Die Frage, ob ein Selbstständiger die private oder die gesetzliche Krankenversicherung bevorzugen soll, wirft gleich viele weitere Fragen auf. Doch eine pauschal gültige Antwort gibt es hier leider einfach nicht, denn die Wahl der Krankenversicherung hängt von einigen weiteren Faktoren, wie zum Beispiel dem Familienstand, ab. Leider sind viele Selbstständige gar nicht krankenversichert, sie sparen in meinen Augen am falschen Ende. Im schlimmsten Fall steht die Person vor dem finanziellen Ruin, wenn die Gesundheitsleistungen aus eigener Tasche berappt werden müssen.
Die Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung bestehen einfach darin, dass jeder hier aufgenommen werden muss – auch mit Vorerkrankungen. Die neue Regelung sieht darüber ab 2009 einen Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent vom Bruttoeinkommen vor, so dass auch die Preise kein wirklicher Grund für einen Vergleich mehr sind und die Krankenkassen, die viele chronisch Kranke als Mitglieder haben, werden darüber hinaus von der Regierung mit einem Sonderbudget bedient. Somit können also auch Kranke, die kostenintensive Erkrankungen haben, in der gesetzlichen Krankenversicherung mit einem konstanten Beitrag rechnen.
Auch im Alter werden die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung dann an das jeweilige Einkommen, also zum Beispiel die Leistungen aus der Rente angepasst – extrem hohe Kosten aufgrund des Alters sind in der gesetzlichen Krankenversicherung auch dann nicht zu erwarten.
Seit Anfang diesen Jahres ist das Krankengeld für Selbstständige keine Option mehr, die automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung beinhaltet ist. Wer sich also für längere Ausfallzeiten aufgrund Krankheit finanziell in der gesetzlichen Krankenversicherung absichern möchte, zahlt diese Leistung extra.
Die private Krankenversicherung ist aber – ganz klar – inzwischen für viele Selbständige die Entscheidung für einen Krankenversicherungsschutz erster Klasse. Schnellere Terminvergabe bei Ärzten, bessere Leistungen für Zahnersatz und Sehhilfen und auch andere Leistungen wie homöopathische Behandlungen sind für private Krankenversicherungen eine Selbstverständlichkeit – kein Wunder. Denn hier gibt es keine Familienversicherung – jeder Versicherte zahlt seine eigenen Beiträge und vom Rentner bis zum Säugling werden hier Beiträge erhoben.
Zudem zahlen natürlich ältere Leute entsprechend den steigenden Krankenkosten auch deutlich höhere Beiträge für die private Krankenversicherung als junge Menschen. Zwei weitere Fußangeln bestehen darin, dass gewisse Vorerkrankungen von den Leistungen der Versicherung ausgeschlossen werden dürfen oder mit deutlichen Mehrbeiträgen versichert werden.
Die größte Problematik stellt sich dann, wenn ein Versicherter über 55 Jahren aufgrund der sehr hohen Beiträge für die private Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung zurück möchte. Das geht nur über Umwege – zum Beispiel eine Arbeitslosigkeit, die dann den Weg in die gesetzliche Versicherung ermöglicht. Klar auch, denn sonst müssten die gesetzlichen Krankenkassen alle kostspieligen Versicherten aufnehmen, die zuvor die Elitebehandlung der privaten Krankenversicherer genossen haben.
Die Entscheidung, ob es die gesetzliche oder die private Krankenversicherung sein soll, hängt also von vielen Faktoren ab, die vom Gesundheitszustand bis zum Familienstand reichen. Ein verheirateter Familienvater muss nämlich seine nicht berufstätige Frau ebenso wie die Kinder in der privaten Krankenversicherung zusätzlich absichern – als Single ohne Kind hat er über diese Option möglicherweise nie nachgedacht.
Wer alleinstehend, jung und gesund ist, der zahlt für die private Krankenversicherung niedrigere Beiträge als für die gesetzliche Krankenversicherung. Ab einem bestimmten Alter aber kippt dieser Vergleich zugunsten der gesetzlichen Krankenversicherung, für die dann die Beiträge deutlich niedriger sind als für die private Krankenversicherung.
Für mich persönlich hat sich die Frage private oder gesetzliche Krankenversicherung nie gestellt, denn aufgrund einer Vorerkrankung musste ich die gesetzliche Krankenversicherung wählen. Ein Ausschluß dieser Erkrankung sowie ihrer Folgeerscheinungenüber in einer privaten Krankenversicherung wäre ein Ding der Unmöglichkeit und höhere Beiträge aufgrund dieser Vorerkrankung würden den finanziellen Rahmen sprengen. Auch habe ich in meinem Bekanntenkreis bereits so einige Fälle gesehen, die in der privaten Krankenversicherung aufgrund Ihres Alters horrende Beiträge zahlen und der Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist fast unmöglich. Der Schritt in die private Krankenversicherung sollte von Selbstständigen in meinen Augen wirklich gut überlegt werden.
[...] die Tanja bin ich wieder einmal auf ein interessantes Thema aufmerksam geworden: Krankenversicherung. Jeder [...]
Ich finde die Entwicklung mit den privaten Krankenversicherungen recht problematisch.
1. Leute, die in Ihrer Kindheit um sonst Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung genutzt haben, warten nur darauf, bis sie aus der gesetzlichen Krankenversicherung türmen können.
Ihr Grund Nr. 1 sind die Kosten.
Der Grund Nr. 2 die bessere Behandlung.
2. Sie sind in der privaten Versicherung allein versichert, sofern ein Sprößling hinzukommt, sieht die Rechnung schon etwas anders aus.
Die bessere Behandlung besteht manchmal in dem, dass man in einem Zweitbett-Zimmer liegt und die Chefarztbehandlung bekommt. Manchmal sollte man darum beten.
Manchmal hat der Chefarzt so viel zu tun, dass er nicht mehr so viel Praxis beim operieren hat…
3. Leute, die sich die private Versicherung leisten konnten, sollten auch von den privaten aufgefangen werden. Nach dem Motto einmal raus, für immer raus. Ich finde es falsch, wenn die alten und kranken aus der privaten rausfliegen und sich dann wieder auf die Solidargemeinschaft stützen wollen. Während sie noch gesund und leistungsfähig waren, haben sie ja auf die Solidargemeinschaft gesch…
So einfach ist es ja nicht, wieder “zurück” in die Gesetzliche zu kommen. Da braucht es schon eine Arbeitslosigkeit oder ein Beschäftigungsverhältnis, welches unter bestimmte Grenzen fällt. Aber Du hast natürlich Recht, erst in der Privaten sparen und dann später, wenns teuer wird in der Gesetzlichen sparen ist nicht wirklich fair.