Speiseresteverwertung – das klingt erst einmal nicht so wirklich prickelnd, ansprechend oder nach lecker essen. Aber eigentlich ist die Speiseresteverwertung nichts anderes als eine gut geplante Küche – und ist selbst bei Sterneköchen Standard. Schon unsere heißgeliebte Pizza war eine Art Speiseresteverwertung – Teig belegt mit allem, was im Kühlschrank so übrig war von der Woche. Und die hat sich ja inzwischen zu einer Spezialität etabliert, für die wir sogar im Lokal Geld ausgeben und definitiv als lecker Essen einstufen. Ich bin zwar jetzt nicht die, die unheimlich gerne und viel kocht, aber hin und wieder ist auch unsere Küche alles andere als kalt und dann bleibt schon mal das ein oder andere übrig, dass nicht mehr in den Magen passt. Also ab in den Kühlschrank und mal kucken was wir daraus noch leckeres zaubern können. Speiseresteverwertung eben, aber halt nicht auf dem Bauernhof nebenan, im Mülleimer oder der Biotonne sondern auf dem Herd im “Kochtopf”, denn schließlich ist nicht alles gleich ungenießbar, was nicht sofort frisch zubereitet verzehrt wird.
Wer zum Beispiel zu einer Mahlzeit zu viele Kartoffeln gekocht hat, kann diese am nächsten Tag in Scheiben geschnitten in der Pfanne anbraten und mit Ei zu einer richtig leckeren Tortilla verarbeiten. Und das ist nun wirklich kein zweitklassiges sondern eher ein ziemlich leckeres Essen.
Als Faustregel gilt, dass Aufläufe die besten Gerichte für die Speiseresteverwertung sind. Einmal in der Woche ein toller Auflauf mit Gemüseresten, die ansonsten im Kühlschrank nicht mehr lange haltbar wären. Dazu etwas Kochschinken und der Rest Milch, der mit einem Ei und vielen leckeren Gewürzen verrührt als Soße für die Saftigkeit des Auflaufs sorgt – fertig ist ein tolles Resteessen, das auch noch richtig schnell zubereitet ist in hektischen Zeiten.
Auch Pfannengerichte eignen sich richtig gut für die Speiseresteverwertung. Hier kann auf einem Grundnahrungsmittel, das noch als Rest im Kühlschrank vorhanden ist – also Reis, Nudeln oder Kartoffeln – aufbauend eine leckeres Pfannengericht hergestellt werden. Eine Dose Thunfisch aus dem Vorrat dazu, etwas Knoblauch, ein paar Zwiebeln, Gemüse, das der Kühlschrank hergibt – fertig ist ein Pfannengericht, das richtig lecker schmeckt, wenig kostet und die Möglichkeit bietet, Reste aufzubrauchen.
Ein super leckeres Resteessen, auf das mein Mann sich schon immer beim eigentlichen Gericht freut, lässt sich aus dem Braten mit Knödeln bereiten. Die übrigen Braten- und Knödelreste in eine Pfanne geschnitten, etwas Zwiebeln dazu, etwas von der übrigen Bratensauce darauf verteilen und kräftig anbraten.
Richtig ausgefuchste Resteverwerter planen für die Speiseresteverwertung schon vor und kochen einfach bei einem Gericht in der Woche schon Nudeln, Kartoffeln oder Reis mit vor, der dann die Garzeit des Restegerichtes deutlich reduziert.
Kleiner Tipp am Rande: Sowohl gekochter Reis als auch gekochte Nudeln oder Kartoffeln und auch geriebener Käse – vielleicht die Reste vom großen Käseblock – lassen sich einfach einfrieren und bei Bedarf aus dem Kälteschlaf herauswecken, um dann im Auflauf oder dem Pfannengericht verwertet zu werden.
Manche Speisereste schmecken aber auch kalt super lecker. So schaffen es bei uns übrige Spaghetti Bolognese selten in die Aufwärmphase, sondern werden gleich direkt kalt aus dem Kühlschrank verputzt. Und… die Pfannkuchen für das Speiseresteverwertungsgericht Pfannkuchensuppe haben bei mir bis dato noch nie eine Suppe erlebt, so sehr ich mich auch anstrenge. Sie schmecken einfach direkt aus dem Kühlschrank viel zu lecker. Selbst meine Großeltern haben sich früher darüber immer aufgeregt, denn Nachts nach meiner Ausgehtour plünderte ich mich Vorliebe diese Gerichte aus ihrem Kühlschrank…
Resteverwertung ist ja eigentlich auch nicht schlecht, denn – wie du schon geschrieben hast, crazy girl – ist ja nicht alles automatisch schlecht, was im Topf frisch zubereitet wurde.
Richtig gut finde ich auch manchmal die Variante, dass Toastbrot als Basis für die Reste herhalten muss. Eine getoastete Scheibe Brot als Basis für kleingeschnibbeltes und gut gewürztes Gemüse, etwas geriebenen Käse drüber und ab damit in den Backofen.
Hier bei uns gibt es da so einen niedlichen Kombibackofen, der Toaster und Backofen in einem ist und dann auch für so zwei, drei überbackene Toasts eine guter Alternative zum großen Backofen ist.
Naja, und wie du auch schon beschrieben hast, ist das auch bei uns so, dass Spaghettisoßen den nächsten Tag und damit einen Kontakt mit Nudeln oftmals nicht erleben ;o)
Probier einfach mal die Spaghettisoße samt den Nudeln aus dem Kühlschrank, also schon vermischt da rein stellen. Das schmeck geil…