Preiselbeersaft gegen Harnwegsinfekte

Vorgestern hat mir mein Arzt aufgetragen, für die nächsten Tage jeden Tag 100 ml reinen Preiselbeersaft zu trinken. Der Preiselbeersaft soll verhindern, dass die Bakterien der Harnwegsinfekte sich in die Schleimhaut einnisten. Damit kann ich die Zeit, in der ich das Antibiotikum nehmen muss, um ein paar Tage verkürzen, 7 anstatt 10 Tage. Das hört sich doch gleich mal positiv an und da ich sowieso kein Fan bin der Antibiotika Nebenwirkungen, bin ich gleich nachdem ich aus der Arztpraxis raus bin in den nächsten Bioladen rein und habe mir eine große Flasche reinen Preiselbeersaft gekauft.

Von meinem Arzt wurde ich noch gewarnt, dass Preiselbeersaft fürchterlich schmeckt und es gut wäre, wenn ich die 100 ml über den Tag verteile, also immer wieder ein Schlückchen. Das konnte ich mir nun wiederum nicht vorstellen, was mag denn an so einem Preiselbeersaft schlecht schmecken? Preiselbeeren zu Wildgerichten etc. schmecken ja auch hervorragend, da könnte ich mich ja fast reinlegen, so gut sind sie.

Gut aber, dass mein erster Schluck Preiselbeersaft aufgrund dieser Warnung meines Arztes nicht ganz so groß war, denn daraufhin zieht es einem so wirklich alles zusammen. Und dem runterschlucken folgt unweigerlich ein Schütteln und das Wort „uarg“. Preisbeersaft schmeckt super heftig bitter. Ich bin nun wirklich nicht zimperlich und Magenbitter wie Ramazotti oder Averna schmecken mir hervorragend, aber die kommen alle lang nicht an den bitteren Preiselbeersaft heran. Der schmeckt wirklich wie ziemlich üble Medizin.

preiselbeeren

Mein Arzt meinte auch, dass nur reiner Preiselbeersaft geht, kein Konzentrat, keine Mischungen, kein Pulver in Kapselform oder ähnliches. Ich habe mich dann noch im Internet etwas auf die Suche gemacht, was es denn mit dem Preiselbeersaft so auf sich hat.

Harnwegsinfekte werden meist durch die E-coli-Bakterien (Escherichia coli) hervorgeroben. Diese Bakterien haften sich mit ihren feinen Härchen an die Schleimhaut an und können dadurch dann eine Entzündung auslösen. Preiselbeersaft enthält Tannine, welche die Oberflächenstruktur dieser Bakterien insoweit verändern soll, dass eine Anhaftung nicht mehr möglich ist.

Das klingt natürlich äußerst vielversprechend und wurde sogar durch einige Studien in Finnland und Amerika bestätigt.

Bis dato kannte ich aus meinem Kneipp Buch nur die Heidelbeere, die aufgrund Ihrer enthaltenen Tanine gegen Durchfall wirken soll. Getrocknete Heidelbeeren pur, Heidelbeer Tee oder für die harten Fälle einen selbst angesetzten Heidelbeergeist.

Da Preiselbeeren aus der Gattung der Heidelbeeren stammen, könnte durchaus sein, dass auch der Preiselbeersaft eine leicht stopfende Wirkung aufweist. Ich meine schon.

Nun trinke ich gegen meinen Harnwegsinfekt zusätzlich zum Antibiotika täglich ca. 150 ml Preiselbeersaft trinken. Diese Menge errechnet sich aus der Größe der Flasche Preiselbeersaft, die ich gekauft habe, sowie dem Aufdruck “Geöffnete Flasche innerhalb von 5 Tagen verbrauchen”. Das Zeug ist einfach auch viel zu teuer, um da was wegzukippen.

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8 Kommentare:
  1. Sven schrieb am 16. August 2009 um 11:34 Uhr:
    # 1

    Hi,

    ich wüsste nicht ob ich den nach dem ersten Schluck überhaupt noch mal angerührt hätte. Ich hätte die Flasche wahrscheinlich genommen, jeden den ich ärgern wollte, ein Glas davon angeboten und den Rest in den Abfluss gekippt.

    Lieben Gruß

    Sven

  2. Tanja schrieb am 16. August 2009 um 12:14 Uhr:
    # 2

    Tja Sven, ich trinke das Zeugs ja nicht aus “Spaß an der Freud”, sondern weil ich gesund werden möchte. Damit kann ich die Antibiotika Zeit verkürzen und darauf kommt es mir an. Die Nebenwirkungen vom Antibiotika sind weitaus schlimmer und heftiger, als ein paar mal pro Tag am Preiselbeersaft zu nippen ;-)

  3. Dapema schrieb am 16. August 2009 um 22:08 Uhr:
    # 3

    Meine Tochter hatte das mit kanpp einem Jahr und war im Krankenhaus, das ist jetzt ca. 6 Jahre her. Preiselbeersaft wäre da sicherlich eine Katastrophe gewesen.
    Sie ist halt durch Antibiotika wieder gesund geworden. Ich kann mir nicht ganz vorstellen das es hilft, auch wenn ich nicht grundsätzlich die alternativen Mittel ablehne.
    Ich wünsche Dir erst mal gute Besserung :)

  4. Tanja schrieb am 17. August 2009 um 08:21 Uhr:
    # 4

    @Dapema: Kindern würde ich keinen Preiselbeersaft geben. Die würden ihn wohl eh kaum trinken, weil er schlicht und ergreifend nicht schmeckt ;-)

    An die Wirkung von solchen Alternativen glaube ich aber schon. Ob sie alleinig ausreichend sind, gerade bei so hartnäckigen und lästigen Bakterien wie wir sie bei den Harnwegsinfekten haben, mag in den Einzelfällen unterschiedlich sein.

  5. Pika schrieb am 18. August 2009 um 21:22 Uhr:
    # 5

    Anthocyane (gehören zu den Flavonoiden) wie in den Preiselbeeren sind auch in Cranberries vorhanden (das ist in den USA das Wundermittel). Cranberrysaft schmeckt aber etwas besser (ist aber auch teuer), eine Freundin von mir mischt immer beide Säfte, sobald sie wieder eine Blasenentzündung bekommt und schafft es normalerweise ohne Antibiotikum.

  6. Tanja schrieb am 19. August 2009 um 08:18 Uhr:
    # 6

    Hallo Pika, erst mal herzlich Willkommen hier :-)
    Mit dem Antibiotikum bin ich jetzt auch endlich durch und natürlich habe ich mich entschlossen, den Preisbeersaft noch einige Tage länger zu trinken. So schlimm finde ich ihn mittlerweile gar nicht mehr. Man gewöhnt sich (fast) an alles.

  7. Rennhenn schrieb am 19. August 2009 um 18:12 Uhr:
    # 7

    Ich nehme in solchen Fällen auch Cranberrysaft, den finde ich sogar richtig lecker – trinke den auch so ganz gern mal zwischendurch.

    Preiselbeersaft hab ich noch nie versucht… aber so wie du schreibst, lass ich’s wohl auch besser *lol*

  8. Tanja schrieb am 20. August 2009 um 07:20 Uhr:
    # 8

    @Rennhenn: Was jetzt diesbezüglich genau der Unterschied zwischen Cranberrys und Preiselbeeren ist weiß ich nicht ;-) Ich hatte vor einiger Zeit mal Cranberry Kapseln und die haben mir nicht wirklich geholfen.
    Mittlerweile habe ich mich an den Preiselbeersaft gewöhnt. Er geht halt wirklich nur schlückchenweise und schmeckt extrem bitter und etwas pelzig.

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