Vor etwas mehr als einem Monat habe ich Euch gefragt, was Ihr mit neuen Kommentaren in alten Beiträgen macht. Die Möglichkeiten, wie man mit Kommentaren in alten Beiträgen umgehen kann sind unterschiedlich und hängen natürlich auch von der Einstellung und dem Geschmack des jeweiligen Blogbetreibers ab. Nur eines war bei Euren Antworten besonders deutlich: Das Deaktiveren der Kommentarfunktion von alten Beiträgen ist ein ziemlich großer Fehler.
Blogger, die selbst auf deaktivierte beziehungsweise geschlossene Kommentare stoßen, kriegen sogar richtiggehend einen Hals und reagieren nicht selten so, dass sie diesen Blog in Zukunft boykottieren. Mit diesen Aussagen hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Obwohl ich selbst nie vorhatte alte Beiträge von der Kommentarfunktion auszuschließen, hätte ich trotzdem nicht erwartet, dass ein solches Vorgehen auf derart starken Unmut stößt. Jeder der sich also schon mal mit dem Gedanken getragen hat, die Kommentarfunktion nach einer bestimmten Zeit zu deaktivieren, sollte sich das lieber noch einmal gründlich überlegen und lieber die Finger davon lassen.
Die Wordpress Funktion im Adminbereich (Einstellungen / Kommentare / weitere Kommentareinstellungen), die es zulässt, Kommentare zu Artikeln automatisch zu schließen, die älter als x Tage sind, ist also gelinde gesagt so unnötig wie ein Kropf. Ein Häkchen vor dieser Funktion und die Eingabe einer Zahl für die Tage könnte dem Blog Besucher kosten und sein Ansehen in der Bloggerwelt nicht gerade fördern.
Ich selbst bin auch schon oft auf ältere Beiträge gestoßen, die ich unendlich interessant fand und zu denen ich vielleicht sogar noch die eine oder andere Frage hatte. Meistens war es aber so, dass meine diesbezüglichen Kommentare entweder nie freigeschaltet wurden oder meine Fragen gar nicht beantwortet wurden. Das hat mich dann doch etwas geärgert, und ich habe mich gefragt, warum der Blog seine Kommentarfunktion nicht deaktiviert, wenn er schon gar nicht vorhat auf Kommentare in älteren Beiträgen zu reagieren. Das ist sicher dem ein oder anderen von Euch auch schon mal passiert, oder?
Ich persönlich finde es genauso schlimm, Kommentare auf alte Beiträge zu ignorieren, wie die Kommentarfunktion zu deaktivieren. Beziehungsweise mir wäre es lieber die Kommentarfunktion wäre deaktiviert, wenn der Blogbetreiber eh nicht vorhat auf solche Kommentare zu reagieren. Wer einen Kommentar, z.B. auch mit ein paar Fragen verfasst, der erwartet auch, dass er gehört wird und ein paar Antworten dazu sieht. Schließlich sind nicht alle Themen nach ein paar Wochen oder Monaten nicht mehr up to date.
Vor ein paar Wochen ist mir gerade das bei einem bekannten Blog, der auch unter den ersten 40 der deutschen Blogcharts zu finden ist, passiert. Da ging es um ein Plugin und ich hatte diesbezüglich ein paar wirklich brennende Fragen. Keine Antwort. Ob eine Freischaltung überhaupt passierte habe ich dann nicht mehr gekuckt, es hat mich einfach auch nicht mehr interessiert. Und… auf diesem Blog kommentiere ich seitdem nicht mehr, obwohl ich dort vorher ziemlich gerne meinen Senf mit abgegeben habe.
[...] Thema beschäftigt, ist aber sehr lesenswert, wenn man evtl. gerade darüber nachdenkt, bei alten Blog-Artikeln die Kommentarfunktion abzuschalten. Tenor dort & auch meine Meinung: das Abstellen der Kommentarfunktion unter alten Kommentaren [...]
Das kann ich so nur unterstützen. Ohne Kommentare macht das Bloggen doch keien Spass? Oder?
Ich finde die Kommentare beleben einen Blog erst so richtig. Leider gibt es viel zu viel die darauf keinen Wert legen. Vor allem die ganzen Trafficblogs. Dort geht es nur um Besucher und ums Geld.
Ohne Mailfunktion geht ja gar nicht, will ja schließlich meine Comments ja auch verfolgen.
@Andy: Ohne Kommentare bloggt es sich wohl etwas arg einsam
Aber bevor einer gar nicht auf alte Kommentare antwortet, es nicht mehr nötig hat oder gar nicht freischaltet, soll er lieber die Kommentarfunktion deaktivieren. Denn es nervt gewaltig, wenn man Fragen in die absolute Leere oder für den Admin-Löschfinger stellt.
Da hast du allerdings recht, bei manchen Blogs bekommst du nichts zurück und dann nervt es wirklich!
@ Crazy Girl
Tachchen erstmal – ich glaube ich kommentier hier das erste Mal
Ansonsten bin ich auch ganz Deiner Meinung, bzw. der Deiner Leser aus der Befragung – finde es auch völlig destruktiv, wenn man unter älteren Artikeln nicht mehr kommentieren kann. Gerade die findet man ja häufig über Google … wenn man dann nicht nachfragen/reagieren kann, bin ich einfach nur genervt.
Andererseits ist es ein zweischneidiges Schwert, da ich es selbst oft bei mir auch nicht schaffe zeitnah auf Kommentare unter älteren Beiträgen zu antworten. Da ist evtl. eben dann auch der eine oder andere etwas verärgert/enttäuscht
Wie man es auch angeht – der ein oder andere Leser bleibt wohl wahrscheinlich auf der Strecke, wenn man nicht genug Zeit in die laufende Kommentarbetreuung investieren kann …
@Andy: Ja, gar nichts ist echt super nervig
@Frank: Herzlich Willkommen in unserer fröhlichen Runde. Ich hoffe Du fühlst Dich hier wohl.
Ich denke Verständnis wird da wohl ein Jeder aufbringen, auch wenn es mal etwas länger dauert. Ich habe selbst das Problem, dass ich nicht immer zeitnah antworten kann, die Arbeit geht schließlich vor. Wir geben uns ja wenigstens Mühe und sobald wir die Zeit haben, melden wir uns ja auch. Aber so gar nichts hören, das finde ich extrem nervig. Solche Blogs mag ich dann auch nicht mehr besuchen.
Denke auch! Bzw. So sehe ich das auch … nen Post kann so lange zum Kommentieren offen stehen wie will … denn auch sind teils alte “Blogposts” noch längst nicht veraltet…
@Sebi: Ja, blos weil ein Beitrag nicht gerade in den letzten Tagen geschrieben wurde, ist die Thematik noch lange nicht alt
@John Doe: Klar, große Blogs haben auch viele Kommentare und wohl auch haufenweise Spam. Da was zu filtern mag schon mal daneben gehen. Doch gerade eher den Kleinen gestehe ich “Fehler” zu, die die großen nicht mehr machen sollten. Vielleicht lieg ich falsch in meiner Denke?
Das mit dem Kommentarfeed ist übrigens eine gute Idee. Ich komme zwar noch gut mit meiner eMail Variante klar, aber das kann durchaus eine Frage der Zeit sein…
“Vielleicht lieg ich falsch in meiner Denke?”
Eigentlich nicht – aber wenn ich täglich 100 Kommentare zu überblicken und zumindest teilweise zu beantworten hätte, könnte ich nicht dafür garantieren nicht mal einen zu übersehen. Ist halt einfach so eine Sache – ich meine Robert Basic hat es früher auch geschafft, warum sollten es andere Große nicht auch schaffen – aber andererseits sind wir alle nur Menschen, ob groß, bekannt und berühmt oder klein, unbekannt und selten gelesen…
Naja, die eMail-Variante für den Blogadmin nutze ich auch, aber als Leser von Blogs ohne Mail-Abo-Möglichkeit ist der Feedreader als Alternative auf jeden Fall besser, als die Variante über Bookmarks. Naja, vielleicht nicht besser, aber auf jeden Fall Zeit und Nerven schonender.
Generell ist es fürchterlich nervtötend, wenn man keine Antwort auf Kommentare bekommen – oder nicht ernst genommen wird. Letzteres ist mir mal bei einem WordPress-Theme Author passiert, da meldet man ihm nen Bug inkl. Patch und er glaubt einem einfach nicht… Ergebnis: Neues Theme, ein Blog weniger im Feedreader.
Bei einem TOP “40 der deutschen Blogcharts” Blog würde es mich aber nicht wundern, wenn der Blogger garnicht in der Lage ist, sämtliche Kommentare zu überblicken – dort werden ja täglich teilweise hunderte hinterlassen. Ob man da die Mailbenachrichtigung für den Admin überhaupt noch aktiviert lässt?
Ich weiß, Robert Basic hatte sie wohl an und reagierte auf Kommentare zu alten Beiträgen auch. Aber ich bezweifle, dass sich jeder dieser Blogger den Stress antut, dass er täglich hunderte Mails von seinem Blog abruft und liest…
Und zu der Frage, was man machen soll – ihr habt doch vermutlich alle einen Feedreader. Schmeißt halt den Kommentarfeed des Artikels in den Reader. Wenn dann was neues da ist, werdet ihr benachrichtigt.
Achja… wo ist denn der Feed für die Kommentare eines Artikels überhaupt, wird jetzt der ein oder andere fragen, weil viele Themes da keinen Link eingebaut haben… Tja, hängt einfach /feed hinter die URL des Beitrages. Funktioniert hier übrigens auch prima, trotz .html-Endung der Permalinks.
Ich finde diese Variante ist am einfachsten – man braucht den Feedeintrag ja nicht mal löschen, wenn keine Antwort kommt, stört er nicht weiter und wenn eine kommt – auch wenn sie nicht vom Author ist – könnte sie ja eventuell trotzdem interessant sein. Und wenn der irgendwann mal zu sehr nervt, weil ständig neue Fragen ohne Antworten dort gepostet werden, kann man ihn ja immer noch löschen. Jaja, so RSS Feeds sind schon was feines,
Echt ne interessante Diskussion hier, die Du lasgetreten hast. Aber ich denke hier kann man sehr schnell die Denkweisen feststellen. Jeder der sich mit seinem Blog mühe gibt wird auch versuchen seine Kommentaer entsprechend zu verfolgen. Natürlich kann es einem schon mal passieren, dass man den einen oder anderen Vergisst, aber in gewissen Blogs bekommst du ja nie ne Antwort;-)
Meine Meinung.
Ein Blog ohne Kommentare = ein absolute No Go
Kommentare auf ältere Beiträge deaktivieren = Hier wird es unterschiedliche Meinungen geben. Wer vielleicht es so einrichtet das Beiträge nach rund 4 Monate nicht mehr kommentiert werden können, wird ein Großteil seine Leser zufrieden stellen.
Keine Antwort auf eigene Kommentar Frage zu ältere Artikel = Nun ja ganz ehrlich gesagt, wer ein gut kommentierten Blog betreibt wird schon eine Menge zu tun haben, die aktuelle Kommentar Fragen zu beantworten. Oft ist es so das Fragen zu ältere Beiträge einfach in die Masse verschwinden.
Überhaupt stellt sich mir eher die Frage, soll ein Blogger auf jeder Frage die in die Kommentare auftaucht antworten?
Meine Meinung dazu.
Wenn die Fragen recht schnell und mit ein bis drei Sätze beantwortet werden können, dann ja. Fragen die evtl. mehr Aufwand benötigen sind eher ein Fall für ein weitergehende Artikel.
@John Doe: Ich denke da muss man auch bedenken, ob der Blogbetreiber selbstständig ist oder nicht. Wer seinen Blog neben einer regulären Anstellung hat, wird es schwerer haben bei einer solchen Größe alles zu beantworten. Wer dagegen aber selbstständig ist, sollte sich überlegen andere Prioritäten zu setzen, um dem ganzen Aufwand nachzukommen. Es kommt halt auch immer darauf an, was bei allem unterm Strich rüber kommt
@Andy: Ja, ich denke die meisten von uns geben sich wirklich Mühe. Dass mal der ein oder andere Kommentar versehentlich unter geht, kann schon mal passieren, das ist aber sicher keine Absicht.
@Peter: Ein weitergehender Artikel ist natürlich auch gut, aber da wäre natürlich auch eine entsprechende kurze Antwort angebracht. Ich versuche schon alles zu beantworten.
Um hier auch mal einzusteigen:
Ich persönlich stehe dieser Kommentar-Sperrfunktion nach X Tagen mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. Man sollte hier immer im Auge halten, welche Zielgruppe das Blog im Visier hat und ob rein thematisch die Kommentare auf alte Beiträge überhaupt noch sinnvoll sind.
Ich kenne es z.B. im universitären Umfeld, dass hier mittlerweile auch gerne Blogs eingesetzt werden zur Unterstützung der Lehre. Ich selbst habe hier schon Diskussionen über die Kommentare miterlebt, wobei man hier kontextbezogen eine sinnvolle Lösung bezogen auf die Lehrveranstaltung gefunden hat: Die Kommentare werden jeweils semesterweise deaktiviert, so dass zu Artikeln vergangener Semester keine Kommentare mehr möglich sind. Der Grund liegt hier darin, dass ggf. in einem Nachfolgesemester der gleiche Stoff erneut erarbeitet wurde, diesmal aber mit neuen Erkenntnissen die hier einfließen. Kommentierungen auf den alten Beiträgen, die sich evtl. auf neuere Forschungsergebnisse beziehen, wären also vollkommen überflüssig, wenn die Erkenntnisse bereits in einem aktuellen Artikel verarbeitet wurden.
Was ich sagen will, ist: WordPress im speziellen lässt sich als eierlegende Wollmilchsau in verschiedensten Umgebungen und mit verschiedensten Hintergrundideen einsetzen, da machen Funktionen, die einem als “normalem Blogger” sinnlos erscheinen in anderem Zusammenhang auf einmal richtig viel Sinn.
@Kim: Wirklich sehr guter Einwand, Danke, ich muss Dir definitiv Recht geben.
Wordpress als “eierlegende Wollmilchsau” zu betiteln gefällt mir. Ich habe ja auch so einige Internetseiten und selbst auf normalen Seiten nutze ich mit Vorliebe Wordpress
Möchte mal anmerken, dass die automatische Sperre nach X Tagen in diesem Fall aber völlig untauglich ist, da die Kommentarfunktion hier ja zu einem Tag X für alle älteren Beiträge gesperrt werden soll.
Es mag auch sein, dass es im normalen Blogalltag Artikel gibt, die nach X Tagen gesperrt werden könnten, weil dort sowieso keine passenden Kommentare mehr zu erwarten sind oder dies aus organisatorischen Gründen Sinn macht (z.B. Gewinnspiel mit Teilnahme durch Kommentar).
Klar – WordPress ist eine “eierlegende Wollmilchsau” – man kann damit sogar ganz normale Webseiten völlig ohne Kommentarfunktion bauen.
Aber um all das geht es hier ja garnicht – sondern darum, dass es bei den üblichen Weblogs mit meißt recht persönlichem Charakter schlichtweg die Leser vergrault, wenn man a) die Kommentare sperrt oder b) nicht mehr darauf antwortet.
Und ich finde diese Erkenntnis eigentlich doch recht nachvollziehbar. Ähnlich verhält es sich meiner Meinung nach mit NoFollow – ein stetiges Misstrauensvotum für die normale, gesittete Leserschaft – und für diejenigen, die einen Artikel über einen schreiben und der Trackback dann mit NoFollow entwertet wird.
Beides ist letztlich nur ein Zeichen dafür, dass der Betreiber des Blogs keine Lust hat, sich mit den Kommentaren und Trackbacks ausreichend auseinander zu setzen um echte von Spam-Kommentaren zu unterscheiden. Man könnte auch sagen, derjenige möchte nur Senden und ist an einer echten Diskussion nicht interessiert – aber das wäre eine bösartige Unterstellung.
@JohnDoe:
Ich sagte ja nicht, dass die Kommentare nach X Tagen gesperrt wurden in meinem konkreten Beispiel, sondern dass sie überhaupt gesperrt wurden. Es gibt sicherlich praktische Anwendungsfälle, bei denen eine Sperrung nach X Tagen sicherlich auch sinnvoll wäre (z.B. wenn man mit einem Blog eine Diskussionsplatform zu einem Thema startet, wo man bis zu einem Stichtag, aber danach nicht mehr, Meinungen einholen möchte).
Sicherlich hat du (und diverse Vorredner) aber Recht, wenn es um das stinknormale Blog geht, in dem mehr oder weniger regelmäßig Beiträge erscheinen und wo Diskussion mit ein Bestandteil des Lebens an sich ist. Hier schließe ich mich der Meinung an und befürworte ein “nicht-sperren” der Kommentare. Immer wieder habe ich nämlich beobachten können, dass es interessante Diskussionen zu Beiträgen gab, die 1 Jahr oder älter waren.
@John Doe: Mit nofollow stimme ich Dir definitiv auch zu
@John Doe & Kim: Interessante Diskussion. Ich danke Euch herzlich für Eure fundierten Ausführungen.