Umsatzsteuer Identifikationsnummer – USt Id – was ist das?

Sicher hat der ein oder andere von Euch schon mal von der Umsatzsteuer Identifikationsnummer gehört oder sie in dem ein oder anderen Impressum gesehen und sich vielleicht gefragt, was das genau ist und wofür die benötigt wird. Gerade Existenzgründer stehen vor diesen Fragen und weil ich auch vor kurzem von einem lieben netten Bekannten diesbezüglich „gelöchert“ wurde, habe ich mich entschlossen, mal ein paar Takte dazu zu schreiben. Die Umsatzsteuer Identifikationsnummer wird nur an Gewerbetreibende ausgegeben, Privatpersonen erhalten keine USt Id Nummer.

Die Funktion der Umsatzsteuer Identifikationsnummer ist das Ermöglichen von umsatz-steuerfreien innergemeinschaft-lichen Geschäften der EU. Diese Geschäfte beinhalten den Warenverkehr wie auch Dienstleistungen mit gewerb-lichen Geschäftspartnern, die außerhalb Deutschlands aber innerhalb der EU ansässig sind. Das heißt im Klartext, dass wenn Du etwas von einem ausländischen Unternehmer, der innerhalb der EU ansässig ist, einkaufst oder ihm etwas verkaufst, diese Geschäfte umsatzsteuerfrei sind, wenn beide Parteien im Besitz einer gültigen USt Id Nummer sind.

Die Umsatzsteuer Identifikationsnummer kann von allen Personen beantragt werden, die bei einem deutschen Finanzamt umsatzsteuerlich geführt sind. So können Kleinunternehmer, die sich nach der Kleinunternehmerregelung von der Umsatzsteuerpflicht befreien haben lassen, keine USt Id Nummer beantragen.

Eine ordnungsgemäße Rechnung, welche von der Umsatzsteuerbefreiung zwischen Geschäftspartnern innerhalb der EU Gebrauch macht, hat zusätzlich zu allen anderen vorgeschriebenen Angaben die USt Id Nummer von beiden Vertragspartnern zu enthalten. Wenn Du beispielsweise einem österreichischen Geschäftspartner eine solche Rechnung schreibst, dann musst Du zusätzlich Deine USt Id Nummer und auch die Umsatzsteuer Identifikationsnummer Deines österreichischen Geschäftspartners auf der Rechnung angeben.

Falls Dein österreichischer Geschäftspartner aber keine USt Id Nummer besitzt, musst Du auf Deiner Rechnung die gesetzlich vorgeschriebene deutsche Mehrwertsteuer ausweisen und kassieren. Machst Du das nicht, wirst Du diese Umsatzsteuer aus eigener Tasche berappen müssen und selbst zusehen, wie Du sie von Deinem Geschäftspartner nachträglich erhältst. Dies gilt ebenfalls für den Fall, wenn Dein Geschäftspartner Dir eine falsche Umsatzsteuer Identifikationsnummer gibt! So ist es grundsätzlich empfehlenswert vor dem Ausstellen einer solchen Rechnung die ausländische USt Id Nummer zu prüfen. Dies kannst Du z.B. online auf dem Portal des Bundeszentralamtes für Steuern: http://www.bzst.bund.de/
Auf diesem Portal kann ebenfalls die eigene Umsatzsteuer Identifikationsnummer online beantragt werden.

Ähnlich sieht es für den Inhaber einer USt Id Nummer beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen aus dem EU Ausland aus. Kaufst Du bei beispielsweise bei dem österreichischen Geschäftspartner etwas ein, so ist dieser Einkauf von der Umsatzsteuer befreit, wenn beide Umsatzsteuer Identifikationsnummern auf der Rechnung angegeben sind.

So gesehen ist die Umsatzsteuer Identifikationsnummer doch eine feine Sache. Auch wenn sich die Vorteile einem nicht auf dem ersten Blick, mangels EU-ausländischer Geschäftspartner, erschließen, schadet die Beantragung einer USt Id Nummer nicht. Hinter der Beantragung und Zuteilung der Umsatzsteuer Identifikationsnummer steht keine Pflicht solche Geschäfte auch auszuführen. Und Du hast sie dann gleich bei der Hand, falls Du sie doch einmal brauchst.

Gerade wenn der ein oder andere EU-ausländische Geschäftspartner bei Dir etwas kaufen möchte, kann das Fehlen einer Umsatzsteuer Identifikationsnummer für ihn ein Grund sein, sich nach einem anderen Geschäftspartner umzusehen, bei dem er keine deutsche Umsatzsteuer bezahlen muss, die für ihn den Einkauf teurer macht. So wie wir in Deutschland nicht berechtigt sind, ausländische Umsatzsteuer dem deutschen Vorsteuerabzug zu unterziehen, ist das auch im EU-Ausland nicht möglich. Aber dafür gibt es ja die Umsatzsteuer Identifikationsnummer.

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 Autor: Crazy Girl |
 Themenbereich: Selbstständigkeit
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5 Kommentare:
  1. jan schrieb am 11. Juli 2010 um 17:32 Uhr:
    # 1

    Hi gerade Existensgründer werden aber ja nicht sofort das Gewerbe mit Umsatzsteuer anmelden, sonder nach § 19 Absatz 1 Ustg handeln und Umsatzsteuer befreit anfangen.
    Und auch so kannst du Geschäfte im Ausland machen mit diesen Zusatz

  2. Crazy Girl antwortete am 12. Juli 2010 um 06:59 Uhr:
    # 2

    @Jan: Das kann man nicht so pauschalisieren. Ich selbst habe damals voll umsatzsteuerpflichtig angefangen. Dürfte auch je nach Bereich unterschiedlichz sein.

  3. jan schrieb am 12. Juli 2010 um 13:34 Uhr:
    # 3

    Ich meine das auch nicht Pauschal, ich würde es aber eher manchen Gründern raten, denn man hat einige Vorteile, aber auch paar Nachteile klar.

    Das man zb im Bereich Internet gleich so viel verdient das man Umsatzsteuer Pflichtig ist, hmm bei vielleicht 5 % der Leute so, in anderen Bereichen Wirtschaft, Bau etc ok,

  4. Thorsten schrieb am 13. Juli 2010 um 00:48 Uhr:
    # 4

    Bevor man mit seiner UST-ID irgendwo einkauft und gutgläubig die UST-ID des Verkäufers glaubt, sollte man diese nachprüfen. Sonst kommt ganz schnell auch mal ein “blauer Brief” vom Finanzamt.

  5. Crazy Girl antwortete am 13. Juli 2010 um 07:30 Uhr:
    # 5

    @Jan: Ich denke das kommt auch auf den Punkt “hauptberuflich” oder “nebenbei” selbständig an. Wer hauptberuflich selbständig ist, hat mich Sicherheit das Ziel mehr als die Kleinunternehmer Grenze zu verdienen ;-)

    @Thorsten: Beim Einkauf ist das in der Regel nicht wirklich wild, denn da geht es um die eigene UST ID. Das was Du meinst trifft vor allem auf den eigenen Verkauf zu, also die UST ID des Käufers. Die sollte man immer prüfen. Wenn der nämlich gar keine hat, dann darfste im Nachhinein die Umsatzsteuer aus der eigenen Tasche bezahlen.
    Dass das Finanzamt in solchen Fällen “blaue Briefe” verschickt kann ich mir nicht vorstellen. Die kommen eher im Rahmen der Umsatzsteuerprüfung, der Außenprüfung und/oder der Betriebsprüfung auf solche Dinge ;-)

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