Heute Nacht ist sie ja, die berühmtberüchtigte Freinacht, die in vielen Teilen auch nur unter dem Begriff der Walpurgisnacht bekannt ist. Die Nacht auf den 1. Mai hat bei uns in Oberbayern so einiges an Tradition und Brauchtum zu bieten, und ehrlich gesagt möchte ich heutzutage kein Jugendlicher mehr sein, denn mittlerweile sehen viele das alles überhaupt nicht mehr lustig und rufen die Polizei. Klar, mit Vandalismus sollten die Aktionen in der Freinacht nichts zu tun haben, da dürften wir uns alle einig sein.
Ein weit verbreiteter Brauch in der Freinacht ist die sogenannte “Maibaum-Wache”. Dafür hatte ich mich als Jugendliche eher weniger interessiert, denn sie war meist nichts anderes als ein ziemlich großes Besäufnis. Wenn das Wetter es zugelassen hatte, gab’s ein Lagerfeuer, ansonsten wurde in einem Zelt die Maibaum Wache abgehalten (ich denke das ist heute immer noch so). Aber warum den Maibaum bewachen, mag sich der ein oder andere vielleicht fragen… weil er ganz einfach gestohlen werden könnte, denn gerade das Maibaum Stehlen gehört in der Freinacht beziehungsweise Walpurgisnacht zum Brauch. Natürlich ein absolutes Unding, wenn am 1. Mai der Maibaum fehlt und erst bei den Dieben ausgelöst werden muss, bevor er aufgestellt werden und das Fest beginnen kann
Als Mädel hat mich aber weder das feucht-fröhliche Maibaum bewachen noch das Maibaum Stehlen interessiert. Ich fand schon mehr Gefallen an den restlichen Bräuchen zur Freinacht, die schlicht und ergreifend darin bestanden und bestehen, bewegliche, nicht aufgeräumte Sachen aufzuräumen beziehungsweise die verschiedensten Scherze damit anzustellen. Gartentore aushängen, Mülltonnen sowie sonstiges Herumliegendes “umsiedeln”, das Auto des Lehres mit Klopapier umwickeln, sind nur ein paar Beispiele unserer Scherze von damals. Auf die Idee irgendetwas wirklich kaputt zu machen, sind wir damals aber wirklich nicht gekommen. Wir fanden es schon extrem lustig, mit Mülltonnen im Schlepptau durch die Gegend zu ziehen.
So zogen wir in einer Freinacht, Anno Zwieback, los – insgesamt ein großer Haufen Jugendlicher aus dem Jugendzentrum – und hatten nichts besseres im Sinne, als um die 100 Mülltonnen zu sammeln und vor der Post aufzustellen. Dafür wurden wir auch mehr oder weniger “lobend” in den nächsten Tagen in der Zeitung erwähnt und konnten uns ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen. Blos nix sagen, dass Du auch dabei warst, sonst gibt’s Ärger… Das Dumme an der Geschichte ist ja nur gewesen, dass Mülltonnen eigentlich nie beschriftet werden und so die vielen Eigner vor den vielen Mülltonnen standen und nicht wußten, welche nun eigentlich ihre war… Schade eigentlich, dass vorher keiner daran gedacht hatte, seine Mülltonne mit einem Aufkleber seiner Identität zur eventuellen besseren Indintifizierung nach eines Freinacht Scherzes zu versehen. Ich möchte nicht wissen, auf wie vielen Mülltonnen in dieser Gegend seitdem ein Aufkleber prangt
Gibt es bei Euch die Freinacht? Oder nennt Ihr sie in Eurer Gegend Walpurgisnacht? Oder ganz anders? Habt Ihr als “junge Geister und Hexen” Euer Unwesen getrieben und was habt Ihr in dieser Nacht früher so alles witziges angestellt?
“als ein ziemlich großes Besäufnis. ”
Und genau dafür habe ich mich als Kind begeistern können! Kennste den Trick.. mit der Bierdose.. und nem Kugelschreiber? Unten reinhauen? Ansetzen? dose aufmachen und binnen 3 Sekungen hastenen halben Liter Bier intus ..
Da ich kein Bier mag, kenn ich den Trick nicht
Du möchtest wissen, was wir zum “Maifeierle” (so nennen wir das in unserer Mundart) machen / gemacht haben?
Soviel kann ich sagen, ich hatte meinen ersten richtigen Vollrausch zu diesem “Fest”
Jetzt sollte ja klar sein, was wir hier in Klingenthal am 30 April / 1. Mai machen.
… saufen ….
och, ich kann das auch ohne einen bestimmten Tag ganz gut
Ja gut, das ist ja kein Problem
Aber welcher andere Tag gibt einem schon den Ansporn, mit nem Rucksack voller Schnaps loszuziehen
Ein Rucksack voller Schnaps? Das klingt verlockend