen sich auch nicht mehr schnell ein – wie früher. Die Ernährungsumstellung durchzuhalten erfordert eine Verhaltensänderung und die ist für die meisten Menschen einfach nicht zu leicht. Und ehrlich gesagt, so sollte ja auch keiner aussehen: (http://unterhaltung.de.msn.com/stars/leute/bilder.aspx?cp-documentid=149777313&page=1)
Nur um die an sich so ernste Sache ein bisschen aufzulockern. Am besten ist einfach die Kombination Ernährung und Bewegung. Eines von beiden wird wohl nur erfolgreich sein, wenn man noch verhältnismäßig jung ist.
Diäten würde ich sowieso nicht empfehlen. Sie bringen nichts! Eine Änderung der Lebensgewohnheiten muss her. D.h. das man kleinere Strecken (unter 5 bis sogar 10 Kilometern – hängt natürlich von der Zeit ab, die man hat) prinzipiell läuft, statt fährt. Das man das WE nutzt um Outdoors unterwegs zu sein und das man auf jeden Fall auch die ganze Familie miteinbezieht.
Und Ernährungsumstellung ist gar nicht so schlimm. Ganz im Gegenteil. Sie macht sogar Spaß, man entdeckt soviel neue Sachen und wenn man seinen neuen Ernährungsplan einige Wochen und Monate durchgehalten hat, kann ohne körperliche Beschwerden nicht mehr so leicht in die alten Gewohnheiten zurückfallen. Ich hab z.B. jetzt das Problem, wenn ich viel Brotwaren oder Fette esse, dass mir richtig übel davon wird. So bremst mich mein Körper von vornherei, Ungesundes zu essen.
Das heißt aber nicht, dass ich mir nicht hin und wieder auch mal eine kleine Sünde genehmige. Warum auch nicht, ein wenig Bewegung und schon sind die Kalorien wieder runter.
Und das geht im jeden Alter. Ich hab einen Bekannten, der mit über 60 Jahren aufgrund einer Erkrankung von seinem Arzt gezwungen wurde 75 Kilo abzunehmen. Innerhalb von 10 Monaten waren die mit Ernährungsumstellung und etwas Bewegung runter. Um nicht in die alten Gewohnheiten zurückzufallen, hat er sich gleich auch noch einen Hund (jetzt zwei sogar) angeschafft. So ist er jeden Tag unterwegs und hat seit 6 Jahren nun schon sein Gewicht gehalten. Und ich muss sagen, er scheint heute mit seinen fast 70 Jahren viel agiler und jünger als damals mit 60.
@Horst: Wie Anne schon sagt, Diäten sind das falsche Vorgehen, weil sie immer eine vorübergehende Ernährungsumstellung darstellen.
Stell Dir doch mal vor, jemand der dauerhaft Strom sparen möchte, setzt vorübergehend, für ein paar Wochen oder Monate, Energiesparlampen ein. Klar wird er während dieser Zeit Strom sparen, aber was ist, wenn er diese Lampen, die er für den vorübergehenden Einsatz geplant hat, wieder mit den alten Glühbirnen ersetzt? Er erwartet, dass er auch weiterhin so wenig Strom verbraucht wie mit den Energiesparlampen… technisch unmöglich
Ganz genauso ist es mir Diäten. Wer damit aufhört und erwartet sein Gewicht zu halten… physiologisch nicht möglich
Ernährung und Bewegung sind die Erfolgsgaranten. Auf eines von beiden zu verzichten funktioniert nur schwer, egal in welchem Alter. Wer nur Sport treibt, nimmt in der Regel nur wenig bis gar nicht ab, weil oft durch den körperliche Betätigung auch mehr Hunger da ist und leicht das was mehr verbraucht wird, durch Essen wieder ausgeglichen wird. Wer dagegen nur auf die Ernährung setzt und den Sport außen vor lässt, wird zwar abnehmen, muss das dann aber mit einem unschönen wabbeligen Körper bezahlen.
@Peter: Bei der Ernährungsumstellung setze ich persönlich nur auf wenig Verzicht. Je stärker der Verzicht, desto mehr besteht die Gefahr “umzufallen”. Gerade bei so Sachen wie Süßigkeiten kasteien die Leute sich gerne. Das ist aber gar nicht nötig, ein bißchen was davon geht immer und stellt vor allem sicher, dass einem nichts fehlt und die Ernährungsumstellung dauerhaft beibehalten werden kann.
@Anne: Ja, genauso gehts und dabei ist egal, wie alt man ist. Je älter man ist, desto schwerer tut man sich wahrscheinlich nur von seinen eingefahrenen Gewohnheiten loszulassen.
Nachdem ich viele Studien gesehen habe, bin ich persönlich noch mehr von der Kohlenhydratreduzierung überzeugt als vorher. Sie birgt gerade auch für Personen die zum metabolischen Syndrom tendieren viele positive Möglichkeiten. In den Studien kam eindeutig hervor, dass die Problematiken oft mit der Insulinausschüttung zusammenhängen und wer zuviel davon im Blut hat (z.B. auch durch eine Insulinresistenz, der Vorstufe zur Diabetes Typ2), kann einfach auch nur schwer bis gar nicht sein Körperfett reduzieren, da Insulin die Fettverbrennung unterbindet.
Okay, das geht jetzt ein bißchen tiefer in die Materie. Was ich damit aber eigentlich sagen will: Ich esse z.B. hin und wieder gerne Schweinebraten. An dem ist selbst gar nichts auszusetzen, so lange die Beilage passt und nicht Knödel oder so heißt. Bei uns gibt es dazu Gemüse, Salat und/oder Rotkohl. Dann stört auch das entsprechend fettere Essen nicht wirklich, weil es, wenn die Energiebilanz passt, geradeaus verbrannt wird. Wenn die Energiebilanz aber nicht passt, also man wesentlich mehr einwirft als man verbrauchen kann, dann bringt die beste Ernährungsweise nix
Deswegen esse ich jetzt aber nicht wirklich fettreich, nur würde mir im Traum nicht einfallen z.B. die Haut von meinem Grillhähnchen zu entfernen, das ist doch das beste überhaupt daran. Und… ich esse auch ca. 1x pro Woche was von der Burgerbude… keine Pommes etc. und das Brötchen vom Burger wird weg geworfen
Fett ist eben auch ein Geschmacksträger und wenn man das zu stark reduziert, dann schmeckt es nicht mehr. Hab mal ausprobiert Obazda nur mit fettarmen Zutaten zu machen. Schmeckte furchterregend
Klasse Erklärung vom Jojo!
Das ist aber auch immer ein Kreuz… viele hungernde Wochen können an einem WE ruckzuck wieder zurück kommen
Es stimmt schon… entweder man ändert langfristig seine Ernährung, oder es geht immer auf und ab…
Wo ist mein Text und warum hab ich das Bild eingefügt???? Bitte löschen… ich schreib noch mal… was n das???? Tschuldige Tanja… mein langer Text… heul…
Ein Versuch noch… ich habe noch nie Diäten gemacht. Aber die Kinder haben mir jeweils zehn Kilo beschert-die Kilo von Nummer eins habe ich mit Callanetics erledigt. Aber von Numer zwei und drei ist alles noch da… Will sagen-Stoffwechsel wird langsamer, vermutlich auch die Bewegung weniger. Daran arbeite ich.
Aber es nervt mich, dass ich ständig den Fokus auf dem Essen habe… bei jeder Mahlzeit denke ich: Darf ich das jetzt essen? Schaffe ich nachher noch den Stepper? Janz liebe Grüße Kaddi
@Marc: Danke
Aber jemand mit meiner Ausbildung sollte das auch drauf haben…
Mir gefällt der Vergleich mit den Energiesparlampen sehr gut, wie oben im Kommentar erwähnt. Am dauerhaften Stromverbrauch (Gewicht) wird nur was geändert, indem die Energiesparlampen nicht nur kurzzeitig eingesetzt werden (Diät), sondern immer verwendet werden (Ernährungsumstellung + Bewegung für den Rest des Lebens). Bei den Energiesparlampen glaubt das jeder sofort, weil es ja logisch und techisch gar nicht möglich wäre dauerhaft durch einen kurzen Energiesparlampen-Einsatz Strom zu sparen.
Bei den Diäten hingegen glauben das die wenigsten und halten an ihrem Glauben daran, wie auch an die Wundermittel, fest. Die sollten mal lieber an den Weihnachtsmann glauben, das wäre fürs Gewicht wie auch für den Geldbeutel besser *lacht* und ist mindestens ganz genauso hirnrissig
@Kaddi: oh… Text verschwunden?
Den einen Kommi hab ich gelöscht.
Einfach ist es nicht, das ist richtig, aber Du gehst den richtigen Weg. Nur mit Bewegung und einer Ernährung, die Du für immer so beihalten kannst, wirst Du daran dauerhaft was ändern.
Danke Tanja fürs Löschen… is bestimmt die Hitze… ;O) Und ich bin ja schon so ein Vollkorn Mensch und rohes Gemüse Esser. Schon immer. Ich denke, es ist mehr die Bewegung-dieses vor dem PC sitzen macht es noch schwerer. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt… LG Kaddi
Das Leben ist einfachh viel zu kurz um auf das zu verzichten, was man am liebsten mag. Ich liebe essen und lieber mache ich viel mehr Sport als aufs Essen zu verzichten…
@Kaddi: Gerade wenn ich viel um die Ohren habe, kommt bei mir die Bewegung auch zu kurz. Da muss ich mich auch immer wieder am Riemen reißen und mich vom PC wegholen. Aber die Gesundheit sollte es einem wert sein
@Thorben: Aufs Essen zu verzichten ist auch der falsche Weg. Der führt dorthin wie oben beschrieben.
Ich kann mich nur anschliessen, das einzige das dauerhaft wirkt ist das Umstellen der Lebensgewohnheiten. Das Problem bei diversen einseitigen Diäten ist eben nicht das sie villeicht nicht wirken aber das “danach” Heisshunger und Fressattacken sind vorprogramiert.
Ja, wenn man das Abnehmen langsam und entspannt angeht, gewöhnt sich der Körper ganz gut an die etwas geringere Nahrung, und das übertriebene Hungergefühl bleibt nach einer Zeit auch weitgehend aus.
Ich habe innerhalb eines 3/4 Jahres sechs oder sieben Kilo abgenommen, also schön langsam. 750 Gramm oder so im Monat ist sehr gut machbar, ohne dass man Hunger leiden muss.
Natürlich muss man besonders bei Fett (Ausnahme: Öle mit viel Omega 3 und 6) und Kohlenhydraten zurückhaltend sein, aber ich finde, es sollte alles noch Spaß machen. Wenn man das Gefühl hat, auf etwas mit viel Anstrengung verzichten zu müssen, ist es glaube ich eher kontraproduktiv, denn es baut sich immer stärker ein Heißhunger auf.
Also: Schokolade ab und zu gönne ich mir immer noch. Es geht!
@Arven: Nicht nur Heisshunger und Fressattacken, sondern auch der drastisch gesenkte Stoffwechsel gehören zu den einseitigen Diäten, die das Danach so unschön machen
@Torsten: Nur wenn man zu fett ist, sollte man sich beim Fett auch zurückhalten. Ansonsten sehe ich es leider viel zu oft, dass vor lauter Fettvermeidungswahn gerade auch auf die falschen Fette verzichtet wird und auch oft die notwendige Versorgung mit dem lebensnotwendigen Makronährstoffe nicht mehr gewährleistet werden kann.
Hallo Tanja,
wie du ja weißt, ist das Abnehmen bei mir auch ein extrem langwieriges Thema
. Ich habe letztes Jahr im Sommer angefangen abzuspecken. Damals hatte ich ein Gewicht von ca. 140kg, was einem den Alltag doch ziemlich erschweren kann. Allein zwanzig Treppenstufen waren ziemlich anstrengend oder auch Fußmärsche länger als 15min wurden zur Qual. Und da ist man auch recht schnell beim Thema… Je schwerer man ist umso übler wird es den Schweinehund zu überwinden. Selbst wenn man wirklich aktiv dafür sorgt mehr Bewegung ins Leben zu bringen scheitert das allein an der Riesengroßen Anstrengung die viele Dinge mit sich bringen. An wirklichen Sport ist da kaum zu denken. Bei einem solchen Gewicht fällt es auch schwer die Motivation so lange aufrecht zu erhalten, da es sich um einen Zeitraum von mehreren Monaten, manchmal sogar Jahren, dreht um halbwegs Gesund auf ein Normalgewicht zurückzukommen. Selbst absolutes Fasten und nur das nötigste Essen bringt einen nur über einen sehr langen Zeitraum ans Ziel.
Ich muss zugeben, wenn ich nicht eine derartige Überzeugung von mir Selbst hätte, dass ich [fast] alles schaffen kann, hätte ich schon lange aufgegeben und versucht mich damit abzufinden. Selbst der Horror, dass sich evtl. meine Haut nicht wieder so zurückbildet wie ich das gerne hätte, schreckt mich wenig ab. Frei nach dem Motto: “Da kann ich mir Gedanken drum machen, wenn es so weit ist!”. Ich habe eine recht gute Kombination für mich gefunden, die mich manchmal mehr, manchmal weniger schnell abnehmen lässt. Das Optimum wird das wohl nicht sein, aber es hält mir die Motivation aufrecht.
Ich lasse zum einen den übermäßig fettigen Kram weg, da es genügend andere Lebensmittel gibt die entweder sehr mager sind oder halt sich Gemüse schimpfen [naje von Gemüse werde ich wohl nie der große Freund]. Das reduziert die Kalorienaufnahme am Tag schon sehr deutlich. Auf der anderen Seite hat das aber den Vorteil wenn 1-2 mal pro Monat [im Sommer] gegrillt wird, dass ich, ohne schlechtes Gewissen, Baguette samt Kräuterbutter, eine schöne Bratwurst und was leckeres vom Schwein samt Grillsoßen essen kann. Wie jeder normale Mensch halt auch. Auch habe ich mir angewöhnt langsamer zu essen, da das Sättigungsgefühl ja nicht sofort einsetzt. Weiter bin ich von meinen heißgeliebten Brötchen auf Pumpernickel oder Roggenvollkornbrot umgestiegen und verzichte vollkommen auf Butter/Margerine. Natürlich bedeutet diese Umstellung irgendwo auch Verzicht, so dass man in meinem Kühlschrank keine Salami mehr findet, sondern Kasseler oder Putenbrust. Auch an Fleisch [was sehr viel weniger geworden ist] esse ich nur noch Geflügel, welches ich in Wasser “brate”. Genauso habe ich meine Essgewohnheiten umgestellt, was heißen will, dass ich nicht 2-3 mal am Tag ordentliche Mahlzeiten zu mir nehme, sondern lieber 4-5 mal kleine Häppchen. Da hat Vollkornbrot wieder den Vorteil, dass der Blutzuckerspiegel stabil gehalten wird und man den Heißhungerattacken etwas vorbeugen kann. Auch was Getränke angeht bin ich entweder auf Wasser oder Getränke mit Süßstoff umgestiegen [letzteres schürt zwar den Heißhunger, damit kann ich aber leben].
Diese Umstellung ging aber nicht von heute auf Morgen, sondern Stück für Stück, denn alles auf einmal zu wollen und direkt umzustellen stell ich mir unheimlich schwer vor, weil der Körper sofort von seinen Gewohnheiten umstellen muss. Selbst mit dieser Stück für Stück Umstellung geht man anfangs oft mit einem flauen Gefühl im Magen ins Bett. Das Ganze, nach nunmehr einem Jahr bedingt aber auch, dass man wenig Lust auf diesen übermäßig ungesunden Kram verspürt. Die Anfangszeit konnte ich an einer dicken Pizza kaum vorbeigehen ohne dass ich mir vorstellte, wie “geil” die doch jetzt wäre. Heute denk ich nur daran, welche Magen-/Darmprobleme ich bei einer Pizza mit extra Käse bekomme. In der Ganzen Zeit habe ich mir 1x ca. 3000kcal bei Burger King reingezogen und habe es den ganzen Tag über bereut, nicht weil es nicht geschmeckt hat, sondern weil mir elendig schlecht war, ich Magenschmerzen und übelste Verstopfung hatte. Dabei ist mir die Lust auf den Kram total vergangen. Vor einem Jahr hätte mein Körper kein Problem gehabt diese Menge zu verarbeiten
.
Es gibt dann aber auch Phasen zwischendurch wo mir das alles nicht schnell genug geht und ich meinen Körper auf 600-800 kcal am Tag runterfahre und das dann 4-6 Wochen durchziehe. Diese Phase über fahre ich mein Sportprogramm aber auch extrem rauf, so dass meinem Körper wenig anderes übrigbleibt als 1800kcal am Tag zu verbrennen. Im Auslauf dieser Phasen fahre ich die Kalorienaufnahme Stückweit wieder hoch, was in etwa nochmal 4 Wochen in Anspruch nimmt und erst dann wird das Sportprogramm langsam wieder auf ein normales Maß reduziert. Diese Phase erfordern dann immer enorme Disziplin, aber sind durchaus machbar, wenn auch nicht besonders gesund.
Jedoch habe ich über das Jahr keine Probleme mit Schwächeanfällen oder übermäßige Gewichtschwankungen gehabt [klar, hier und da mal ein paar hundert Gramm, aber das lässt sich verkraften]. Weiter mache ich etwas wovon einem jeder abrät… ich dokumentiere JEDEN Tag mein Gewicht. Das sollte man zwar nur wöchentlich machen, jedoch ist dieses tägliche Dokumentieren ein essentieller Motivator für mich, auch wenn es mal ein wenig nach oben geht oder auch stagniert oder in wenigen Gramm Schritten nach unten geht.
Auf “Light”-Produkte gebe ich im übrigen recht wenig, denn eine “Light”-Salami ist immer noch fettig wie nichts gutes, ähnliches trifft z.B. auch auf Leberwurst zu. Daher bin ich auch der Meinung, dass jeder, der abnehmen will, egal wieviel sich durchaus ein wenig schlau über Ernährung machen sollte. das muss nicht zur Tiefenwissenschaft ausarten, aber ein wenig Wissen schadet niemandem.
Aber nach all der Klugscheisserei nun zu ein paar Fakten:
- Gestartet am 13.06.2009 bei 140,3kg
- heute [368 Tage später] sind 30,7kg weg
- Zwischenziele werden in 5kg Etappen gesteckt
- Zielgewicht sind 82kg [vermutlich Mitte bis Ende nächsten Jahres]
- höchste Gewichtsschwankung waren 850g über 4 Tage
- wirklich verzichten tu ich auf nichts, nur umstellen
- Sport wurde Stück für Stück von Null angefangen
- ich kann heute bereits 4 Kleidergrößen kleiner tragen, Gürtel passen wieder
- mein körperliches Wohlbefinden hat sich um ein vielfaches erhöht, mein geistiges Wohlbefinden hat sich weder gebessert, noch verschlechtert
- der Alltag ist automatisch viel aktiver geworden und es wird für 800m nicht ins Auto gestiegen [trotz meiner Faulheit]
Alles in allem hat es sich, für mich, bisher sehr gelohnt und auch das motiviert weiter zu machen, auch wenn es noch ein weiter Weg ist.
@Marcel: Schön wieder mal was von Dir zu lesen, und dann auch gleich noch so einen Roman

Du hast wirklich schon ein gutes Stück des Weges hinter Dir und machst das auch genau richtig so!
Das mit der Pizza kenne ich übrigens auch *lacht*… mein ewiges Thema, ich mag sie so gerne und vertrag sie überhaupt nicht (nehme an wegen Weizen + Tomate). Nachdem ich mal ein halbes Jahr lang keine mehr gegessen hatte, war die Lust so groß und ich genehmigte mir eine… danach war ich froh überhaupt noch nach Hause, rein und aufs Klo gekommen zu sein
Und genau aus diesem Grund (JoJo – Effekt) mache ich keine Diäten und versuche meine Gewicht zu halten, und das ganz locker und ohne zwanghafte Gedanken. Zwar muss ich auch hin und wieder sündigen, dann greife ich aber zu pflanzliche Mitteln (Liposinol).
@Sandra: Oh je mineh… so was nimmst Du? Schau mal hier: Feigenkaktus. Ich bin ja sozusagen ein kleiner Experte auf diesem Gebiet und außer dass so ein Zeug sehr ballaststoffreich ist, wirst Du damit nicht viel erreichen, außer dass Du besser auf Klo gehen kannst
Uns freien Händlern sind wegen fehlender deutscher Studien die eine solche Wirksamkeit belegen, Aussagen wie Fettbindung etc. untersagt. Wahrscheinlich auch ein Grund, warum die Firma von Liposinol in Österreich sitzt